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212347-08 · Mitteilungsvorlage

Jahresabschluss 2025 der SWB GmbH und des Konzerns

Nummer
212347-08
Art
Mitteilungsvorlage
Veröffentlicht
19.06.2026
Letzte Änderung
18.09.2026
  1. Sitzung des Rates 13.07.2026 Kenntnisnahme
  1. Sammeldokument öffentlich pdf · 761,6 KB Öffnen ↗

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Mitteilungsvorlage
öffentlich
212347-08
Der OberbürgermeisterDokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch)
Federführung:
Co-Dezernat
Dezernat:
Dez. OB
Jahresabschluss 2025 der SWB GmbH und des
Konzerns
Beratungsfolge
Rat 09.07.2026 Kenntnisnahme
Mitteilung:
Jahresabschluss 2025 der SWB GmbH
Die Prüfung des Jahresabschlusses 2025 und des Lageberichtes der SWB hat
zu keinen Einwänden geführt. Es wurde ein uneingeschränkter
Bestätigungsvermerk von den ES Treuberatern erteilt.
Der Aufsichtsrat der SWB GmbH hat am 03.06.2026 den Prüfungsbericht
beraten und die Beschlüsse zur Feststellung des Jahresabschlusses 2025 in
der vorgelegten Form, zur Ergebnisverwendung und zur Entlastung der
Geschäftsführung gefasst.
Das Jahresergebnis der SWB liegt bei rd. 2,1 Mio.€ (Vj. 3,2 Mio.€). Die
Progonose von rd. -1,6 Mio. € resultierte aus nicht vorhersehbaren
Umsatzerlösen und geringeren sonstigen betrieblichen Aufwendungen.
Gegenläufig erhöhten sich Materialaufwendungen sowie Personalkosten. Der
Jahresüberschuss 2025 soll auf neue Rechnung vorgetragen werden.
Die Entwicklung der Stadtwerkebranche wird durch die Bereiche
Energieversorgung, öffentlicher Personennahverkehr und Müllverwertung
geprägt. Die Auswirkungen der Energiekrise haben die wirtschaftliche
Entwicklung aller Unternehmenstöchter maßgeblich mitbestimmt.Seite 1 von 58
Seite 2Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch)
Zur Energieversorgung
Im Energiesektor war das Jahr 2025 geprägt durch weiterhin hohe
Energiepreise sowie durch geopolitische Entwicklungen. Neben einer neuen
Kraftwerksstrategie konnte auch die Weiterentwicklung des Gebäude-Energie-
Gesetzes noch nicht abschließend diskutiert werden, was die
Investitionssicherheit für Energieversorger beeinträchtigt. Hier werden
dringende Entscheidungen als zwingend erforderlich angesehen.
Das Jahresergebnis ist im Bereich der Energieversorgung höher als geplant
ausgefallen, was hauptsächlich auf die höheren Umsätze bei Strom
zurückzuführen ist.
Zum öffentlichen Personennahverkehr
Die wirtschaftliche Lage der Verkehrsunternehmen und Verbünde bleibt trotz
eines Kundenzuwachses angespannt. Gestiegene Personalkosten sind ein
wesentlicher Faktor, der die Branche wirtschaftlich unter Druck setzt. Die
Preiserhöhung des Deutschlandtickets im Jahr 2025 von 49 €/monatl. auf 58 €
führte zu einer Kündigungsquote von ca. 8%. Insgesamt nutzten 2025 rd. 14,6
Mio. Menschen das Deutschlandticket.
Zum 01.09.2025 wurden die Fahrradmietsysteme des RSK und der
Bundesstadt Bonn unter dem neuen Namen Welo zusammengefasst. Es bietet
ein kundenfreundliches, überregionales Fahrradmietsystem.
Von insgesamt 28 neuen Skoda-Bahnen gingen vier in 2024 in Betrieb, in 2025
23 weitere Fahrzeuge sowie im März 2026 der letzte Wagen der Serie. Das
negative Jahresergebnis (vor Ergebnisübernahme) beläuft sich auf 7.370 T€.
Zur Müllverwertung
In Deutschland sind rund 100 Thermische Abfallbehandlungsanlagen im Jahr
2025 in Betrieb. Die thermische Abfallbehandlung entsorgt zuverlässig nicht
recyclebare Abfälle und erzeugt damit verlässliche und bezahlbare Energie fürSeite 2 von 58
Seite 3Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch)
Strom- und Fernwärmekunden. Die Verfügbarkeit der MVA in Bonn lag mit
94,1% unter dem Vorjahresniveau, da es zu einem Müllbunkerbrand und
unzulässige Störstoffe in angelieferten Abfällen kam. Das Jahresergebnis liegt
trotzdem über dem prognostizierten Ergebnis.
SWB - Konzernabschluss 2025
Der Konzernabschluss ist der Jahresabschluss der Unternehmen, welche die
fiktive wirtschaftliche Einheit “Konzern” bilden. Die zu einem Konzern
gehörenden Unternehmen werden im Konzernabschluss so abgebildet, als ob
sie ein einziges Unternehmen wären (Einheitstheorie).
Die Geschäftsführung ist mit dem Geschäftsverlauf und der wirtschaftlichen
Entwicklung im abgelaufenen Geschäftsjahr, unter Berücksichtigung der
schwierigen Rahmenbedingungen durch die weiterhin anhaltenden
Auswirkungen der geopolitischen Spannungen und Konflikte sowie der daraus
resultierenden Auswirkungen, zufrieden. Insgesamt ist die Vermögens-, Finanz-
und Ertragslage des SWB-Konzerns im abgelaufenen Geschäftsjahr als
geordnet und stabil zu bezeichnen. Nennenswerte Veränderungen sind in
überschaubarer Zeit nicht zu erwarten.
Die Prüfung des Konzernabschlusses 2025 und des Konzernlageberichtes hat
zu keinen Einwänden der Wirtschaftsprüfer ES Treuberater geführt und es
wurde ein uneingeschränkter Bestätigungsvermerk erteilt. Die beauftragte
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft hält die Beurteilung der Lage des Konzerns
durch die Geschäftsführung insgesamt für zutreffend. In allen wesentlichen
Belangen steht der Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss,
entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und
Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.
Zum Zeitpunkt der Erstellung der Vorlag ist vorgesehen, dass der Aufsichtsrat
der SWB GmbH der Gesellschafterversammlung am 24.06.2026 empfehlen
wird, den geprüften Konzernabschluss sowie den Konzernlagebericht 2025 in
der vorliegenden Form zu billigen (sofern dies wie geplant und erwartet erfolgt,
wird es keine weitere Mitteilung dazu geben). Der Vertreter der Stadt Bonn in
der Gesellschafterversammlung der SWB GmbH ist ermächtigt, den
entsprechenden Beschluss im Nachgang zu billigen.
Erwartet 2026Seite 3 von 58
Seite 4Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch)
Der SWB-Konzern erwartet für das Geschäftsjahr 2026 insgesamt eine
Verbesserung des Konzernjahresergebnisses gegenüber dem Vorjahr. Die
aktuelle militärische Eskalation im Iran und im Nahen Osten führt insgesamt zu
vielfältigen negativen Auswirkungen auf die wirtschaftlichen
Rahmenbedingungen auch im Umfeld der unternehmerischen Tätigkeit als
SWB-Konzern. Die möglichen Auswirkungen des Krieges im Iran und im Nahen
Osten auf die Umsatzerlöse und die Aufwendungen sind im Wirtschaftsplan
nicht berücksichtigt. Die weitere Entwicklung bleibt daher abzuwarten.
Hinweis:
Die Mitteilung über die Jahresabschlüsse der SWB GmbH sowie des Konzerns
erfolgen im öffentlichen Teil, da die enthaltenen Informationen auch - wie
gesetzlich vorgeschrieben - im elektronischen Bundesanzeiger einsehbar sind.
Anlage/n
1 JA 2025 SWB_Auszug Bilanz Lageb GuV (öffentlich)
2 Konzernabschluss 2025 SWB_Auszug (öffentlich)Seite 4 von 58
Stadtwerke Bonn GmbH, Bonn Anlage 1
Bilanz zum 31. Dezember 2025
A k t i v a
31.12.2025 31.12.2024
€ € € € € €
A. Anlagevermögen A. Eigenkapital
I. Immaterielle Vermögensgegenstände I. Gezeichnetes Kapital 75.000.000,00 75.000.000,00
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche
Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte II. Kapitalrücklage 44.331.878,42 44.331.878,42
sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.990.746,36 1.525.461,36
2. geleistete Anzahlungen 9.110.489,39 11.101.235,75 4.049.702,91 5.575.164,27 III. Gewinnrücklagen
andere Gewinnrücklagen 38.104.020,84 38.104.020,84
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und grundstücksgleiche Rechte IV. Bilanzgewinn/-verlust 3.049.046,95 988.075,44
mit Geschäfts-, Betriebs- und anderen Bauten 29.188.604,70 29.765.132,70 160.484.946,21 158.423.974,70
2. Grundstücke und grundstücksgleiche Rechte mit
Bahnkörpern und Bauten des Schienenweges 782.237,16 782.639,16 B. Rückstellungen
3. Grundstücke und grundstücksgleiche 1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 16.454.892,00 17.011.522,00
Rechte mit Wohnbauten 103.660,13 108.896,13 2. Steuerrückstellungen 2.474.471,17 5.253.427,07
4. Grundstücke und grundstücksgleiche Rechte 3. sonstige Rückstellungen 15.171.859,73 15.363.838,82
ohne Bauten 1.098.382,36 1.118.344,36 34.101.222,90 37.628.787,89
5. Verteilungsanlagen 11.289.882,00 11.031.694,00
6. Gleisanlagen, Streckenausrüstung und C. Verbindlichkeiten
Sicherungsanlagen 320,00 1.497,00 1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 16.196.844,16 37.993.708,94
7. Fahrzeuge für Personenverkehr 1.475.677,00 2.100.724,00 2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 83.672,57 31,10
8. Maschinen und maschinelle Anlagen 556.342,00 584.276,00 3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 3.604.225,90 1.548.085,28
9. Betriebs- und Geschäftsausstattung 7.023.313,00 6.690.324,00 4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 48.258.862,65 35.167.484,87
10. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 2.125.761,26 53.644.179,61 1.617.439,20 53.800.966,55 5. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 0,00 461.907,91
6. Verbindlichkeiten gegenüber der Gesellschafterin 25.548.270,00 75.021.532,57
III. Finanzanlagen 7. sonstige Verbindlichkeiten 4.136.966,89 2.611.498,43
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 121.561.849,07 121.561.849,07 – davon aus Steuern 3.626.614,62 € (Vj. 2.226.794,15 €) –
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 0,00 0,00 – davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 115.520,01 € (Vj. 104.780,86 € €) –
3. Beteiligungen 10.433.609,37 9.991.480,21
4. Ausleihungen an Beteiligungen 510.266,23 1.261.698,17
5. Genossenschaftsanteile 319.105,00 132.824.829,67 319.105,00 133.134.132,45 97.828.842,17 152.804.249,10
197.570.245,03 192.510.263,27
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
Hilfs- und Betriebsstoffe 95.382,83 98.980,31
II. Forderungen und sonstige
Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 234.051,10 89.503,32
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 66.582.095,18 142.889.754,10
3. Forderungen gegen die Gesellschafterin 195.143,17 8.539.126,34
4. Forderungen gegen Unternehmen, mit
denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 581.092,18 1.151.841,76
5. Sonstige Vermögensgegenstände 3.339.145,42 70.931.527,05 1.861.424,60 154.531.650,12
III. Kassenbestand und Guthaben bei
Kreditinstituten 22.405.562,98 215.233,85
93.432.472,86 154.845.864,28
C. Rechnungsabgrenzungsposten 1.412.293,39 1.500.884,14
292.415.011,28 348.857.011,69 292.415.011,28 348.857.011,69
31.12.2025 31.12.2024
P a s s i v aSeite 5 von 58
Anlage 2
Stadtwerke Bonn GmbH, Bonn
Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2025
2025 2024
€ € € €
1. Umsatzerlöse 78.155.748,18 64.047.402,23
2. andere aktivierte Eigenleistungen 920.294,43 574.268,71
3. sonstige betriebliche Erträge 47.956.468,98 127.032.511,59 46.019.290,40 110.640.961,34
4. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Hilfs- und Betriebsstoffe 591.958,51 334.426,36
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 24.473.886,31 25.065.844,82 16.850.484,73 17.184.911,09
5. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 31.371.639,90 28.848.165,12
b) soziale Abgaben und Aufwendungen
für Altersversorgung und für Unterstützung 8.334.049,77 39.705.689,67 6.850.604,52 35.698.769,64
– davon für Altersversorgung 2.181.291,76 € (Vj. 1.483.160,79 €) –
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände
des Anlagevermögens und Sachanlagen 3.936.083,84 3.652.243,73
7. sonstige betriebliche Aufwendungen 87.975.028,85 84.139.291,73
Betriebsergebnis -29.650.135,59 -30.034.254,85
8. Erträge aus Beteiligungen 31.328.051,97 32.305.166,41
– davon aus verbundenen Unternehmen 28.283.758,40 € (Vj. 29.414.098,70 €) –
9. Erträge aus Genossenschaftsanteilen 4.764,20 4.764,20
10. Erträge aus Gewinnabführungsverträgen 1.599.784,96 2.153.451,75
11. Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 47.674,01 101.026,20
– davon aus verbundenen Unternehmen 0,00 € (Vj. 26.932,21 €) –
12. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 2.310.499,21 3.335.770,86
– davon aus verbundenen Unternehmen 2.212.221,70 € (Vj. 3.082.336,41 €) –
– davon aus der Abzinsung von Rückstellungen 21.505,99 € (Vj. 16.701,62 €) –
13. Aufwendungen aus der Verlustübernahme 0,00 0,00
14. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 2.217.719,44 3.651.620,09
– davon aus verbundenen Unternehmen 249.362,73 € (Vj. 297.659,21€ €) –
– davon aus der Aufzinsung von Rückstellungen 307.930,84 € (Vj. 316.615,82 € €) –
Finanzergebnis 33.073.054,91 34.248.559,33
Ergebnis vor Steuern 3.422.919,32 4.214.304,48
15. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 954.631,90 713.375,56
16. Ergebnis nach Steuern 2.468.287,42 3.500.928,92
17. sonstige Steuern 407.315,91 260.592,05
18. Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag 2.060.971,51 3.240.336,87
19. Verlust-/Gewinnvortrag 988.075,44 -2.252.261,43
20. Bilanzgewinn/-verlust 3.049.046,95 988.075,44Seite 6 von 58
Anlage 4 / 1
Stadtwerke Bonn GmbH (SWB), Bonn
Lagebericht
für das Geschäftsjahr 2025
1 Grundlagen der Geschäftstätigkeit
Geschäftsmodell der Stadtwerke Bonn GmbH (SWB)
Auf der Grundlage ihrer strategischen Ausrichtung mit der Ausgliederung der Sparten Versorgung, Ver-
wertung und Verkehr in Tochtergesellschaften besteht die Aufgabe der Stadtwerke Bonn GmbH, Bonn,
(SWB), neben ihrer strategischen Management-Funktion im Wesentlichen darin, kaufmännische Kern-
aufgaben in der Konzernholding zu bündeln und diese Dienstleistungen geschäftsbesorgend für alle
Tochterunternehmen zu Marktpreisen anzubieten und abzuwickeln. Damit wird gewährleistet, dass kauf-
männische Kernaufgaben im Konzern nicht mehrfach angesiedelt sind und sich die Tochterunternehmen
somit vollkommen auf ihre Kernaufgaben konzentrieren können. Die Tochterunternehmen in den ein-
zelnen Sparten sind Energie- und Wasserversorgung Bonn/Rhein-Sieg GmbH, Bonn, (EnW), Bonn-Netz
GmbH, Bonn, (Bonn-Netz), SWB Regional Ver- und Entsorgung GmbH, Adenau, (SWB Regional) und die
Gesellschaft für Energie- und Gebäudemanagement Bonn mbH, Bonn, (EGM) für die Versorgung. In der
Sparte Verkehr befinden sich die Stadtwerke Bonn Verkehrs-GmbH, Bonn, (SWBV), die Elektrische Bah-
nen der Stadt Bonn und des Rhein-Sieg-Kreises-SSB-GmbH, Bonn, (SSB), die Regionalverkehr Köln
GmbH, Köln, (RVK) und die Bonner City Parkraum GmbH, Bonn, (BCP). In der Sparte Verwertung befinden
sich die MVA Müllverwertungsanlage Bonn GmbH, Bonn, (MVA), die refer GmbH, Leverkusen, (refer) und
die Returo Entsorgungs GmbH, Leverkusen, (Returo). Neben diesen Sparten besteht seit 2017 die per-
sonallose Quartier.BonnWest GmbH, Bonn, (QBW) sowie die nach Abspaltung des Geschäftsbetriebs in
2019 ebenso personallose Stadtwerke Bonn Dienstleistungs-GmbH, Bonn (SWBD). Im Jahr 2024 wurde
die Stadtentwicklungsgesellschaft Bonn mbH, Bonn (SEG) gegründet.
