190194-04 · Beschlussvorlage
Endgültige Abschaltung der Lichtsignalanlage Konrad-Adenauer-Platz/Von Sandt-Straße sowie Abbau der Signalgeber
Kerndaten
- Nummer
- 190194-04
- Art
- Beschlussvorlage
- Veröffentlicht
- 31.03.2026
- Letzte Änderung
- 18.09.2026
Beratungsfolge
- Sitzung des Rates Entscheidung federführend
- Sitzung des Ausschusses für Mobilität und Verkehr Empfehlung
- Sitzung der Bezirksvertretung Beuel Empfehlung
Dateien
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Beschlussvorlage öffentlich 190194-04 Der OberbürgermeisterDokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch) Federführung: 66 Tiefbauamt Dezernat: Dez. III Endgültige Abschaltung der Lichtsignalanlage Konrad-Adenauer-Platz/Von Sandt-Straße sowie Abbau der Signalgeber Beratungsfolge Bezirksvertretung Beuel 29.04.2026 Empfehlung Ausschuss für Mobilität und Verkehr 28.05.2026 Empfehlung Rat 11.06.2026 Entscheidung Beschlussvorschlag 1. Der Rat nimmt die vorliegenden Testergebnisse unter der Drucksa- chennummer 202272-02 zur Kenntnis und erkennt den Erfolg im Hin- blick auf den gewünschten Fahrzeitgewinn des ÖPNV an. 2. Der Test wird beendet. 3. Die Anlage wird endgültig abgeschaltet und abgebaut. 4. Die bestehende Pfostenreihe wird ergänzt und die Markierungen (durchgehende Radwegeführung, Entfall der markierten Fußgängerfurt sowie dauerhafte Markierung des Fußgängerüberwegs über die Von- Sandt-Straße) werden entsprechend angepasst. Begründung Aufgrund des Tests zum Wegfall des Fußgängerüberwegs zwischen Von- Sandt-Straße und Gottfried-Claren-Straße (190194-4) wurden die Signalgeber des Fußgängerüberweges zugunsten der ÖPNV-Beschleunigung testweise abgedeckt, die Furt durch Absperrschranken abgesperrt und das Signalprogramm der Lichtsignalanlage entsprechend geändert. Eine folgende Bewertung der Maßnahme durch das Tiefbauamt und die SWB hat die Wirksamkeit belegt (202272-01 ST). Dennoch hatte die Bezirksvertretung Beuel die endgültige Aufgabe des Übergangs zunächst abgelehnt (211620). Mittlerweile führen die abgedeckten Signale und nicht mehr benötigten Signalmasten und Absperrungen zu häufigen Nachfragen aus der Bevölkerung und werden als Störung des Stadtbildes empfunden. Zudem ist die provisorisch aufgebrachte Markierung des Fußgängerüberweges über die Von-Sandt-Straße verschlissen und müsste bei Beibehaltung des Überganges erneuert werden.Seite 1 von 4 Seite 2Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch) Die Verwaltung wird daher die abgedeckten Signale und nicht mehr benötigten Signalmaste nunmehr endgültig entfernen lassen. In diesem Zusammenhang sollen auch die für den Test benötigten Absperrmaterialien abgebaut werden. Die Verwaltung wird zudem die bestehende Pfostenreihe ergänzen und die Markierungen (durchgehende Radwegeführung, Entfall der markierten Fußgängerfurt) entsprechend anpassen, so dass der ehemalige Übergang als solcher nicht mehr erkennbar ist. Zudem soll der derzeit provisorisch angelegte Fußgängerüberweg über die Von-Sandt-Straße dauerhaft in weiß markiert werden. Der Wegfall der Anlage ist aus folgenden Gründen alternativlos: Die Lichtsignalanlage am Konrad-Adenauer-Platz ist über 15 Jahre alt und lief ohne Beeinflussung durch die Verkehrsteilnehmenden in einem festen Umlauf mit gleichbleibenden Grünzeiten. Bereits mit Stellungnahme 202272-01 ST wurde darauf hingewiesen, dass es, um den ÖPNV zu beschleunigen, keine Alternative zum Wegfall der Querung gibt. Die Fahrbahnbreite zur Querung zwischen der Von-Sandt-Straße und Gottfried- Claren-Straße beträgt etwa 26,5 m. Nach derzeitigem Standard müsste für diese Furt eine Grünzeit von mindestens 22 Sekunden geschaltet werden. Es muss allerdings darauf hingewiesen werden, dass diese Zeit gerade für ältere und mobilitätseingeschränkte Personen nicht ausreichend ist, um die andere Straßenseite zu erreichen. An diese Zeit schließt sich die Schutzzeit von weiteren 22 Sekunden an, bevor die Bahnen oder der MIV wieder Grün erhalten. Diese Querungsstelle erfordert folglich einen Großteil der zur Verfügung stehenden Umlaufzeit. Die gleichzeitige Abwicklung von