Neben der kaufmännischen Geschäftsbesorgung für ihre Tochtergesellschaften, der Gewährung von Ge-
sellschafterdarlehen an Konzerntöchter sowie der Abwicklung des Cash-Managements im Rahmen des
zentralen Finanzmanagements bestehen weitere operative Aufgaben der SWB in der Verpachtung des
Bonner Hafenvermögens, der Verpachtung von Tiefgaragen, der Verpachtung von Teilen des Verkehrs-
vermögens an die Verkehrsgesellschaften.
Die SWB fungiert als Makler für das Entsorgungsgeschäft mit der Returo. Zu diesem Zweck hat sich die
SWB seit 2015 entsprechend der Entsorgungsfachbetriebsverordnung zertifizieren lassen und unterzieht
sich seitdem jährlich einem Audit.
Die SWB ist auch Dienstleister für die Bundesstadt Bonn im Bereich des Betriebs und der Unterhaltung
der Straßenbeleuchtung. Für andere städtische Ämter und Unternehmen ist die SWB in den Bereichen
Rechenzentrum sowie im Finanz- und Rechnungswesen tätig.
Für das Städtische Gebäudemanagement Bonn (SGB) erbringt die SWB Leistungen im Bereich der Pla-
nung, Finanzierung, Modernisierung und Betriebsführung von Energieerzeugungsanlagen sowie der
Wärmeversorgung städtischer Objekte.Seite 7 von 58
Anlage 4 / 2
Stadtwerke Bonn GmbH (SWB), Bonn
2 Wirtschaftsbericht
2.1 Branchenbezogene Rahmenbedingungen
Die Entwicklung der Stadtwerkebranche wird durch die Entwicklungen in den Bereichen Energieversor-
gung, öffentlicher Personennahverkehr und Müllverwertung geprägt. Im letzten Jahr haben die Auswir-
kungen der Energiekrise die wirtschaftliche Entwicklung aller Unternehmenstöchter maßgeblich mitbe-
stimmt.
Als Folge des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine im Jahr 2022 haben sich die von Politik und
Stadtwerken getroffenen Maßnahmen als Stabilisatoren erwiesen. Hinsichtlich der handelspolitischen
Spannungen mit den USA führten jedoch vor allem die Instabilität der Finanzmärkte und handelspoliti-
sche Unsicherheiten zu Belastungen der Unternehmen. Die Inflationsrate betrug 2,2 % im Jahr 2025 und
blieb im Vergleich zum Vorjahr somit stabil.
Im Jahr 2025 war die Stadtwerke-Branche durch weitgehende strukturelle und regulatorische Verände-
rungen, auch bedingt durch die neue Bundesregierung, geprägt. In der Energieversorgung stand insbe-
sondere der beschleunigte Ausbau erneuerbarer Energien, die Transformation der Wärmeversorgung
sowie die Umsetzung klimapolitischer Vorgaben im Mittelpunkt, wenngleich sich durch Zielanpassungen
sowie veränderte gesetzlich-regulatorische Rahmenbedingungen, die Unsicherheit für langfristige In-
vestitionsentscheidungen erhöht. Dabei gewannen auch Fragen zur Versorgungssicherheit und zur
Preisstabilität angesichts geopolitischer Unsicherheiten an Relevanz.
Der öffentliche Personennahverkehr sah sich mit der Notwendigkeit konfrontiert, Betriebsmodelle unter
veränderten Rahmenbedingungen weiterzuentwickeln, etwa im Hinblick auf das Deutschlandticket, die
Elektrifizierung der Fahrzeugflotten sowie die Finanzierung eines bedarfsgerechten und klimafreundli-
chen Angebots.
In der Abfallwirtschaft rückten Themen wie Ressourceneffizienz, die Umsetzung der EU-Vorgaben zur
Kreislaufwirtschaft und der Umgang mit komplexer werdenden Abfallströmen verstärkt in den Fokus.
Spartenübergreifend gewannen Investitionen in Dekarbonisierung, Digitalisierung und Infrastruktur an
Bedeutung. Gleichzeitig stellte der anhaltende Fachkräftemangel viele Unternehmen vor operative Her-
ausforderungen. Ein Thema, welches die gesamte Stadtwerke-Branche zudem betrifft, ist die Digitalisie-
rung sowie der Einsatz von künstlicher Intelligenz. Dies bezieht sich auf die Verbesserung und Optimie-
rung von Abläufen und Prozessen. Die digitale Transformation ist aus Stadtwerkesicht eines der wich-
tigsten Themen der nächsten Jahre, an dem in allen Geschäftsbereichen auch in Zusammenarbeit mit
der konzerneigenen IT-Abteilung gearbeitet wird. Neben den internen Digitalisierungsprojekten, stehen
zunehmend auch digitale Geschäftsmodelle im Fokus.
2.1.1 Energieversorgung
Im Energiesektor war das Jahr 2025 geprägt durch weiterhin hohe Energiepreise, sowie durch welt- und
geopolitische Entwicklungen, neben denen die notwendigen Akzente in der deutschen Energiepolitik für
die neu gewählte Bundesregierung etwas in den Hintergrund gerieten. Neben einer neuen Kraftwerks-
strategie konnte im Jahr 2025 beispielsweise auch die Weiterentwicklung des Gebäude-Energie-Seite 8 von 58
Anlage 4 / 3
Stadtwerke Bonn GmbH (SWB), Bonn
Gesetzes noch nicht abschließend diskutiert werden. Um die Investitionssicherheit für die deutschen
Energieversorger sicherzustellen, sind hier im Jahr 2026 zügige Entscheidungen dringend erforderlich.
Die Börsenpreisentwicklung für Strom und Gas hat sich im Jahr 2025 beruhigt. Die Gaspreise sind im
ersten Quartal zunächst noch etwas angestiegen, haben sich dann aber konsolidiert und sind wieder auf
das Niveau von Anfang 2024 gefallen. Die Großhandelspreise für Gas orientieren sich in Europa weiterhin
an den Preisen für Flüssiggas (LNG). Die Erdgaspreise für den Jahresfuture 2026 lagen im Jahr 2025
zwischen 28 € und 44€ je Megawattstunde. Dies entspricht einem Mittelwert von 35,03 €, der leicht unter
dem Mittelwert des Vorjahres von 37,49 € liegt.
Die Strompreise am EPEX (European Power Exchange) Spotmarkt befanden sich nach einem kurzen Aus-
schlag nach oben ebenfalls in einer Seitwärtsbewegung bei etwa 100 € je Megawattstunde mit dem
Tiefststand von etwa 60 € im Mai/Juni. Die Preise für Jahres-Strom Futures 2026 bewegten sich relativ
konstant zwischen 80 € und 100 € je Megawattstunde (Base) bzw. 85 € und 110 € je Megawattstunde
(Peak) mit dem höchsten Wert im Februar. Die Haushaltsstrompreise sanken nochmals leicht im Jahres-
verlauf, der Durchschnittspreis für 3.500 kWh Jahresverbrauch lag bei 39,30 Ct./kWh. Ursache waren im
Wesentlichen leicht gesunkene Beschaffungskosten. Die weitere Preisentwicklung ist aufgrund der geo-
politischen Unsicherheiten kaum seriös abzuschätzen.
Im Jahr 2025 lag der Primärenergieverbrauch mit 2.931 TWh auf Vorjahresniveau (vorläufige Daten des
statistischen Bundesamtes). Einem leichten Anstieg bei erneuerbarer Energie und Gas stand erneut ein
moderater Rückgang bei allen anderen Energiearten gegenüber. Möglicherweise gleicht der verbrauchs-
steigernde Effekt der kühleren Witterung konjunkturell und kalendarisch bedingte Rückgänge aus.
Der Bruttostromverbrauch lag mit 521 TWh fast auf Vorjahresniveau, ebenso der Anteil erneuerbarer
Energien am Bruttostromverbrauch mit 56 %. Der Gas- und Fernwärmeverbrauch legen aufgrund küh-
lerer Temperaturen in der Heizperiode leicht zu.
Im Jahr 2025 gab es anders als in den Vorjahren kein auffällig dominantes politisches Thema. Das Poli-
tikbarometers der Forschungsgruppe Wahlen identifiziert über das gesamte Jahr 2025 Ausländerintegra-
tion und die allgemeine Wirtschaftslage als die wichtigsten Themen, zum Jahresende gewann auch die
Rentenfrage an Bedeutung. Energieversorgung und Ukraine-Krieg spielten auf den Plätzen 4 und 5 eine
untergeordnete Rolle.
Auf europäischer Ebene stand im Jahr 2025 rechtlich-regulatorisch die Umsetzung und Konkretisierung
bereits beschlossener Rechtsakte im Vordergrund. Hierzu zählten insbesondere (1) die weitere Imple-
mentierung der Reform des europäischen Strommarktdesigns mit verstärkter Förderung langfristiger
Absicherungsinstrumente (z. B. Contracts for Difference) und Kapazitätsmechanismen, (2) die Fortschrei-
bung der Maßnahmen aus dem „Green Deal“ einschließlich vorbereitender Schritte zur Erreichung der
Klimaziele 2040, (3) die praktische Anwendung des europäischen Data Act sowie erste Umsetzungsan-
forderungen aus dem AI Act mit Auswirkungen auf Datenmanagement, IT-Architekturen und Compli-
ance in Energieunternehmen, (4) regulatorische Initiativen zur Beschleunigung von Genehmigungsver-
fahren für Netze, Speicher und erneuerbare Anlagen, und (5) die Weiterentwicklung des europäischen
Wasserstoffmarktrahmens, insbesondere hinsichtlich Zertifizierung, Infrastrukturplanung und Förderme-
chanismen.Seite 9 von 58
Anlage 4 / 4
Stadtwerke Bonn GmbH (SWB), Bonn
Auf nationaler Ebene ließen neue energie- und klimapolitische Weichenstellungen nach dem politischen
Wechsel 2025 zunächst auf sich warten. Die damit verbundenen Unsicherheiten gilt es zügig zu beseiti-
gen. Als Grundlage für die Neuausrichtung der Energiewende wurde im Auftrag des Wirtschaftsministe-
riums ein Monitoringbericht erstellt, der Handlungsbedarf identifizierte und u.a. festgestellt, dass die
Strombedarfsprognose einer Korrektur bedarf, der Windkraft-Ausbau zu langsam erfolgt, im Verteilnetz
ein Investitionsbedarf von mehr als 235 Mrd. € besteht und für die Versorgungssicherheit ein funktio-
nierender Kapazitätsmechanismus benötigt wird. Politische Ableitungen erfolgten in Form eines 10-
Punkte-Plans. Unabhängig davon ist aber die Zukunft notwendiger Gesetze noch unklar. So ist z.B. die
GEG-Novelle inhaltlich noch nicht greifbar, Eckpunkte sollen Anfang 2026 veröffentlicht werden, die No-
velle der AVBFernwärmeV soll im Laufe des Jahres 2026 vorliegen, die BEW-Förderung wurde leicht auf-
gestockt, aber bisher nicht in ein Gesetz überführt, die Änderungen bei der Wärmeplanung sind bisher
nicht absehbar, die Umsetzung der Gasbinnenmarkt-Richtlinie ist ebenfalls noch ausstehend und der
Start des neuen Emissionshandels (ETS 2) wurde bereits um ein Jahr verschoben; nationale Bepreisung
wird weiter gelten, bevor 2028 der EU-weite Emissionshandel übernimmt. Es bedarf eines stabilen ge-
setzlichen Rahmens, damit die Marktteilnehmer in verantwortungsvoller Weise die für die Energiewende
notwendigen Investitionsentscheidungen treffen und Risiken übernehmen können.
2.1.2 Öffentlicher Personennahverkehr
Im Jahr 2025 nutzten nach Berechnungen des Branchenverbands VDV rund 9,86 Milliarden Fahrgäste
die Angebote des deutschen ÖPNV. Dies entspricht einem Zuwachs von etwa 60 Millionen Kundinnen
und Kunden im Vergleich zum Vorjahr. Damit liegt die Branche noch immer unter dem Fahrgastaufkom-
men aus dem Rekordjahr 2019, als über 10,4 Milliarden Fahrgäste in Bussen und Bahnen unterwegs
waren. Die wirtschaftliche Lage der Verkehrsunternehmen und Verbünde bleibt indes trotz des Kunden-
zuwachses angespannt. Kostenseitig waren im Jahr 2025 insbesondere die erneut deutlich gestiegenen
Personalkosten ein wesentlicher Faktor, der die Branche wirtschaftlich weiter unter Druck gesetzt hat.
Die Preiserhöhung des Deutschlandtickets im Jahr 2025 von monatlich 49 € auf 58 € führte zu einer
Kündigungsquote von circa 8 %. Insgesamt nutzten zum Jahresende 2025 rund 14,6 Millionen Menschen
das Deutschlandticket. 74 % davon waren Standard-Deutschlandtickets, 15 % Jobtickets und 11 % Se-
mestertickets.
2.1.3 Müllverwertung
In Deutschland sind rund 100 Thermische Abfallbehandlungsanlagen (TAB) im Jahr 2025 in Betrieb. Das
gesamte Mengenaufkommen der TAB in Deutschland ist insgesamt noch stabil. Der Anteil der in den
TAB entsorgten Siedlungsabfälle gegenüber vorbehandelten Abfällen geht laut Statistiken der Interes-
sensgemeinschaft der thermischen Abfallbehandlungsanlagen in Deutschland (ITAD) kontinuierlich
langsam zurück. Die thermische Gesamtleistung der TAB in Deutschland erhöht sich dagegen aufgrund
moderat steigender Heizwerte. Die Thermische Abfallbehandlung entsorgt zuverlässig nicht recycelbare
Abfälle und erzeugt damit verlässliche und bezahlbare Energie für Strom- und Fernwärmekunden. Um-
welt-, Klima- und Ressourcenschutz nehmen dabei einen zunehmenden Stellenwert in der Kreislaufwirt-
schaft ein und stellen TABs mit der Lieferung für hochwertige Sekundärrohstoffe, der Erschließung neuer
Mineralik-Ressourcen sowie der Zielsetzung von CO2-Minderungszielen vor neue Herausforderungen.
Nach Einschätzung der Geschäftsführung muss sich die thermische Abfallverwertung langfristig – d.h.
mit Blick auf die kommenden 4 bis 5 Jahrzehnte- zu einer Übergangstechnologie entwickeln, die auf dasSeite 10 von 58
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Stadtwerke Bonn GmbH (SWB), Bonn
Ziel einer abfallarmen und recyclingorientierten Gesellschaft einzahlt, an der Erreichung dieses Ziels pro-
aktiv beteiligt ist und gleichzeitig die von ihr erwarteten Energielieferungen sicherstellt.
Die Nutzung der bei der thermischen Verwertung entstehenden – als erneuerbare sowie unvermeidbar
eingestufte – Abwärme hat einen hohen Stellenwert. Sie trägt zur Energieeffizienz, Ressourcenschonung,
zum Klimaschutz sowie Wirtschaftlichkeit bei. Strom- und Fernwärme wird als bezahlbare Energie er-
zeugt, fossile Energieträger wie Kohle und Gas werden substituiert, Treibhausgasemissionen werden
durch nachhaltige Energieversorgung gesenkt, Kommunen werden bei der Umsetzung des Wämepla-
nungsgesetzes (WPG) unterstützt und profitieren durch Einsparungen bei der Wärmeversorgung.
Seit dem 01. Januar 2024 ist die gesamte Abfallverbrennung in das Brennstoffemissionshandelsgesetz
(BEHG) aufgenommen worden. Abfälle unterliegen somit der CO2-Bepreisung und TAB-Betreiber müs-
sen für die Freisetzung fossilen CO2 entsprechende Emissionszertifikate erwerben. Gleichzeitig sind sie
bei der Deutschen Emissonshandelsstelle (DEHST) überwachungs- und prüfpflichtig.
Der in Deutschland eingeführten „BEHG-Aufschlag“ auf fossile Brennstoffe hat sich – entgegen Befürch-
tungen - nicht auf die zu verwertenden Abfallmengen in Deutschland ausgewirkt. Auch flossen die Ab-
fallströme nicht wie befürchtet ins benachbarte EU-Ausland ab. Eine Lenkungswirkung ist damit bislang
noch nicht feststellbar.
2.2 Geschäftsverlauf
Die für die Gesellschaft bedeutsamsten Leistungsindikatoren sind das Beteiligungsergebnis sowie das
Jahresergebnis.
Das prognostizierte Beteiligungsergebnis, das im Wesentlichen aus der Gewinnausschüttung der SWBB
sowie den Aufwendungen im Rahmen der Ausgleichszahlungen des öffentlichen Dienstleistungsauftrags
(öDA) resultiert, betrug laut Wirtschaftsplan 2025 rd. -40,6 Mio. €. Tatsächlich lag das Beteiligungser-
gebnis mit rd. -38,4 Mio. € um etwa 2,2 Mio. € über der Prognose. Grund für die Abweichung sind die
gestiegenen Erträge aus Beteiligungen in Höhe von 2,2 Mio. €.
Das Jahresergebnis der SWB wurde mit rd. -1,6 Mio. € prognostiziert und mit einem Jahresüberschuss
von rd. 2,1 Mio. € um etwa 3,7 Mio. € übertroffen. Dies resultiert im Wesentlichen aus den um 5,0 Mio. €
höheren Umsatzerlöse sowie die um 4,3 Mio. € geringeren sonstigen betrieblichen Aufwendungen. Ge-
genläufig erhöhten sich die Materialaufwendungen um 5,1 Mio. € und die Personalkosten um 1,4 Mio. €
gegenüber der Prognose.
Der Geschäftsverlauf der SWB wird im Wesentlichen davon geprägt, die kaufmännischen Kernaufgaben
in der Konzernholding zu bündeln und diese Dienstleistungen geschäftsbesorgend für alle Tochterun-
ternehmen zu Marktpreisen anzubieten und abzuwickeln. Die Abrechnung dieser Tätigkeiten erfolgt im
Rahmen von Geschäftsbesorgungsverträgen, deren Umfang jährlich an die Gegebenheiten angepasst
wird.
Sollten daneben weitere Aufgaben für Tochtergesellschaften übernommen werden, erfolgt deren Ab-
rechnung rein nach dem Aufwandsprinzip. Darüber hinaus wurde seit 2015 das Maklergeschäft von der
MVA übernommen. Dementsprechend agiert die SWB erfolgreich als Makler für das Entsorgungsge-
schäft mit der Returo.Seite 11 von 58
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Stadtwerke Bonn GmbH (SWB), Bonn
Im Jahr 2019 hat der Bonner Stadtrat den Klimanotstand ausgerufen und sich durch einen Beschluss
zum Ziel gesetzt, bis 2035 Klimaneutralität zu erreichen. Die SWB und ihre Konzerngesellschaften unter-
stützen diese Zielsetzung und haben durch Beschlüsse entschieden, ihre eigenen Leistungen bis spätes-
tens 2035 CO2-neutral zu erbringen. Die CO2-Neutralität tritt ein, wenn alle Kohlenstoffdioxid-Quellen
und -Senken ausgeglichen sind. Die klimafreundliche Gestaltung der Geschäftstätigkeiten und die Ein-
sparung von CO2-Emissionen sind für die Stadtwerke seit jeher ein großes Anliegen. Im Jahr 2020 wurde
daher für das Jahr 2019 eine erste Treibhausgasbilanz erstellt. Diese wird seither jährlich fortgesetzt, um
eine transparente Erfassung der Treibhausgas-Emissionen sicherzustellen. Die Treibhausgasbilanz für
das Geschäftsjahr 2025 wird im Juni 2026 den Gremien vorgestellt. Im Vergleich zum THG-Bilanz-Basis-
jahr 2019 konnten die CO2-Emissionen bereits um 20% gesenkt werden.
Der Rat beauftragte im Mai 2020 die Verwaltung, die im Rahmen des Klimanotstands beschlossenen
Einzelmaßnahmen in einem auf Klimaneutralität bis 2035 ausgerichteten städtischen Umsetzungsplan
einzubetten, der sowohl die Operationalisierung als auch die Finanzierung beschreibt. Alle Maßnahmen
zur Erreichung der Klimaneutralität 2035 sollen auf die mit ihnen erreichbare Emissionsminderung be-
wertet und priorisiert werden.
Der Umsetzungsplan wird mit Zielkorridoren für die CO2-Minderung hinterlegt. Ein regelmäßiges Moni-
toring soll die Maßnahmen begleiten. Beim Nichterreichen der Zwischenziele schlägt die Verwaltung
Maßnahmen vor, wie die Klimaneutralität bis 2035 erreicht werden kann. Als ein Bestandteil des Klima-
plans wurde ein „Arbeitsprogramm Klimaschutz“ erarbeitet, welches die sog. Steckbriefe beinhaltet, die
sortiert nach Handlungsfeldern und Handlungsschwerpunkten Aktivitäten vorschlagen. Der SWB-Kon-
zern ist von mehreren Steckbriefen (Haupthandlungsfelder: Energie und Mobilität) betroffen und über-
nahm bei vier Steckbriefen die Federführung. Drei Steckbriefe wurden bereits abgeschlossen.
Für den SWB-Konzern liegt gleichfalls ein Maßnahmenkatalog vor sowie spartenspezifische Strategien,
die eine kontinuierliche Senkung der Treibhausgas-Emissionen bis 2035 absichern. Diese Maßnahmen
und Strategien werden gemeinsam mit den SWB-Aufsichtsräten (AR) in einer Workshopreihe zur CO2-
Neutralität entwickelt. Nach drei Workshops im Jahr 2022 zu den Themenfeldern Wärmewende, Elektri-
fizierung und Wasserstoff fand im Jahr 2023 ein Workshop mit den Themenschwerpunkten CO2-Ab-
scheidung, Optimierung des Beteiligungsportfolios und CO2-Kompensation und im Jahr 2024 ein Work-
shop über das Umsetzungskonzept derjenigen Steckbriefe des Klimaplans der Bundesstadt Bonn, die
die SWB in Federführung übernommen haben, statt.
Im Jahr 2025 wurde ein weiterer AR-Workshop zur Einführung der Corporate Sustainability Reporting
Directive (CSRD) sowie EU-Taxonomie-Verordnung hinsichtlich der Anforderungen für die europäische
Nachhaltigkeitsberichterstattung durchgeführt. Für das Jahr 2026 ist ein weiterer AR-Workshop vorge-
sehen. Dabei wird Ende des Jahres 2026 ein Workshop zur Finanzierung der Transformation der Wär-
meversorgung thematisiert.
Die Workshops verfolgen das Ziel, unter Beteiligung der Aufsichtsräte die einzelnen Themenfelder zu
bearbeiten und Lösungsszenarien zu entwickeln. Damit stellen diese AR-Dialoge eine wesentliche
Grundlage für die Weiterentwicklung der Roadmap zur CO2-Neutralität im Jahr 2035 und der nachhalti-
gen Entwicklung der Stadtwerke Bonn dar.Seite 12 von 58
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Stadtwerke Bonn GmbH (SWB), Bonn
Abgeleitet aus dem Steckbrief des Klimaplans und gemäß des Wärmeplanungsgesetzes wurden die Er-
gebnisse aus der kommunalen Wärmeplanung Anfang 2025 offengelegt. Vom 9. Januar bis zum 7. Feb-
ruar 2025 hatten Bürgerinnen und Bürger sowie beteiligte Akteurinnen und Akteure aus Bonn die Mög-
lichkeit, über die städtischen Beteiligungsplattformen Stellungnahmen zur kommunalen Wärmeplanung
einzureichen. Bei den zahlreichen Eingaben tangieren über die Hälfte dieser einige SWB-Konzerngesell-
schaften direkt. Die Beschlussvorlage der kommunalen Wärmeplanung wurde Mitte März 2025 durch
die Stadtverwaltung dem Ausschuss für Wohnen, Planung und Bauen, Ausschuss für Umwelt, Klima und
Lokale Agenda, Ausschuss für Europa, Internationales, Wissenschaft, Wirtschaft und Arbeit, den Bezirks-
vertretungen sowie dem Stadtrat vorgelegt. Der Wärmeplan wurde am 03. Juli 2025 im Stadtrat behan-
delt und am 08. Juli 2025 vorbehaltlich der Beratung im Ausschuss für Wohnen, Planung und Bauen
geändert und als strategische Planungsgrundlage für eine treibhausgasneutrale, kosteneffiziente und
sozial verträgliche Wärmeversorgung im Stadtgebiet beschlossen. Der Plan ist bei allen Planungen, Pro-
zessen und Entscheidungen in der Stadtverwaltung als Fachplanung zu berücksichtigen.
2.2.1 Energieversorgung
Im Geschäftsjahr 2025 ist ein insgesamt leicht gestiegener Energieabsatz zu verzeichnen, der im We-
sentlichen auf einem gestiegenen Strom- und Gasabsatz beruht. Zurückzuführen ist dies auf einen leich-
ten Kundenzuwachs gegenüber 2024 in Verbindung mit einem etwas höheren Verbrauch aufgrund et-
was günstigerer Preise und einem vermutlich etwas gelockerten Sparverhalten.
Die Umsatzerlöse 2025 liegen mit 543.273 T€ um 58.775 T€ über dem geplanten Umsatz von 484.498 T€.
Die positive Abweichung der Umsatzerlöse gegenüber dem Plan resultiert im Wesentlichen aus gestie-
genen Umsatzerlösen aus der Sparte Strom.
Im Vergleich zur Prognose in Höhe von 49.349 T€ ist das Jahresergebnis 2025 mit 49.530 T€ um 181 T€
höher ausgefallen, was hauptsächlich auf die höheren Umsätze bei Strom zurückzuführen ist.
2.2.2 Öffentlicher Personennahverkehr
Die Erbringung der Verkehrsleistungen im Wege der Direktvergabe an SWBV und SSB im Gebiet der
Bundesstadt Bonn sowie in den mit bedienten Gebietskörperschaften erfolgt durch die Betrauung der
Bundesstadt Bonn gemäß der VO (EG) Nr. 1370/2007 (öDA).
Grundsätzlich erfolgt die Finanzierung nach dem öDA für die Erfüllung der gemeinwirtschaftlichen Ver-
pflichtungen entstehenden Aufwendungen in erster Linie durch die Fahrgeldeinnahmen (entsprechend
den jeweils gültigen Einnahmeaufteilungsverfahren) sowie Fahrgeldersatzeinnahmen, Ausgleichszahlun-
gen auf Basis allgemeiner Vorschriften, Ausgleichsleistungen anderer Gebietskörperschaften sowie sons-
tige im Zusammenhang mit der Durchführung des Fahrbetriebs erzielte Erträge. Darüber hinaus werden
zur Finanzierung Fördermittel des Landes und Bundes nach Maßgabe der gesetzlichen Regelungen,
Rechtsverordnungen und einschlägigen Zuwendungs- sowie Verwaltungsrichtlinien beantragt.
Reichen die Finanzierungsmittel nicht aus, um sämtliche in diesem öffentlichen Dienstleistungsauftrag
genannten gemeinwirtschaftlichen Verpflichtungen zu finanzieren, dürfen die betrauten Unternehmen
Ausgleichsleistungen des Aufgabenträgers erhalten. Entsprechende Ausgleichsleistungen, insbesondere
durch mittelbare oder unmittelbare Zuschüsse der Bundesstadt Bonn, Bürgschaften oder konzerninterneSeite 13 von 58
Anlage 4 / 8
Stadtwerke Bonn GmbH (SWB), Bonn
Verrechnung im Rahmen des steuerlichen Querverbundes, können an die betrauten Unternehmen ge-
währt werden.
Zum 01. September 2025 wurden die Fahrradmietsysteme des RSK und der Bundesstadt Bonn unter
dem neuen Namen Welo zusammengefasst. Welo löst die bisherigen Fahrradmietsysteme der Regionen
ab und dient demnach als regionales Fahrradmietsystem, welches den Nutzen des Systems innerhalb
der Region grenzenlos ermöglicht.