anderen Verkehrsströmen ist während dieser Phase nicht möglich, da alle anderen Fahrbeziehungen zu dieser Furt in Konflikt stehen. Die aufeinanderfolgenden Signale der B56 sind für beide Überwege ohnehin gleichzeitig geschaltet. Da der parallel geführte ÖPNV jeweils nur durch ein einzelnes Signal für beide Überwege signalisiert ist, besteht hier kein Potential für weitere Optimierungen der Beschleunigung des ÖPNV. Für den MIV wurden die Signale schon immer gleichzeitig geschaltet, um den Verkehrsfluss in Fahrtrichtung Brücke nicht zu behindern. Bei Entfall der Furt können daher die hinteren Signale ebenfalls demontiert werden. Auch die Einrichtung einer „Bedarfsampel“, die nur auf Anforderung Grün schaltet, wurde untersucht. In diesem Fall wird gerade in den hoch ausgelasteten Zeiten voraussichtlich durchgehend angefordert werden, da diese Wegebeziehung, wenn sie wieder vorhanden ist, auch angenommen werden dürfte. Eine Unterdrückung dieser Phase bei ÖPNV-Anforderung würde zum einen von den Wartenden nicht verstanden werden und zum anderen zu unzulässig langen Wartezeiten führen. Bei der Dichte der ÖPNV-Fahrten (Busse und Bahnen) wäre zu den Spitzenzeiten voraussichtlich eine Querung ohne Einschränkung der ÖPNV- Bevorrechtigung gar nicht möglich. Auch der Auto- und Radverkehr profitiert von der aktuellen Situation, wie die o.a. Stellungnahme der Verwaltung 202272- 01 ST belegt.Seite 2 von 4 Seite 3Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch) Ergänzend zu den bereits vorliegenden Ergebnissen hatten die SWB im Rahmen einer weiteren Diskussion in der Bezirksvertretung Beuel folgendes Gesamtergebnis übermittelt: Die Wegnahme des Fußgängerüberwegs am Konrad-Adenauer-Platz zwischen Gottfried-Claren-Straße und Von-Sandt-Straße hat für den ÖPNV viele Vorteile gebracht. Allein für die Bahnen der Linien 62 und 66 ergibt sich eine Fahrzeitverkürzung von rund 83 min pro Tag, die Fahrzeitgewinne der Buslinien sind ähnlich hoch. In Fahrtrichtung Kennedybrücke hat sich z. B. die Haltezeit der Stadtbahnlinie 66 im Mittel deutlich verkürzt (19 Sekunden). Eine Verringerung der Haltezeit um im Schnitt 19 s klingt erstmal nicht viel, praktisch bedeutet das aber, dass einzelne Fahrten knapp eine Minute schneller sind. Insgesamt variieren die Haltezeiten an der Ampel weniger und sind damit planbarer, auch wenn sich das auf die gesamte Fahrzeit der Linie nur marginal auswirkt. Würden an allen Ampelanlagen, die die Linie 66 auf ihrer Strecke passiert, lediglich wenige Sekunden gewonnen, würde die Fahrzeit um mehrere Minuten kürzer ausfallen. Fast 1000 Busse und über 500 Bahnen passieren täglich diese Kreuzung und profitieren vom Wegfall des Überwegs und der damit möglichen optimierten Ampelschaltung. Im Übrigen profitiert auch der Auto- und Radverkehr von der aktuellen Situation, wie die Stellungnahme der Verwaltung aus dem Jahr 2021 belegt (DS-Nr. 202272-01ST). Über 50.000 Fahrgäste fahren täglich mit den Bus- und Bahnlinien über den Konrad-Adenauer-Platz, rund 15.000 Fahrgäste steigen jeden Tag an dieser Haltestelle ein, aus oder um. All diese Menschen profitieren von der Fahrzeitverkürzung. Die Zahl der Fußgänger, die den Überweg genutzt haben, dürfte deutlich niedriger anzusetzen sein. SWB Bus und Bahn plädiert daher auch im Namen der zahlreichen betroffenen Fahrgäste für die dauerhafte Beibehaltung der aktuellen Verkehrsführung und Ampelschaltung. Mit Beschluss des Hauptausschusses vom 26.04.2018 wurde die Verwaltung beauftragt, in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken linienscharf Vorschläge zur Beschleunigung des Bus- und Bahnverkehrs zu machen (DS-Nr. 1810600EB4). Die Wiederinbetriebnahme der Ampel würde den jahrelangen Bemühungen um zahlreiche kleinere Maßnahmen, die in der Summe den ÖPNV beschleunigen und seinen Betrieb stabilisieren, zuwiderlaufen. Anlage/n KeineSeite 3 von 4 Seite 4Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch)Seite 4 von 4
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bonn.social/@lage ↗Datenstand: 23.10.2026, 04:03 MESZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de