Von den insgesamt 28 neuen Skoda-Niederflurbahnen gingen vier bereits 2024 in den Betrieb. Im da-
rauffolgenden Jahr wurden 23 weitere Fahrzeuge durch den Betriebsleiter BOStrab zugelassen, bis am
24. März 2026 schließlich der letzte Wagen die Serie vervollständigte. Die modernen Niederflurfahrzeuge
sind auf dem aktuellsten Stand der Technik und versprechen somit einen zuverlässigen sowie langfristi-
gen Betrieb. Zu nennen sind hierbei praktische Ausstattungs- und Gestaltungsmerkmale wie die verbes-
serte Ausleuchtung im Innern für die Fahrgäste. Diese sorgt zudem für eine erhöhte Sichtbarkeit im
Dunkeln von außen. Dank der hellen und energiesparenden LED-Beleuchtung sind die neuen Bahnen
auch in der dunklen Jahreszeit und nachts gut sichtbar.
Die Umsatzerlöse belaufen sich auf 129.102 T€ und liegen um 1.297 T€ über dem Prognosewert
(127.805 T€) für 2025. Ursächlich hierfür sind im Wesentlichen die gestiegenen Fahrgeldeinnahmen nach
Verbund (4.961 T€), die gestiegenen Leistungen für SSB (1.317 T€) sowie die gestiegenen sonstigen VRS-
Einnahmen (722 T€). Gegenläufig sind die Leistungen für Dritte um 6.145 T€ gesunken.
Zum 01. Januar 2026 wurden die Tarife im VRS-Verbundgebiet um durchschnittlich 1,9 % erhöht. Zum
selben Zeitpunkt stieg der Preis des Deutschlandtickets um fünf € auf 63 € je Monat.
Das negative Jahresergebnis (vor Ergebnisübernahme) beläuft sich im Berichtsjahr auf 7.370 T€ und liegt
damit um 702 T€ unter dem prognostizierten Wert von 6.668 T€. Die Abweichung resultiert im Wesent-
lichen aus einer geringeren öDA-Ausgleichszahlung. Ergänzend wird zur operativen Einordnung darauf
hingewiesen, dass sich der Verlust vor öDA (ohne RSK-Anteil) gegenüber der ursprünglichen Planung
positiv entwickelt hat.
2.2.3 Müllverwertung
Um einen wirtschaftlichen Betrieb einer technisch anspruchsvollen Abfallverwertungsanlage gewährleis-
ten zu können, ist eine gute Auslastung bei gleichzeitiger hoher technischer Verfügbarkeit der vorhan-
denen Kapazitäten unbedingte Voraussetzung. Die Zeitverfügbarkeit der MVA lag im Jahr 2025 mit
94,1 % um 4,3%-Punkte sowohl unter dem Vorjahresniveau, als auch unter dem Planwert. Die diesmal
relativ niedrige Verfügbarkeit wurde zum einen verursacht durch einen Müllbunkerbrand als auch durch
unzulässige Störstoffe in den angelieferten Abfällen. Aufgrund dieser Abfälle mussten die Linien teilweise
außer Betrieb genommen oder die Durchsatzmengen gedrosselt werden.
Aufgrund der reduzierten Verfügbarkeit sowie geringerer Abfallmengen des REK und der returo lag die
Durchsatzleistung der thermisch entsorgten Abfallmengen im Geschäftsjahr mit 248.251 Mg unter dem
Planwert in Höhe von 252.000 Mg und mit 9.453 Mg oder 3,7 % unter dem Vorjahreswert.Seite 14 von 58
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Stadtwerke Bonn GmbH (SWB), Bonn
Die Gesamtleistung beläuft sich auf 48.188 T€ (inkl. BEHG-Zuschläge) und liegt mit 1.006 T€ unter der
im Vorjahr getätigten Prognose (49.194 T€). Die Dampferlöse liegen im Jahr 2025 mit insgesamt 300 T€
unter dem Planwert. Die Erlöse aus der Abfallverbrennung (inkl. BEHG-Erlöse aus der CO₂-Abgabe) liegen
um 1.056 T€ niedriger als geplant.
Das Jahresergebnis (vor Ergebnisabführung) liegt im Berichtsjahr mit 1.475 T€ um 285 T€ über dem
prognostizierten Ergebnis für 2025 in Höhe von 1.189 T€ und entspricht damit weitgehend der Prognose.Seite 15 von 58
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Stadtwerke Bonn GmbH (SWB), Bonn
Der insbesondere durch die gestiegenen Energiebezugskosten temporär erhöhte Liquiditätsbedarf in
der Sparte Versorgung wird durch eine Kreditlinie (100 Mio. €) der Bundesstadt Bonn an die SWB als
Cash-Pool Führerin gedeckt. Weitere 65 Mio. € Kreditlinienvolumen werden der Cash-Pool-Führerin
durch Banken bereitgestellt.
2.3.3 Vermögenslage
2025
in T€
2024
in T€
Veränderung
in T€
Veränderung
in %
Bilanzsumme 292.415 348.857 -56.442 -16,2
Anlagevermögen 197.570 192.510 5.060 2,6
Umlaufvermögen und RAP 94.845 156.347 -61.502 -39,3
Eigenkapital 160.485 158.424 2.061 1,3
Eigenkapitalquote in % 54,9 45,4
Rückstellungen 34.101 37.629 -3.528 -9,4
Verbindlichkeiten 97.829 152.804 -54.975 -36,0
Fremdkapitalquote in % 45,1 54,6
Anlagendeckungsgrad II in % 96,2 101,0
Die Bilanzsumme der SWB ist von 348.857 T€ im Vorjahr um 56.442 T€ auf 292.415 T€ im Berichtsjahr
gesunken. Dies liegt im Wesentlichen auf den Rückgang der Verbindlichkeiten gegenüber der Bun-
desstadt Bonn um 49.473 T€, da die Kreditlinie der Bundesstadt Bonn gegenüber dem Vorjahr um
50.000 T€ reduziert worden ist.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind um 21.797 T€ aufgrund planmäßiger Tilgung von
Darlehen gesunken. Gegenläufig sind die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen um
13.091 T€ aufgrund höherer Verbindlichkeiten aus dem Konzern-Cash-Pool gegenüber den SWB-Ge-
sellschaften gestiegen.
Die Bilanz der Gesellschaft wird aufgrund ihrer Holdingfunktion stark geprägt von den Finanzanlagen
und den Forderungen gegen verbundene Unternehmen sowie den Verbindlichkeiten gegenüber Kredit-
instituten und verbundenen Unternehmen.
Die Finanzanlagen belaufen sich auf 132.825 T€ (Vorjahr 133.134 T€) und die Forderungen gegen ver-
bundene Unternehmen auf 66.582 T€ (Vorjahr 142.889 T€). Die entsprechenden Verbindlichkeiten ge-
genüber verbundenen Unternehmen belaufen sich auf 48.259 T€ (Vorjahr 35.167 T€) und die Verbind-
lichkeiten gegenüber Kreditinstituten auf 16.197 T€ (Vorjahr 37.994 T€).
2.4 Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf und zur wirtschaftlichen Lage
Die Geschäftsführung ist mit dem Geschäftsverlauf und der wirtschaftlichen Entwicklung im abgelaufe-
nen Geschäftsjahr, unter Berücksichtigung der schwierigen Rahmenbedingungen durch die weiterhin
anhaltenden Auswirkungen der geopolitischen Spannungen und Konflikte sowie der daraus resultieren-
den Auswirkungen, zufrieden.Seite 16 von 58
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Stadtwerke Bonn GmbH (SWB), Bonn
2.5 Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren
Personal- und Sozialbereich
Insgesamt waren im Jahr 2025 (Stand Dezember 2025) bei der SWB 456 Mitarbeitende beschäftigt, da-
von 88 in Teilzeit (entspricht 20%) und 18 Auszubildende. Eine Auszubildende der SWB GmbH konnte
ihre Ausbildung als Industriekauffrau als Kammerbeste im Bezirk der IHK Bonn-Rhein/Sieg abschließen.
Ein wesentlicher Fokus lag in 2025 darauf, die Strukturen und Prozesse im Personalbereich noch stärker
an den Strategischen Zielen der SWB auszurichten und damit den Anforderungen der Zukunft als Ar-
beitgeber noch besser begegnen zu können.
Nachhaltigkeit
Die Veröffentlichung der „Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD)“ im Dezember 2022 und
ihre Umsetzung in nationales Recht erweitert die Anzahl an Unternehmen, die eine Nachhaltigkeitsbe-
richterstattung durchzuführen haben und weitet die Berichtsvorschriften aus. Ziel der Richtlinie ist es,
durch einheitliche Maßstäbe eine bessere Messbarkeit und Vergleichbarkeit der Unternehmen sicherzu-
stellen. Unternehmen haben über die Auswirkungen des eigenen Geschäftsbetriebs auf die Umwelt und
Menschen sowie über die Auswirkungen von Nachhaltigkeitsaspekten auf das Unternehmen zu berich-
ten.
Für die Implementierung der europäischen CSRD (Nachhaltigkeitsberichterstattung) wurde bereits die-
ses Jahr vorbereitende Maßnahmen im Rahmen eines gemeinsamen ASEW-Projektes mit zahlreichen
Stadtwerken zur doppelten Wesentlichkeitsanalyse gestartet, um entsprechende Strukturen zur Bericht-
erstattung für das erste Berichtsjahr aufzubauen.
Damit die Anforderungen der Nachhaltigkeitsberichterstattung nach CSRD und ihre Berichtspflicht für
deutsche Unternehmen in Kraft treten, bedarf es einer Umsetzung der EU-Richtlinie in nationales Recht.
Dies hätte in Deutschland bis zum 06. Juli 2024 abgeschlossen werden müssen, ist bis Ende 2025 jedoch
nicht erfolgt. Im November 2024 wurde eine weitere EU-Verordnung angekündigt (Omnibus-VO), wel-
che die EU durch Hebung von Synergien auch in Bezug auf Berichterstattungen, in ihrer Wettbewerbs-
fähigkeit stärken soll.
Bezugnehmend auf diese rechtliche Situation wurden im Rahmen des ersten Entwurfes zur Omnibus-
VO (Februar 2025) umfangreiche Änderungen u.a. in der CSRD, EU-Taxonomie-VO und der CSDDD (eu-
ropäisches Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz) vorgenommen. Die Berichtspflicht für Unternehmen der
Größe der SWB soll nach diesem Entwurf nicht wie in der ursprünglichen Version der CSRD vorgesehen
für das Geschäftsjahr 2025, sondern erst für das Geschäftsjahr 2027 gelten. Der Umsetzungsprozess der
Omnibus-VO dauert an. Sobald die Verordnung im Europäischen Amtsblattveröffentlicht ist, muss diese
binnen 12 Monaten in das nationale Gesetz der Mitgliedsstaaten übertragen werden.Seite 17 von 58
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CO2-Neutralität
Aus Basis des strategischen Ziels der CO2-Neutralität sowie des Ratsbeschlusses der Bundesstadt Bonn,
wurde eine Reduktionsstrategie erarbeitet. Diese Strategie verfolgt das Ziel, die eigenen Leistungen bis
2035 CO2-neutral zu erbringen. Die CO2-Neutralität tritt ein, wenn alle Kohlenstoffdioxid-Quellen und -
Senken ausgeglichen sind.
Hierfür werden seit dem Geschäftsjahr 2019 jährlich CO2 -Bilanzen erstellt, aus denen sich ableiten lässt,
wo sich die CO2-Treiber im SWB-Konzern befinden. Auf Basis dieser Erkenntnisse wurden in den Folge-
jahren wie auch in 2025 gezielte Maßnahmen entwickelt und umgesetzt, um den CO2-Ausstoß zu ver-
ringern. Im Vergleich zum THG-Bilanz-Basisjahr 2019 konnten die CO2-Emissionen bereits um 20 %
gesenkt werden.
Klimaschutz
Energieversorgung
Als kommunaler Energieversorger mit seiner über 140-jährigen Geschichte trägt die EnW eine besondere
Verantwortung zur Erfüllung der Klimaschutzziele der Bundesstadt Bonn. Nachhaltigkeit, Energieeffizi-
enz und Investitionen in die Zukunft sind dabei drei wichtige Eckpfeiler. Schon seit jeher orientiert sich
die EnW beim unternehmerischen Handeln an den Zielen einer nachhaltigen Entwicklung.
Die EnW setzt die Energiewende vor Ort um, fördert innovative Technologien und schafft so die Voraus-
setzungen für eine klimafreundliche Mobilität. Der Bereich Großanlagen-Contracting, wo beispielsweise
Hybridanlagen (Luft/Wasser Wärmepumpe & Spitzenlastkessel) u.a. für das Städtisches Gebäudema-
nagement Bonn (SGB) und auch im gewerblichen Bereich in Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis für erheb-
lichen Emissions-Reduzierungen sorgen, machen die Versorgung für den Kunden zukunftssicher.
Dafür setzt sie auf eine stete Steigerung der Energieeffizienz und den zunehmenden Einsatz nachwach-
sender Rohstoffe. Die Orientierung an diesen Zielen wird an vielen Stellen des unternehmerischen Han-
delns deutlich: Bei der Modernisierung des HKW-Nord und dem Einbau einer neuen wasserstofffähigen
Gasturbine oder auch bei der Planung einer Flusswassergroßwärmepumpe. Auch in der Kommunikation
spielt Nachhaltigkeit eine wesentliche Rolle, das zeigt sich u.a. an der Kampagne Meine Klimawerke –
Gemeinsam CO2 reduzieren, der Energiemesse Klima.Werk.Stadt. oder dem mittlerweile etablierten For-
mat des Energiegipfels.
Durch die Verstetigung des Ausbaus der öffentlichen und teilöffentlichen Ladeinfrastruktur in Bonn auf
Grundlage eines erstellten Ausbaupfades wird den gestiegenen Anforderungen des Klimaschutzes und
der Luftreinhaltung Rechnung getragen. So sind bereits heute über 640 öffentliche Normal- und Schnell-
lademöglichkeiten auf dem Bonner Stadtgebiet entstanden. Ende 2025 sind es über 1.800 private, ge-
werbliche und öffentliche Ladepunkte.
Im Bereich Photovoltaik (PV) wurde und wird der Ausbau der Erzeugungskapazitäten weiter vorange-
trieben. Bis Ende des Jahres 2025 waren auf städtischen und SWB-Liegenschaften Anlagen mit rund
2.400 kWp in Betrieb. Inklusive privater und gewerblicher Objekte sind bis Ende 2025 insgesamt Anlagen
mit rund 4.200 kWp umgesetzt worden.Seite 18 von 58
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Öffentlicher Personennahverkehr
ÖPNV und der Umweltgedanke sind untrennbar miteinander verbunden. Busse und Bahnen bewegen
nicht nur Menschen, sondern bringen auch den Klimaschutz voran. Der umweltfreundliche ÖPNV ist ein
wichtiger strategischer Partner zur Verwirklichung der Klimaschutzziele.
Die SWBV fühlt sich dem schonenden Umgang mit den natürlichen Ressourcen schon seit Jahren ver-
pflichtet. So werden beispielsweise die Elektrobus- und Bahnleistungen mit zertifiziertem Ökostrom
CO2-neutral erbracht und die Fahrdienstmitarbeiter im Hinblick auf eine energiesparende Fahrweise re-
gelmäßig geschult.
Die SWBV treibt die Wende von Verbrennungsmotoren hin zur Elektromobilität weiter voran. Bis 2035
ist die vollständige Elektrifizierung der Busflotte geplant. Um den ÖPNV zu einer attraktiveren Alternative
zu machen, werden in den kommenden Jahren sukzessive neue Bahnen in Betrieb genommen.
Auch der Rhein-Sieg-Kreis verfolgt mit der konsequenten Fortschreibung seines Nahverkehrsplanes das
Ziel, den öffentlichen Personennahverkehr und die Nahmobilität der Menschen zu stärken. Die bereits
begonnenen Klimaschutzaktivitäten aus dem „Maßnahmenprogramm 2025 des Rhein-Sieg-Kreises für
den Klimaschutz“ werden im Rahmen einer „Treibhausgasneutralitätsstrategie“ fortgesetzt. Zur Errei-
chung der hierin formulierten Ziele fällt der Ausgestaltung des ÖPNVs eine wichtige Rolle zu.
Ein Schlüssel für die Akzeptanz und den Nutzen des ÖPNV-Angebots ist nicht zuletzt eine moderne und
emissionsarme Fahrzeugflotte mit ausreichendem Platzangebot. Alle Solo- und Gelenkbusse ent-
sprechen mindestens der Euro-VI-Norm oder sind gleichwertig.
Von den Dieselbussensind 54 Busse Mild-Hybrid-Busse. Jeder dieser Busse spart laut Angaben des Her-
stellers gegenüber einem vergleichbaren Stadtbus mit herkömmlicher Motorisierung bis zu 26 Tonnen
CO2 pro Jahr und durchschnittlich 10 % Kraftstoff ein. Sie erfüllen die Abgasnorm Euro 6d und entspre-
chend damit der den neusten gültigen Abgasnormen. Die neuen Mild-Hybrid-Gelenkbusse haben vier
Türen für den Aus- und Einstieg, wodurch der Fahrgastwechsel an den Haltestellen beschleunigt wird.
Als zukunftsorientierter ÖPNV-Dienstleister beschreitet die Gesellschaft auch neue Wege bei der Ent-
wicklung und Erprobung von umweltschonender Antriebstechnologien im Fahrzeugsektor.
Bereits 2021 wurden sieben Elektrobusse in Betrieb genommen, um wichtige, praktische Erfahrungs-
werte bezüglich der Transformation des Fuhrparks generieren zu können. Diese sind als Ergänzung für
die zur Erbringung der Linienverkehrsleistung benötigten Dieselbusse zu sehen.
2025 wurden zehn Elektro-Solobusse der Firma Daimler als Ersatz für ältere Dieselfahrzeuge in Betrieb
genommen. Elf weitere Fahrzeuge gleichen Typs wurden bereits beschafft und werden voraussichtlich
Anfang 2027 eingeflottet. Damit werden Anfang 2027 28 Elektrobusse im Bestand der SWBV sein.
Die SWBV hat sich mit Erfolg auf eine Fördermaßnahme für emissionsfreie Stadtbusse durch den Bund
beworben. Die Förderung beträgt 80% der Investitionsmehrkosten im Vergleich zu Dieselfahrzeugen,
maximal 6,46 Mio. €. Dadurch wird der SWBV ermöglicht, 30 weitere elektrisch angetriebene Busse zu
beschaffen, welche voraussichtlich. bis zum Jahr 2028 geliefert werden.Seite 19 von 58
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Für die Fahrzeuge der 4. und 5. Serie wurden die Projekte ZEultralight und ZElight beschlossen.
Hierbei wird das Paket ZEultralight auf die Fahrzeuge der 4. Bauserie angewendet und ermöglicht einen
Weiterbetrieb der Fahrzeuge für mindestens fünf Jahre, um diese dann durch neue Fahrzeuge zu erset-
zen. Das 15. Und damit letzte Fahrzeug der Serie konnte im November 2025 erfolgreich umgebaut wer-
den. Die Maßnahme ist damit erfolgreich abgeschlossen.
Das Paket ZElight findet Anwendung auf die Fahrzeuge der 5. Bauserie und ermöglicht einen Weiter-
betrieb der Fahrzeuge für 10 – 12 Jahre, um diese dann gemeinsam mit den Fahrzeugen K5000 durch
Neufahrzeuge ersetzen zu können. Die Umbaumaßnahmen haben im Jahr 2024 mit dem Teilprojekt
Fahrgasttüren begonnen. Die Fertigstellung ist für Ende 2027 geplant.
Beschaffungsschwierigkeiten der Kunststoffkomponenten des Türblatts, aufgrund einer geänderten
Brandschutznorm, fehlenden Nachweise zur Einreichung bei der Technischen Aufsichtsbehörde und un-
geplante Adaptierungsanpassungen, zwischen Wagenkasten und Türantrieb, haben dazu geführt, dass
der erste Prototyp, zur Ermittlung der Gebrauchsfähigkeit, voraussichtlich Ende des 1. Quartals 2026 in
den Fahrgastbetrieb übergeben wird.
Die weiteren Inhalte des Pakets werden, aufgrund von Priorisierung von Projekten aus dem Ressort
Digitalisierung, ab dem II. Quartal 2026 in die Fertigung eingesteuert.
Durch die vom Rat der Bundesstadt Bonn und dem Kreistag des Rhein-Sieg-Kreises beschlossene Fort-
schreibung des Nahverkehrsplans und der damit einhergehenden Weiterentwicklung des Stadtbahnan-
gebots haben die SWBV und die SSB die hierfür notwendigen 22 Stadtbahnfahrzeuge (davon 12 Fahr-
zeuge für die SWBV) im 1. Halbjahr 2022 bestellt.
Darüber hinaus wurde im 2. Halbjahr 2022 und Ende 2023 die Option für weitere zehn Fahrzeuge als
Ersatz für die vierte Serie (davon vier Fahrzeuge für die SWBV), u.a. zur Taktverdichtung der Linie 18 und
zur Verlängerung der Linie 63 bis zum Gewerbepark Buschdorf/Nordfriedhof, gezogen und ebenfalls
bestellt.
Die SWBV hat Ende 2019 26 Niederflurstraßenbahnen bestellt. Die Bestellung umfasste auch eine Option
für weitere 2 Niederflurbahnen.
Die SWBV wurde im Juli 2022 von der Bundesstadt Bonn beauftragt, zwei zusätzliche Fahrzeuge zu
beschaffen, weil zukünftig der Takt der Linie 61 zwischen Auerberg und Bonn Hauptbahnhof auf einen
5-Minuten-Takt verdichtet werden soll. Die Bestellung erfolgte im Juli 2022.
Die Fertigstellung und Auslieferung der ersten beiden Niederflurstraßenbahnen erfolgten in 2025. Ent-
sprechende Testfahrten im Netz, Schulungen für Fahrpersonal und Werkstatt sowie der Inbetriebnah-
meprozess der Technischen Aufsichtsbehörde wurden abgeschlossen. Der Betrieb der Altfahrzeuge
wurde bis Ende 2025 durch die Aufsichtsbehörde, ohne Auflagen, genehmigt. Eine verlängerte Nutzung
von sechs benannten Altfahrzeugen wurde durch die SWBV bei der Aufsichtsbehörde beantragt. Eine
entsprechende Genehmigung konnte für einen Weiterbetrieb bis Ende des II. Quartals 2026 erteilt wer-
den.Seite 20 von 58
Anlage 4 / 18
Stadtwerke Bonn GmbH (SWB), Bonn
Derzeit befinden sich sämtliche der 28 Fahrzeuge auf dem Betriebshof Beuel. Noch im Jahr 2025 konnte
die Freigabe für die Nutzung aller für diese Fahrzeuge relevanten Strecken erzielt werden. Für das letzte
Fahrzeug fand im März 2026 eine Abnahme durch den Betriebsleiter statt. Die letzten beiden Fahrzeuge
sind noch nicht im Fahrgastbetrieb, da noch eine Bestätigung der Konformitätserklärung seitens der
Technischen Aufsichtsbehörde aussteht.
3 Prognose-, Chancen- und Risikobericht
3.1 Prognosebericht
3.1.1 Branchenentwicklung
Da die Lage der Gesellschaft wesentlich durch die Entwicklung bei der SWBB und ihren Tochtergesell-
schaften geprägt wird, ist die SWB maßgeblich von den Geschäftsentwicklungen der Tochtergesellschaf-
ten abhängig.
3.1.2 Unternehmensentwicklung
Energieversorgung
Insgesamt ist die Kundenfluktuation durch die aktuellen Bedingungen nach wie vor schwer planbar. Die
Dynamik hat sich etwas beruhigt, die geopolitischen Unsicherheiten werden die Energiepreise aber wei-
terhin stark beeinflussen. Die seriöse Beschaffungs- und Preisstrategie der EnW kann phasenweise auch
zu einer Preisposition führen, die von einzelnen Wettbewerbern mit temporär niedrigen Angebotsprei-
sen angegriffen wird und ggf. zu Kundenverlusten führt.
Das 2024 gestartete vertriebliche Weiterentwicklungsprogramm wird fortgesetzt. Dabei wurden die Rah-
menbedingen geschaffen, den bei Privat- und Gewerbekunden angestrebten Marktanteil erreichen und
dauerhaft halten zu können. Dazu zählen u.a. Kündigungsprävention, Kundenrückgewinnung, Direktver-
marktung, Platzierung der Produkte auf Vergleichsportalen, Neukundenboni und Kundenempfehlungs-
programm, um nur einige zu nennen.
Der Vertrieb von Produkten in neuen Absatzmärkten und die offensive Positionierung der EnW als Ener-
giedienstleister soll das Ergebnis in den nächsten Jahren zunehmend stabilisieren und steigern. Hierzu
zählen z. B. das Angebot von Mieterstrom, Wärme-Contracting und spezielle E-Auto Tarife.
Unverändert wird auch das Ziel verfolgt, die EnW als „den“ regionalen Versorger zu positionieren, der
aus der Region kommt und für die Region da ist. Diese Zielsetzung wird schon heute durch zahlreiche
lokale Kooperationen – wie z. B. mit dem Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümerverein, der Kreis-
handwerkerschaft usw. – verfolgt. Zudem können sich Bonner Bürger durch Bürgerbeteiligungen an der
Errichtung von PV-Anlagen im Stadtgebiet beteiligen und finanziell profitieren.
Um eine nachhaltige Stärkung der Marktposition zu gewährleisten, wird die Suche nach Kooperations-
möglichkeiten weiter fortgesetzt. Hier ist u.a. die Zusammenarbeit mit der Trianel-Gruppe zu erwähnen,
an der eine Vielzahl deutscher Stadtwerke beteiligt ist, aber auch die Zusammenarbeit mit anderen Ener-
gieversorgern in der Region, wie der RheinEnergie AG und anderen Partnern, wie z.B. der BREKO (Bun-
desverband Breitbandkommunikation e.V.) im Geschäftsfeld Lichtwellenleiter.Seite 21 von 58
Anlage 4 / 19
Stadtwerke Bonn GmbH (SWB), Bonn
Die EnW ist gut positioniert und bereit, sich den besonderen Herausforderungen der Energiewirtschaft
zu stellen. Der Wettbewerb um Sondervertrags- und Bündelkunden sowie das erforderliche Know-how
in wettbewerbsrelevanten Bereichen, wie dem Energieeinkauf, dem Energiehandel und dem Aufbau von
Vertriebssystemen, werden die Entwicklung der folgenden Jahre maßgeblich beeinflussen.
Eine besondere Herausforderung stellt die Umsetzung der Digitalisierung der Energiewirtschaft dar. Die
Anforderungen der Kunden hinsichtlich eines vollumfänglich digitalen Services müssen erfüllt werden.
Zusätzlich verlangt der Markt- und Wettbewerbsdruck schlanke, digitale Prozesse. Dabei hat die Daten-
sicherheit eine hohe Priorität.
Für das Jahr 2026 wurden Umsatzerlöse in einer Größenordnung von insgesamt 473 Mio. € geplant,
denen sinkende Strom-, Gas- und Wasser-Umsätze sowie steigende Fernwärme-Umsätze zugrunde lie-
gen. Kalkulationsgrundlage sind im Vergleich zum Jahr 2025 sinkende Strom-, Gas- und Wassermengen
und leicht steigende Fernwärmemengen, sowie sinkende Strom- und Gaspreise aufgrund der für April
2026 vorgesehene Preisanpassung, welche den gesunkenen Beschaffungskosten und dem Wegfall der
Gasspeicherumlage Rechnung trägt. Für die Grundversorgungstarife und die meisten anderen Strom-
und Gastarife führt dies zu einer Preissenkung.
Im Wirtschaftsplan 2026 wird, vorbehaltlich der Einflüsse der aktuellen geopolitischen Auseinanderset-
zungen, ein positives Jahresergebnis von rd. 50 Mio. € vor Gewinnausschüttung geplant.
Die weitere Entwicklung und Diskussion im Kontext der politisch beschlossenen Energiewende wird auch
künftig laufend, insbesondere auch im Hinblick auf die Auswirkungen auf eigene Kraftwerksaktivitäten,
zu beobachten sein.
Die aktuelle militärische Eskalation im Iran und im Nahen Osten führt insgesamt zu vielfältigen negativen
Auswirkungen auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen auch im Umfeld unserer unternehmeri-
schen Tätigkeit als EnW.
Der Nahost-Krieg kann die Branchen- und Unternehmensentwicklung zusätzlich substanziell beeinträch-
tigen. Aussagen zur zeitlichen Erstreckung des Konflikts sind gegenwärtig nicht möglich und auch die
Tragweite der Auswirkungen ist gegenwärtig nicht seriös abzuschätzen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit
kann aber davon ausgegangen werden, dass die kriegerische Auseinandersetzung den Druck auf Liefer-
ketten erhöht und kurzfristig zu steigenden Energiepreisen führt. Bleibt der Engpass in der Straße von
Hormus länger bestehen, führt das auch zu langfristig höheren Energiepreisen, die dann über die Tran-
chenbeschaffung der EnW zu steigendenden Strom- und Gaspreisen führen können.
Die möglichen Auswirkungen des Krieges im Iran und im Nahen Osten auf die Umsatzerlöse und die
Aufwendungen sind im Wirtschaftsplan nicht berücksichtigt. Die weitere Entwicklung bleibt daher abzu-
warten.Seite 22 von 58
Anlage 4 / 20
Stadtwerke Bonn GmbH (SWB), Bonn
Öffentlicher Personennahverkehr
Der öDA schafft mit einer Laufzeit bis Ende 2045 für SWBV und SSB in den nächsten Jahren Planungssi-
cherheit zur Erbringung der Verkehrsleistung, zur Instandhaltung und zum Ausbau der Infrastruktur so-
wie der Mobilitätswende in der Bundesstadt Bonn und in den mitbedienten Gebietskörperschaften. Er
bildet den Rahmen für die zukünftige Entwicklung der Gesellschaften und bestimmt das unternehmeri-
sche Handeln.
Für 2026 bleibt es daher Ziel der SWBV, die in der Betrauung festgelegten Soll-Kosten zur Erlangung
und Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit im ÖPNV zu erreichen.
Um auch zukünftig die ÖPNV-Leistungen zuverlässig erbringen zu können, müssen neben Investitionen
in neue Fahrzeuge auch weiterhin verstärkt Mitarbeitende im Fahrdienst eingestellt werden. Durch den
demografischen Wandel werden Mitarbeitende vermehrt in den Ruhestand gehen.
Aufgrund des Spannungsfelds zwischen den Anforderungen der Mobilitätswende und den wirtschaftli-
chen Zwängen der Bundesstadt Bonn wird die SWBV ein wirtschaftliches Konsolidierungsprogramm
durchführen. Neben internen Kostensenkungspotenzialen, die es zu identifizieren gilt, könnten auch Ein-
schnitte im ÖPNV-Angebot notwendig werden.
Im Wirtschaftsplan 2026 wird mit Erlösen aus Linienverkehr (Fahrgeldeinnahmen und Ertragszuschüsse)
in Höhe von 94,5 Mio. € gerechnet, die gesamten Umsatzerlöse wurden auf 138,9 Mio. € geschätzt.
Das negative Ergebnis vor Berücksichtigung der öDA-Ausgleichszahlungen (ohne RSK-Anteil) beläuft
sich auf 81,7 Mio. €. Es wird mit einem Jahresergebnis (vor Ergebnisübernahme) von rd. -5,4 Mio. €
gerechnet.
Die Aussagen und Prognosen stellen Einschätzungen dar, die auf Basis der zum Zeitpunkt der Berichter-
stellung zur Verfügung stehenden Informationen getroffen werden.
Die aktuelle militärische Eskalation im Iran und im Nahen Osten führt insgesamt zu vielfältigen negativen
Auswirkungen auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen auch im Umfeld der unternehmerischen
Tätigkeit als SWBV.
Die kriegerische Auseinandersetzung erhöht auch den Druck auf nationale und internationale Lieferket-
ten hinsichtlich Verfügbarkeiten, Lieferzeiten und Kostenentwicklung bei Waren sowie Energiekosten
und führt zu Reaktionen auf den Finanzmärkten. Die daraus resultierenden geopolitischen Spannungen
können insbesondere zu steigenden Energiepreisen und Beeinträchtigungen der Lieferketten bei der
SWBV führen. Die konkreten Auswirkungen lassen sich derzeit noch nicht abschätzen.
Die möglichen Auswirkungen des Krieges im Iran und im Nahen Osten auf die Umsatzerlöse und die
Aufwendungen sind im Wirtschaftsplan nicht berücksichtigt. Die weitere Entwicklung bleibt daher abzu-
warten.Seite 23 von 58
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Stadtwerke Bonn GmbH (SWB), Bonn
Müllverwertung
Für 2026 wird mit einem leichten Rückgang bei den Siedlungsabfallmengen im Zweckverbandsgebiet
gerechnet. Zur weiteren Entwicklung der Abfallmengen wurde eine Prognose-Studie für verschiedene
Szenarien in Auftrag gegeben. Im Ergebnis ist zu erwarten, dass auch mittel- bis langfristig Bedarf an
MVA-Kapazitäten besteht und die Auslastung der MVA Bonn bei Fortbestand der REK als sicher betrach-
tet werden kann. Die Kosten für die ökologisch hochwertige Abfallverwertung werden sich instandhal-
tungs- und reinvestitionsbedingt, vor allem aber auch wegen steigender Beschaffungskosten insbeson-
dere für Betriebsstoffe und Energieerzeugnisse erhöhen. Zusätzlich muss seit 2024 der im Brennstof-
femissionshandelsgesetz verankerte „BEHG-Aufschlag“ mit abgerechnet werden, der sich voraussichtlich
in der Zukunft marktbasiert und volatil darstellen wird.
Kostensenkungsmaßnahmen in adäquatem Umfang sind aufgrund des Alters der Anlage nicht identifi-
zierbar. Zudem muss die MVA für die Zukunft technisch „fit“ gemacht werden, um die notwendige Ent-
sorgungssicherheit dauerhaft zu gewährleisten. Nach dem Beschluss, das Neubau-Projekt „bonNova“
nicht weiterzuverfolgen, wurde ein technisches Gutachten beauftragt, das aufzeigen sollte, welche In-
vestitionen notwendig sind, um die Anlage auf technisch hohem Niveau noch mindestens bis 2060 wei-
terbetreiben zu können. Die Umsetzung der in dem Gutachten ermittelten notwendigen Maßnahmen
wird für moderat höhere Kosten führen.
Den REK-Mitgliedern wurde diese Entwicklung frühzeitig kommuniziert.
Am 27. Februar 2026 kam es am Kessel der Linie 2 zu einem Feuer. Die Ursache für die Entstehung des
Feuers konnte bislang noch nicht final festgestellt werden, es wird aber von einem technischen Grund
ausgegangen. In Folge der Brandausbreitung kam es zu einer Verpuffung. Der Kessel der Linie 1 wurde
durch den Brand auch in Mitleidenschaft gezogen.
Dies hat zur Folge, dass nach jetziger Erkenntnislage die MVA bis zum Sommer nur mit einer Linie ge-
fahren werden kann. Voraussichtlich Anfang Juli kann Linie 1 wieder in Betrieb genommen werden, wäh-
rend der Ausfall der Linie 2 aufgrund der starken Schäden bis Ende 2026/Anfang 2027 dauern könnte.
Eine Redundanz für weitere Störung ist damit bis auf Weiteres nicht gegeben.
Obwohl ein großer Teil des vorhandenen Sachschadens genau wie der Betriebsunterbrechungsschaden
durch die hier abgeschlossenen Versicherungen grundsätzlich gedeckt sein wird, geht die Geschäftsfüh-
rung von deutlichen Auswirkungen auf die Erreichbarkeit des geplanten Ergebnisses in Höhe von
1.700 T€ aus.
Für das Folgejahr wird mit einer Erhöhung der Gesamtleistung auf 51.017 T€ gerechnet. Die MVA plant
für das Wirtschaftsjahr 2026 ein positives Jahresergebnis (vor Ergebnisabführung) in einer Größenord-
nung von 1.688 T€.
Probleme könnten die reduzierte Verfügbarkeit von notwendigen Betriebsstoffen (u.a. zur Rauchgasrei-
nigung) sowie die Beschaffungszeiten von Materialien für die Instandhaltung darstellen. Als Auswirkun-
gen wären Kostensteigerungen und Einschränkungen der Anlagenverfügbarkeit zu erwarten.Seite 24 von 58
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Stadtwerke Bonn GmbH (SWB), Bonn
Insgesamt rechnet die Geschäftsführung der MVA mit einem etwas höherem Ergebnis für 2026 und in
den darauffolgenden Jahren mit gleichbleibenden bzw. leicht sinkenden Jahresergebnissen und steigen-
den Verbrennungspreisen für Siedlungsabfälle in den nächsten Jahren.
Die aktuelle militärische Eskalation im Iran und im Nahen Osten führt insgesamt zu vielfältigen negativen
Auswirkungen auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen auch im Umfeld der unternehmerischen
Tätigkeit als MVA. Die durch diesen Konflikt ausgelösten Marktverwerfungen lösen große Preissprünge
beispielsweise auf Mineralölerzeugnisse aus, die die MVA für die Stützfeuerung benötigt. Aber auch die
Lieferketten für andere notwendige Betriebsstoffe wie z.B. Ammoniak werden durch die globalen wirt-
schaftliche Turbulenzen gestört. Dies kann sich deutlich nachteilig auf die wirtschaftlichen Rahmenbe-
dingungen im laufenden Jahr auswirken.
Die möglichen Auswirkungen des Krieges im Iran und im Nahen Osten auf die Umsatzerlöse und die
Aufwendungen sind im Wirtschaftsplan nicht berücksichtigt. Die weitere Entwicklung bleibt daher abzu-
warten.
Im Wirtschaftsplan 2026 der SWB wird mit einem Beteiligungsergebnis in Höhe von rd. -41,5 Mio. €
geplant.
Als Jahresergebnis für 2026 ist ein Gewinn von rd. 1,7 Mio. € geplant. Die Jahresergebnisse der nächsten
Jahre sind voraussichtlich geprägt durch die Auswirkungen des Ukraine-Krieges, der Inflation, Energie-
krise und der Störung von Lieferketten sowie einer deutlichen Ausweitung des Verkehrsangebotes.
3.2 Risikobericht
3.2.1 Risikomanagementsystem
Im SWB-Konzern bzw. den konsolidierten Gesellschaften ist ein umfassendes Risikomanagementsystem
zur Umsetzung der Anforderungen nach dem Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmens-
bereich (KonTraG) aufgebaut. Ziel ist das frühzeitige Erkennen von Entwicklungen, die das Potenzial ha-
ben, den Fortbestand einzelner Gesellschaften zu gefährden, sowie die Erarbeitung von notwendigen
Steuerungsmaßnahmen.
Es wurden mehrere Risikobeauftragte benannt, die mit Unterstützung des zentralen Risikomanagers des
Konzerns kontinuierlich mögliche Risiken in einer Risikomanagementsoftware erfassen, bewerten und
Steuerungsmaßnahmen dokumentieren. Identifizierte Risiken werden in den Dimensionen Schadens-
höhe und Eintrittswahrscheinlichkeit klassifiziert.
Die zur Steuerung ergriffenen Maßnahmen werden in Risikoerfassungsbögen dokumentiert. Über Risi-
ken mit einer Schadenshöhe, die größer als eine definierte Relevanzgrenze sind, wird quartalsweise Be-
richt erstattet. Adressaten sind Geschäftsführung, Aufsichtsrat und Gesellschafter.
In regelmäßigen Abständen werden bereits identifizierte Risiken auf Veränderungen hin überprüft sowie
Bewertungen und Steuerungsmaßnahmen bei Bedarf angepasst. Mit allen vorhandenen internen und
externen Informationsquellen wird geprüft, ob neue Risiken hinzugekommen sind.Seite 25 von 58
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Stadtwerke Bonn GmbH (SWB), Bonn
Die Ablauf- und Aufbauorganisation ist im konzernübergreifenden Risikomanagementhandbuch darge-
stellt. Dieses dient als Leitfaden für alle wesentlichen Aufgaben sowie zur Sicherstellung der dauerhaften
und personenunabhängigen Funktionsfähigkeit des Risikomanagementprozesses. Die Prüfung des Risi-
komanagementprozesses obliegt der Konzernrevision. Der Prozess wird mit einer Datenbank unterstützt.
3.2.2 Risiken
Die SWB übernimmt im SWB-Konzern Holdingfunktionen. Die Hauptrisiken für den SWB-Konzern befin-
den sich auf Grund ihrer verschiedenen Tätigkeitsfelder deshalb in den jeweiligen Tochtergesellschaften
und sind dort abgebildet. Sie werden jeweils unternehmensindividuell bewertet und durch geeignete
Steuerungsmaßnahmen begrenzt.
Die Hauptrisiken der SWB resultieren aus möglichen Steuernachforderungen aufgrund einer steuerli-
chen Betriebsprüfung sowie in den potenziellen Bedrohungen im IT-Bereich. Diese können u. a. in der
Zerstörung des Rechenzentrums liegen oder auch im Verlust von Daten durch z. B. Schadsoftware oder
auch unerlaubten Fremdzugriffen auf interne Daten.
Ein Risiko stellen die politischen Beschlüsse in Bezug auf die Finanzierung der beauftragten Dienstleis-
tungen im Verkehr dar. Auf Grund der erhöhten Anforderungen und Herausforderungen im öffentlichen
Nahverkehr, die durch die Mobilitäts- und Energiewende geprägt sind, erklärt sich die Bundesstadt Bonn
mit einer Absichtserklärung bereit, im Fall unzureichender eigener Mittel der SWB GmbH einen jährli-
chen, eigenständigen Finanzierungsbeitrag zu leisten. Im Rahmen des konzernweiten Risikomanage-
ments wird das Ausfallrisiko für diesen Finanzierungsbeitrag analysiert und beurteilt. Mit dem Deutsch-
landticket liegt eine Unsicherheit in der Finanzierungsstruktur des Unternehmens vor. Die Weiterführung
des Deutschlandtickets und die Finanzierungszusage ist für die Jahre 2026 bis 2030 bundespolitisch
beschlossen. Für 2027 und Folgejahre stehen die Finanzierungsregularien noch nicht fest, was dazu füh-
ren kann, dass in der Planung angenommene, nicht kostendeckende Ausgleichszahlungen der Fahrgeld-
einnahmen nicht vollumfänglich erhalten werden.
Zentrales Risiko für SWBB und SWB ist nach wie vor die Gefahr, dass durch eine Änderung im Körper-
schaftsteuergesetz der steuerliche Querverbund wegfällt.
Aufgrund der Wirkung der DSGVO und des EuGH-Urteils "Schrems II" könnte es durch unbeabsichtigte
Datenschutzverstöße zu hohen Bußgeldern kommen. Durch vielfältige Maßnahmen organisatorischer
wie operativer Natur im gesamten SWB-Konzern wird dem entgegengewirkt. Weitere Einzelrisiken, die
sich durch größere Schadenshöhen oder hohe Erwartungswerte hervorheben, liegen unter anderem in
einer drohenden Rückzahlung der Hafenförderung, sofern die Auflagen des Zuwendungsbescheids nicht
erfüllt werden. Weiterhin zu nennen sind mögliche zukünftige Beteiligungsverluste an der Trianel GmbH
und der Trianel Gaskraftwerk Hamm GmbH & Co. KG, die mögliche Inanspruchnahme des Trianel-Kre-
ditrisikopools und eine mögliche Bürgschaftsinanspruchnahme durch die Kommunale Zusatzversorgung
Westfalen-Lippe (KZVW).Seite 26 von 58
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Stadtwerke Bonn GmbH (SWB), Bonn
Auf die prognostizierten Energiebedarfe zahlen Kunden monatliche, gleichmäßige Abschläge. Mit den
Energiepreissteigerungen tritt ein zunehmender Zwischenfinanzierungsbedarf in den Wintermonaten
auf, der die Liquidität im Konzern beeinflusst. Durch verschiedene erfolgte Steuerungsmaßnahmen ist
jedoch bei anfallenden Zwischenfinanzierungsbedarfen eine anhaltende Sicherheit der Liquidität ge-
währleistet.
Die Vereinigten Staaten von Amerika und der Staat Israel stehen gegenüber der Islamischen Republik
Iran in einer kriegerischen Auseinandersetzung, die seit dem 28. Februar 2026 zu umfassenden Auswir-
kungen auf die Weltwirtschaft führt. Die militärische Konfrontation sorgte insbesondere in der Straße
von Hormus zu Zusammenbrüchen von Lieferketten. Durch diese Störungen, die sich vor allem auf die
Lieferketten von Energieträgern auswirken, kam es international zu deutlichen Reaktionen auf Beschaf-
fungs- und Finanzmärkten. Aussagen über eine Dauer und Verlauf des Konflikts sind zurzeit nicht mög-
lich. Der Konflikt wirkt sich in den SWB-Konzerngesellschaften auf die Beschaffung von Energie und
Energieträgern aus. Ferner kann davon ebenfalls ein flächendeckender inflationsbedingter Anstieg des
Beschaffungsaufwands in allen operativ tätigen Konzerngesellschaften ausgelöst werden.
Die Beobachtung der geopolitischen Lage ist zu einem festen Bestandteil nationaler und internationaler
Unternehmen im Rahmen des Risikomanagements geworden und stellt durch die herrschende Volatilität
der Märkte eine große Herausforderung für Unternehmen sowie Politik dar. Unabhängig von der Größe
oder Art der Konflikte, können diese binnen kürzester Zeit weltweit zu politischen oder wirtschaftlichen
Spannungen führen.
Das Risiko mit der größten Schadenshöhe ergibt sich aus der gesamtschuldnerischen Haftung im Rah-
men des Konzern-Cash-Managements. Die maximale Schadenshöhe ist analog zur aktuellen Kreditlinie.
Der Risikoeintritt wird aufgrund der Liquiditätssituation im Konzern sowie der ergriffenen Steuerungs-
maßnahme als sehr unwahrscheinlich eingeschätzt.
Risiken, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden, wurden nicht identifiziert.
3.3 Chancenbericht
Aufbauend auf dem Strategieentwicklungsprozess im Jahr 2023 wurden im Jahr 2024 die ersten abge-
leiteten Maßnahmen zur Zielerreichung umgesetzt. Im Jahresverlauf wurde hierüber fortlaufend in den
Geschäftsfeldern Holding, Versorgung, Netze, Verkehr und Verwertung auf Ebene der Geschäftsführung
sowie Aufsichtsräte berichtet. Darüber hinaus fanden in letzten Quartalen der Jahre 2024 und 2025 ein
Strategie-Review statt, aus dem sich im ersten Quartal des jeweiligen Folgejahres Anpassungen an der
Strategie ergeben können. Somit soll den dynamischen Entwicklungen von Märkten und politischen so-
wie gesetzlichen Rahmenbedingungen im Sinne einer wirtschaftlichen und nachhaltigen Entwicklung
des Stadtwerke Bonn-Konzerns bestmöglich Rechnung getragen werden.
Die Strategie setzt sich dabei inhaltlich aus der Konzern-Vision und -Mission, der strategischen Positio-
nierung und den Zielen der jeweiligen Geschäftsfelder sowie der strategischen Positionierung und Maß-
nahmen zur Umsetzung auf Bereichsebene, zusammen. Die Holding versteht sich als strategische und
steuernde Managementholding im SWB-Konzern und unterstützt in ihrer Vorreiterrolle als kaufmänni-
scher Dienstleister die Konzerngesellschaften bei der Entwicklung ihrer Geschäftsfelder und entwickeln
parallel ihr Eigengeschäft weiter. Sie stimmt die Geschäftsfelder auf das Konzern-Optimum unterSeite 27 von 58
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Stadtwerke Bonn GmbH (SWB), Bonn
Berücksichtigung der CO2-Neutralität bis 2035 ab, hebt dabei Synergieeffekte über Gesellschaftsgrenzen
hinaus und managt mögliche Zielkonflikte. Als kompetenter Businesspartner unterstützt sie den Stadt-
werke Bonn-Konzern bei der Positionierung als innovativen und zukunftsfähigen Arbeitgeber um Fach-
und Führungskräfte zu binden und zu gewinnen.
Neben der digitalen Transformation bietet die Sektorenkopplung für den SWB-Konzern eine der zu-
kunftsweisendsten Chancen. Die Sektorenkopplung verbindet dabei die Sektoren der Energieversor-
gung, der Mobilität und der Abfallverwertung und bildet eine der Schlüsseltechnologien der Energie-,
Wärme- und Mobilitätswende auf dem Weg zur CO2-Neutralität. Darüber hinaus bietet die Sektoren-
kopplung die Möglichkeit der Entwicklung vernetzter Produkte und Dienstleistungen, wodurch neue
Zielgruppen auf dem Markt erschlossen werden können. Zudem eröffnen sich im Rahmen der digitalen
Transformation durch den Einsatz künstlicher Intelligenz neue Potentiale zur Effizienzsteigerung sowie
Kostensenkung.
Seit 2021 sind die Stadtwerke Bonn Teil der Stadtwerke-Initiative Klimaschutz. Diese, von der ASEW ko-
ordiniert, unterstützt die Stadtwerkewelt dabei, gemeinsam den Weg hin zu einer treibhausgasneutralen
Wirtschaft zu beschreiten. Dabei soll die Zusammenarbeit zwischen Kommune und Stadtwerken gestärkt
werden, um generationengerechte Ziele vor Ort verwirklichen zu können und die regionale Wertschöp-
fung zu steigern. Die Stadtwerke haben für das Jahr 2024 alle vier Prüfkriterien erfüllt und durch die
ASEW einen positiven Prüfbescheid erhalten.
3.3.1 Energieversorgung
Eine große Chance für die EnW stellt der im Jahr 2024 konzipierte proaktive Vertriebsansatz im Privat-
und Gewerbekundensegment dar. Mit Programmen zur Neukundengewinnung, Kündigungsprävention
und Kundenrückgewinnung, wurden die Rahmenbedingen für eine Marktanteils- und Ertragssteigerung
geschaffen. Die Umsetzung dieser Strategie wurde im Jahr 2025 vorangetrieben. So wurde die Neukun-
dengewinnung durch ein Kundenempfehlungsprogramm und durch die Platzierung der eigenen Strom-
und Gastarife bei Verivox und CHECK24 und Neukundenboni gestärkt und es wurde ein Bonusprogramm
zur Kundenbindung aufgesetzt. Als zentrales Element dieser Strategie entsteht in der zweiten Jahres-
hälfte 2026 ein vertrieblich ausgerichteter Kundenkontaktpunkt in der Innenstadt, der die regionale Prä-
senz verstärkt. Er wird durch aktive Kundenansprache Aufmerksamkeit wecken und das Thema Energie
erlebbar machen.
Seit Beginn der Energiekriese im Jahr 2022 hat der Kundenservice nochmals an Bedeutung gewonnen.
Über alle Kontaktkanäle war ein starker Anstieg des Kontaktvolumens zu verzeichnen. Kunden wenden
sich mit großer Verunsicherung an den Service, da ihnen umzusetzende gesetzliche Maßnahmen oft
unverständlich sind. Um diesem Bedarf gerecht zu werden, wurde der Schulungsaufwand deutlich er-
höht. Um die Kundenbindung zu festigen und weiter auszubauen, ist es erforderlich, weiterhin sehr gu-
ten Kundenservice sowie wettbewerbsfähige Preise anzubieten und ein hohes Engagement vor Ort zu
zeigen. Um diese gesteckten Ziele zu erreichen, wird die Qualität sowohl der eigenen Mitarbeiter als
auch der externen Dienstleister kontinuierlich erhöht.Seite 28 von 58
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Stadtwerke Bonn GmbH (SWB), Bonn
Zur Unterstützung des klassischen Energiegeschäfts bieten sich wertschöpfungssteigernde Energie-
dienstleistungen an. Der Ausbau dieses Geschäftsfeldes kann mittelfristig zu Ergebnissteigerungen, ins-
besondere aber zu einer höheren Kundenbindung führen. In diversen Projekten werden aktuell Produkte
auf ihre Umsetzungs- und Wettbewerbsfähigkeit geprüft. Ziel ist es hier, neue Produkte zu entwickeln,
die mittel- bis langfristig die zurückgehenden Erträge im klassischen Energievertrieb kompensieren bzw.
neue Möglichkeiten bieten, die Unternehmensergebnisse zu steigern.
Angesichts der dynamischen energiepolitischen Situation in Europa wird allgemein damit gerechnet,
dass der Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft stärker forciert wird, um die Abhängigkeit von fossilen Roh-
stoffen zu senken. Der Einsatz von grünem Wasserstoff im HKW Nord kann einen maßgeblichen Beitrag
zur Dekarbonisierung der Fernwärme leisten. Perspektivisch ist ein Anschluss an eine H2-Versorgungs-
pipeline notwendig. Die Stadtwerke Bonn arbeiten mit verschiedenen Partnern am Aufbau der regiona-
len Wasserstoffinfrastruktur.
Die zunehmende Digitalisierung des Energiegeschäftes bietet der EnW die Chance, die Kundenbindung
zu erhöhen, Prozesskosten zu senken, bestehende Produkte mit Mehrwerten zu versehen und komplett
neue Produkte außerhalb des klassischen Energievertriebs anzubieten. Als Grundlage dient die digitale
Strategie, die zusammen mit allen Gesellschaften des SWB-Konzerns entwickelt wird. Aus der fortlau-
fenden Optimierung des Internetportals und der Online-Services verspricht sich die EnW zudem weitere
Kundengewinne und eine höhere Kundenbindung.
Großes Potenzial sieht die EnW im Aufbau der Infrastruktur zur Elektromobilität. Ziel ist es, die Voraus-
setzungen zu schaffen, schnell auf die Veränderung der politischen Rahmenbedingungen und das ver-
änderte Kaufverhalten der Kunden reagieren zu können. Die EnW passt hierzu ihre Ausbaustrategie der
tatsächlichen Entwicklung laufend an.
3.3.2 Öffentlicher Personennahverkehr
Mit der anhaltenden positiven Bevölkerungsentwicklung im Verkehrsgebiet von SWBV/SSB und der
Erschließung neuer Wohn- und Gewerbegebiete sowie deren Anbindung an den ÖPNV bieten sich mit-
telfristig große Chancen für den ÖPNV in Bonn. Der Bau des Verknüpfungsbahnsteiges der S 13 in Bonn-
Vilich sowie die geplante Umsetzung des Seilbahnprojekts zum Uniklinikum schaffen auch künftig die
Voraussetzung, um durch geeignete attraktivitätssteigernde Maßnahmen in den Bereichen Marketing
und Kommunikation, Fahrplanangebot und Service weitere Fahrgäste zu gewinnen. Zudem werden die
Haltestellen sukzessive erneuert und zu Mobilitätsstationen umgebaut und sind somit deutlich attrakti-
ver.
Veränderte Mobilitäts- und Wertvorstellungen der jüngeren Generation, unterstützt durch das allgemein
wachsende Umweltbewusstsein in der Bevölkerung, bieten neue Chancen und Perspektiven für einen
grünen und wirtschaftlichen Aufschwung sowie eine nachhaltigere und saubere Mobilität im Sinne des
„Green Deals“ der EU (Reduzierung von Treibhausgasemissionen um 90% bis 2050 gegenüber 1990).
Innovationen, wie intelligente Verkehrssteuerung, datenbasierte Prozessoptimierung und digitaler Kun-
denservice, machen den ÖPNV noch umweltverträglicher und attraktiver.Seite 29 von 58
A k t i v a
€ € € €
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutz-
rechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen
an solchen Rechten und Werten 19.469.340,97 11.419.840,97
2. Geschäfts- oder Firmenwerte 1.139.121,00 1.301.853,00
3. Geleistete Anzahlungen 10.951.455,51 31.559.917,48 8.876.682,74 21.598.376,71
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und grundstücksgleiche Rechte
mit Geschäfts-, Betriebs- und anderen Bauten 144.808.878,18 148.707.893,54
2. Grundstücke und grundstücksgleiche Rechte
mit Bahnkörpern und Bauten des Schienenweges 12.522.780,59 12.528.537,59
3. Grundstücke und grundstücksgleiche Rechte mit
Wohnbauten 1.018.058,13 1.024.691,13
4. Grundstücke und grundstücksgleiche Rechte
ohne Bauten 1.807.827,66 1.827.789,66
5. Bauten auf fremden Grundstücken, die nicht
zu Nr. 1 bis 3 gehören 10.114.549,60 60.856,60
6. Erzeugungs-, Gewinnungs- und Bezugsanlagen 114.551.693,00 120.103.087,00
7. Verteilungsanlagen 262.594.901,00 245.088.185,00
8. Gleisanlagen, Streckenausrüstung und
Sicherungsanlagen 59.995.161,00 64.674.585,00
9. Fahrzeuge für den Personenverkehr 41.000.051,99 35.421.145,99
10. Maschinen und maschinelle Anlagen, die nicht
zu Nr. 6 bis 9 gehören 3.251.590,50 3.386.344,50
11. Betriebs- und Geschäftsausstattung 47.812.431,02 37.700.669,02
12. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 199.325.654,22 898.803.576,89 197.764.589,81 868.288.374,84
III. Finanzanlagen
1. Beteiligungen an assoziierten Unternehmen 2.593.965,21 2.210.240,56
2. Beteiligungen 28.675.983,33 26.969.147,29
3. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein
Beteiligungsverhältnis besteht 5.383.415,00 5.969.846,94
4. Genossenschaftsanteile 319.105,00 319.105,00
5. Wertpapiere des Anlagevermögens 811.144,67 799.698,72
6. Sonstige Ausleihungen 961,27 37.784.574,48 961,27 36.268.999,78
968.148.068,85 926.155.751,33
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 39.472.373,55 42.219.666,26
2. Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 207.506,92 39.679.880,47 179.872,98 42.399.539,24
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 79.510.010,18 74.856.873,68
2. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen
ein Beteiligungsverhältnis besteht 5.094.310,89 5.689.942,83
– davon aus Lieferungen und Leistungen 0,00 €
(i. Vj. 313.153,65 €) –
3. Forderungen gegen Gesellschafter 8.938.542,40 15.621.355,58
– davon aus Lieferungen und Leistungen 7.686.765,16 €
(i. Vj. 6.829.661,01 €) –
4. Sonstige Vermögensgegenstände 45.531.518,48 139.074.381,95 31.670.713,08 127.838.885,17
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten und
Schecks 26.831.837,11 4.549.419,14
205.586.099,53 174.787.843,55
C. Rechnungsabgrenzungsposten
1. Disagio 0,00 15,36
2. Sonstige Rechnungsabgrenzungsposten 1.496.252,64 1.500.884,14
1.496.252,64 1.500.899,50
1.175.230.421,02 1.102.444.494,38
Konzernbilanz zum 31. Dezember 2025
Stadtwerke Bonn GmbH, Bonn
31.12.2025 31.12.2024Seite 30 von 58
Anlage 1
P a s s i v a
€ € € €
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 75.000.000,00 75.000.000,00
II. Kapitalrücklage
1. Allgemeine Rücklage 25.430.471,69 25.430.471,69
2. Zweckgebundene Rücklagen 31.344.528,54 56.775.000,23 31.344.528,54 56.775.000,23
III. Gewinnrücklagen
Andere Gewinnrücklagen 50.387.231,09 50.387.231,09
IV. Konzernbilanzverlust -8.634.346,28 -9.884.890,74
V. Nicht beherrschende Anteile 109.438.593,60 109.237.559,60
282.966.478,64 281.514.900,18
B. Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung 453.074,32 453.074,32
C. Sonderposten für Zuwendungen zum Anlagevermögen 531.161,00 619.689,00
D. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 19.383.825,00 20.068.789,00
2. Steuerrückstellungen 2.487.727,14 5.646.067,22
3. Sonstige Rückstellungen 128.386.825,45 116.444.998,30
150.258.377,59 142.159.854,52
E. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 323.832.390,72 288.730.841,60
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 119.919,50 28.712,62
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 62.254.568,45 64.222.601,41
4. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit
denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 1.188.822,58 1.329.987,69
– davon aus Lieferungen und Leistungen 1.188.822,58 €
(i. Vj. 1.329.987,69 €) –
5. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 262.854.710,44 230.405.287,78
– davon aus Lieferungen und Leistungen 4.401.205,40 €
(i. Vj. 9.079.609,87 €) –
6. Sonstige Verbindlichkeiten 57.475.163,31 64.432.880,08
– davon aus Steuern 20.833.021,36 € (i. Vj. 19.173.930,85 €) –
– davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 304.946,15 €
(i. Vj. 272.181,30 €) –
707.725.575,00 649.150.311,18
F. Rechnungsabgrenzungsposten 30.852.399,24 26.204.827,73
G. Passive latente Steuern 2.443.355,23 2.341.837,45
1.175.230.421,02 1.102.444.494,38
31.12.2025 31.12.2024Seite 31 von 58
Anlage 2
Stadtwerke Bonn GmbH, Bonn
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2025
€ € € €
1. Umsatzerlöse 782.180.822,85 753.069.280,39
2. Erhöhung oder Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 27.633,94 26.689,73
3. Andere aktivierte Eigenleistungen 31.212.130,50 27.636.250,92
4. Sonstige betriebliche Erträge 103.713.031,80 917.133.619,09 101.292.756,40 882.024.977,44
5. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 318.359.000,91 344.872.689,69
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 248.081.636,80 566.440.637,71 214.870.640,83 559.743.330,52
6. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 171.309.693,36 158.982.363,86
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 48.902.846,14 220.212.539,50 42.984.568,42 201.966.932,28
– davon für Altersversorgung 12.370.749,33 € (i. Vj. 10.821.667,94 € €) –
7. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 50.714.886,89 47.970.425,98
abzgl. Auflösung Sonderposten für Zuwendungen zum Anlagevermögen -88.528,00 50.626.358,89 -88.528,00 47.881.897,98
8. Sonstige betriebliche Aufwendungen 50.952.764,31 46.077.033,43
Betriebsergebnis 28.901.318,68 26.355.783,23
9. Erträge aus Beteiligungen 3.002.144,54 3.046.756,42
10. Ergebnis aus assoziierten Unternehmen 653.966,89 637.510,90
11. Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 629.337,23 618.003,97
12. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 605.430,81 826.827,55
– davon aus der Abzinsung von Rückstellungen 433.627,08 € (i. Vj. 512.580,19 €) –
13. Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens 499.999,00 500.000,00
14. Aufwendungen aus Verlustübernahme 4.975.184,58 3.545.411,21
15. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 10.286.381,31 8.580.582,16
– davon aus der Aufzinsung von Rückstellungen 434.612,69 € (i. Vj. 383.142,83 €) –
Finanzergebnis -10.870.685,42 -7.496.894,53
Ergebnis vor Steuern 18.030.633,26 18.858.888,70
16. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 1.734.042,80 1.157.554,25
– davon aus latenten Steuern 101.517,78 € (i. Vj. 184.952,78 €) –
17. Ergebnis nach Steuern 16.296.590,46 17.701.334,45
18. Sonstige Steuern 924.486,36 1.575.969,07
19. Konzernjahresüberschuss 15.372.104,10 16.125.365,38
20. Auf nicht beherrschende Anteile entfallender Gewinn -15.080.323,52 -14.754.252,80
21. Konzerngewinn 291.780,58 1.371.112,58
22. Verlustvortrag -8.926.126,85 -11.256.003,32
23. Konzernbilanzverlust -8.634.346,27 -9.884.890,74
20242025Seite 32 von 58
Anlage 6 / 1
Stadtwerke Bonn GmbH (SWB), Bonn
Konzernlagebericht
für das Geschäftsjahr 2025
1 Grundlagen der Geschäftstätigkeit
1.1 Geschäftsmodell des SWB-Konzerns
Die Konzerngesellschaften der Stadtwerke Bonn GmbH (SWB), Bonn, (SWB) sind schwerpunktmäßig in
den Geschäftsfeldern Versorgung, Verkehr und Entsorgung tätig. Die Tochterunternehmen in den ein-
zelnen Sparten sind Energie- und Wasserversorgung Bonn/Rhein-Sieg GmbH, Bonn, (EnW), Bonn-Netz
GmbH, Bonn, (Bonn-Netz), SWB Regional Ver- und Entsorgung GmbH, Adenau, (SWB Regional) für die
Versorgung. In der Sparte Verkehr befinden sich die Stadtwerke Bonn Verkehrs-GmbH, Bonn, (SWBV),
die Elektrische Bahnen der Stadt Bonn und des Rhein-Sieg-Kreises -SSB- GmbH, Bonn, (SSB) und die
Regionalverkehr Köln GmbH, Köln, (RVK). In der Sparte Verwertung befinden sich die MVA Müllverwer-
tungsanlage Bonn GmbH, Bonn, (MVA), die refer GmbH, Leverkusen, (refer) und die Returo Entsorgungs
GmbH, Leverkusen, (Returo). Neben diesen Sparten besteht seit 2017 die personallose Quartier.Bonn-
West GmbH, Bonn, (QBW) sowie die nach Abspaltung des Geschäftsbetriebs in 2019 ebenso personal-
lose Stadtwerke Bonn Dienstleistungs-GmbH (SWBD), Bonn, (SWBD).
Weitere Geschäftsfelder bestehen im Energie-Contracting durch die Gesellschaft für Energie- und Ge-
bäudemanagement Bonn mbH, Bonn, (EGM), der Verpachtung von Tiefgaragen durch die Bonner City
Parkraum GmbH, Bonn, (BCP), der Beteiligung am Betrieb der Bonner Hafenbetriebe GmbH, Bonn, (BHB)
sowie in einer Vielzahl von weiteren Beteiligungen und von kaufmännischen und technischen Betriebs-
führungen, die sich sinnvoll in das Geschäftskonzept eines großen, lokal tätigen Bonner Unternehmens
einfügen.
Auf Basis dieser strategischen Ausrichtung des SWB-Konzerns besteht die Aufgabe der Tochtergesell-
schaften darin, sich ihren technischen und vertrieblichen Kernkompetenzen zu widmen und sich auch
strategisch den Anforderungen der Märkte zu stellen. Die Aufgabe der SWB als Konzernholding besteht
neben ihrer strategischen Management-Funktion im Wesentlichen darin, als Shared-Service-Center die
kaufmännischen Kernaufgaben der Konzerngesellschaften zu bündeln und diese Dienstleistungen ge-
schäftsbesorgend für alle Tochtergesellschaften, aber auch als Betriebsführung für Dritte zu Marktprei-
sen anzubieten und abzuwickeln.
Die SWB fungiert als Makler für das Entsorgungsgeschäft mit der Returo. Zu diesem Zweck hat sich die
SWB seit 2015 entsprechend der Entsorgungsfachbetriebsverordnung zertifizieren lassen und unterzieht
sich seitdem jährlich einem Audit.
Die SWB ist auch Dienstleister für die Bundesstadt Bonn im Bereich des Betriebs und der Unterhaltung
der Straßenbeleuchtung. Für andere städtische Ämter und Unternehmen ist die SWB in den Bereichen
Rechenzentrum sowie im Finanz- und Rechnungswesen tätig.
Für das Städtische Gebäudemanagement Bonn (SGB) erbringt die SWB Leistungen im Bereich der Pla-
nung, Finanzierung, Modernisierung und Betriebsführung von Energieerzeugungsanlagen sowie der
Wärmeversorgung städtischer Objekte.Seite 33 von 58
Anlage 6 / 2
Stadtwerke Bonn GmbH (SWB), Bonn
1.2 Forschung und Entwicklung
Eigene Forschungsprojekte werden im SWB-Konzern nicht betrieben. Dennoch beschäftigen sich die
Konzerngesellschaften, auch im Rahmen von Kooperationen mit wissenschaftlichen Einrichtungen und
Hochschulen, an langfristig ausgelegten Entwicklungsprojekten.
Aufgrund der sektorenübergreifenden Bedeutung widmet sich ein konzernweites Programm der strate-
gischen Bedeutung, die Wasserstoff zukünftig im SWB-Konzern einnehmen wird. Die Umrüstung des
Heizkraftwerkes Bonn-Nord für die Beimischung von Wasserstoff wurde bereits 2024 abgeschlossen.
Perspektivisch ist zur Belieferung des Kraftwerks mit Wasserstoff ein Anschluss an das Wasserstoffkern-
netz notwendig. Die Stadtwerke Bonn arbeiten hierzu mit verschiedenen Partnern am Aufbau der regi-
onalen Wasserstoffinfrastruktur.
Die MVA befindet sich in Zusammenarbeit mit der TU Darmstadt, um die Emissionen von CO2 in die
Atmosphäre zu verringern. Übergeordnetes Ziel des Vorhabens ist, das Carbonate-Looping-Verfahren
(CaL) als eine geeignete nachrüstbare Technologie zur CO2-Abscheidung aus den Abgasen verschiede-
ner Industrieanlagen (Chemieanlagen, Kalkwerke, Kaliwerke, Papierwerke, Müllheizkraftwerke, Zement-
werke, etc.) zu etablieren und näher zur Marktreife zu bringen. Die praktische Umsetzung des Vorhabens
ist für die Folgejahre geplant.
Konzernübergreifend betrachtet und bewertet das Innovationsmanagement zudem technologische Ent-
wicklungen sowie relevante Start-Ups und evaluiert mögliche Kooperationen mit Hochschulen, Univer-
sitäten sowie weiteren Netzwerken.
2 Wirtschaftsbericht
2.1 Branchenbezogene Rahmenbedingungen
Die Entwicklung der Stadtwerkebranche wird durch die Entwicklungen in den Bereichen Energieversor-
gung, öffentlicher Personennahverkehr und Müllverwertung geprägt. Im letzten Jahr haben die Auswir-
kungen der Energiekrise die wirtschaftliche Entwicklung aller Unternehmenstöchter maßgeblich mitbe-
stimmt.
Als Folge des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine im Jahr 2022 haben sich die von Politik und
Stadtwerken getroffenen Maßnahmen als Stabilisatoren erwiesen. Hinsichtlich der handelspolitischen
Spannungen mit den USA führten jedoch vor allem die Instabilität der Finanzmärkte und handelspoliti-
sche Unsicherheiten zu Belastungen der Unternehmen. Die Inflationsrate betrug 2,2 % im Jahr 2025 und
blieb im Vergleich zum Vorjahr somit stabil.
Im Jahr 2025 war die Stadtwerke-Branche durch weitgehende strukturelle und regulatorische Verände-
rungen, auch bedingt durch die neue Bundesregierung, geprägt. In der Energieversorgung stand insbe-
sondere der beschleunigte Ausbau erneuerbarer Energien, die Transformation der Wärmeversorgung
sowie die Umsetzung klimapolitischer Vorgaben im Mittelpunkt, wenngleich sich durch Zielanpassungen
sowie veränderte gesetzlich-regulatorische Rahmenbedingungen, die Unsicherheit für langfristige In-
vestitionsentscheidungen erhöht. Dabei gewannen auch Fragen zur Versorgungssicherheit und zur
Preisstabilität angesichts geopolitischer Unsicherheiten an Relevanz.Seite 34 von 58
Anlage 6 / 3
Stadtwerke Bonn GmbH (SWB), Bonn
Der öffentliche Personennahverkehr sah sich mit der Notwendigkeit konfrontiert, Betriebsmodelle unter
veränderten Rahmenbedingungen weiterzuentwickeln, etwa im Hinblick auf das Deutschlandticket, die
Elektrifizierung der Fahrzeugflotten sowie die Finanzierung eines bedarfsgerechten und klimafreundli-
chen Angebots.
In der Abfallwirtschaft rückten Themen wie Ressourceneffizienz, die Umsetzung der EU-Vorgaben zur
Kreislaufwirtschaft und der Umgang mit komplexer werdenden Abfallströmen verstärkt in den Fokus.
Spartenübergreifend gewannen Investitionen in Dekarbonisierung, Digitalisierung und Infrastruktur an
Bedeutung. Gleichzeitig stellte der anhaltende Fachkräftemangel viele Unternehmen vor operative Her-
ausforderungen. Ein Thema, welches die gesamte Stadtwerke-Branche zudem betrifft, ist die Digitalisie-
rung sowie der Einsatz von künstlicher Intelligenz. Dies bezieht sich auf die Verbesserung und Optimie-
rung von Abläufen und Prozessen. Die digitale Transformation ist aus Stadtwerkesicht eines der wich-
tigsten Themen der nächsten Jahre, an dem in allen Geschäftsbereichen auch in Zusammenarbeit mit
der konzerneigenen IT-Abteilung gearbeitet wird. Neben den internen Digitalisierungsprojekten, stehen
zunehmend auch digitale Geschäftsmodelle im Fokus.
2.1.1 Energieversorgung
Im Energiesektor war das Jahr 2025 geprägt durch weiterhin hohe Energiepreise, sowie durch welt- und
geopolitische Entwicklungen, neben denen die notwendigen Akzente in der deutschen Energiepolitik für
die neu gewählte Bundesregierung etwas in den Hintergrund gerieten. Neben einer neuen Kraftwerks-
strategie konnte im Jahr 2025 beispielsweise auch die Weiterentwicklung des Gebäude-Energie-Geset-
zes noch nicht abschließend diskutiert werden. Um die Investitionssicherheit für die deutschen Energie-
versorger sicherzustellen, sind hier im Jahr 2026 zügige Entscheidungen dringend erforderlich.
Die Börsenpreisentwicklung für Strom und Gas hat sich im Jahr 2025 beruhigt. Die Gaspreise sind im
ersten Quartal zunächst noch etwas angestiegen, haben sich dann aber konsolidiert und sind wieder auf
das Niveau von Anfang 2024 gefallen. Die Großhandelspreise für Gas orientieren sich in Europa weiterhin
an den Preisen für Flüssiggas (LNG). Die Erdgaspreise für den Jahresfuture 2026 lagen im Jahr 2025
zwischen 28 € und 44 € je Megawattstunde. Dies entspricht einem Mittelwert von 35,03 €, der leicht
unter dem Mittelwert des Vorjahres von 37,49 € liegt.
Die Strompreise am EPEX (European Power Exchange) Spotmarkt befanden sich nach einem kurzen Aus-
schlag nach oben ebenfalls in einer Seitwärtsbewegung bei etwa 100 € je Megawattstunde mit dem
Tiefststand von etwa 60 € im Mai/Juni. Die Preise für Jahres-Strom Futures 2026 bewegten sich relativ
konstant zwischen 80 € und 100 € je Megawattstunde (Base) bzw. 85 € und 110 € je Megawatstunde
(Peak) mit dem höchsten Wert im Februar. Die Haushaltsstrompreise sanken nochmals leicht im Jahres-
verlauf, der Durchschnittspreis für 3.500 kWh Jahresverb

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Datenstand: 23.10.2026, 02:16 MESZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de