240516 · Beschlussvorlage
Bau eines Fahrradparkhauses im Bahnhof Bad Godesberg
Kerndaten
- Nummer
- 240516
- Art
- Beschlussvorlage
- Veröffentlicht
- 28.03.2024
- Letzte Änderung
- 16.09.2026
Beratungsfolge
- Sitzung des Ausschusses für Mobilität und Verkehr Empfehlung
- Sitzung des Ausschusses für Wohnen, Planung und Bauen Empfehlung
- Sitzung des Unterausschusses Denkmalschutz Empfehlung
- Sitzung des Rates Entscheidung federführend
- Sitzung des Betriebsausschusses SGB Empfehlung
- Sitzung der Bezirksvertretung Bad Godesberg Anhörung
Dateien
- Sammeldokument öffentlich Öffnen ↗
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Untergeordnet
- GRÜNE-Große Anfrage: Umsetzungsstand Fahrradparkhaus in Bad Godesberg
- Stellungnahme zur Großen Anfrage: Umsetzungsstand Fahrradparkhaus in Bad Godesberg, DS 240516-06
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- Änderungsantrag der Koalition - Bau eines Fahrradparkhauses im Bahnhof Bad Godesberg Antrag zur Vorlage 240516
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Beschlussvorlage öffentlich 240516 Die Oberbürgermeisterin Federführung: 61 Stadtplanungsamt Dezernat: Dez. III Bau eines Fahrradparkhauses im Bahnhof Bad Godesberg Beratungsfolge Bezirksvertretung Bad Godesberg 10.04.2024 Anhörung Ausschuss für Wohnen, Planung und Bauen 10.04.2024 Empfehlung Betriebsausschuss SGB 16.04.2024 Empfehlung Ausschuss für Mobilität und Verkehr 17.04.2024 Empfehlung Unterausschuss Denkmalschutz 23.04.2024 Empfehlung Rat 20.06.2024 Entscheidung Beschlussvorschlag 1. Die Verwaltung wird beauftragt auf Basis der vorliegenden Machbar- keitsstudie ein denkmalgerechtes Fahrradparkhaus in den Räumlichkei- ten der ehemaligen Klangstation im Bad Godesberger Bahnhofsgebäu- de umzusetzen. 2. Die Verwaltung wird beauftragt hierbei eine öffentliche barrierefreie Toi- lettenanlage zu berücksichtigen und herzustellen. 3. Die Verwaltung wird beauftragt für den Ausbau des Fahrradparkhauses Fördergelder zu akquirieren. 4. Die Verwaltung wird beauftragt den Mietvertrag mit der DB auf einen Zeitraum zu verlängern, so dass Bindungsfristen der Fördergeber ein- gehalten werden können (mindestens 10 Jahre). 5. Die Verwaltung wird beauftragt den Betrieb des Fahrradparkhauses und der Toilettenanlage auszuschreiben und zu vergeben. Begründung Der Rat der Stadt Bonn hat in seiner Sitzung am 17.09.2015 (DS-Nr.: 1511906) die Verwaltung beauftragt, am Bahnhof Bad Godesberg eine Radstation zu planen. Schon im städtischen Bike&Ride-Konzept von 2015 wurde der Bedarf von ca. 200 Stellplätzen in einer Radstation am Bad Godesberger Bahnhof festgestellt. Die Verwaltung hat daraufhin eine Machbarkeitsstudie für eine Radstation am Godesberger Bahnhof in Auftrag gegeben. Im Jahr 2018 lagen hierzu erste Ergebnisse vor. Bei dieser Planung bestand noch Verbesserungspotential, vor allem im Bereich der Toilettenanlage. Auch die Belange des Denkmalschutzes waren nicht ausreichend berücksichtigt. Bezüglich des Betriebs der RadstationSeite 1 von 13 Seite 2 hat sich seitdem die Ausgangslage geändert: Durch gestiegene Kosten und verringerte Bundeszuschüsse haben sich die Rahmenbedingungen für die Caritas, die für die Stadt Bonn am Bonner Hauptbahnhof bereits seit vielen Jahren erfolgreich eine Radstation betreibt, mittlerweile verschlechtert. Daher steht die Caritas für den Betrieb einer Radstation am Standort in Bad Godesberg nicht mehr zur Verfügung. Eine personalbesetzte Radstation inklusive Serviceleistungen wird daher nicht möglich sein. Der damalige Beschluss sah in seiner Begründung in diesem Falle eine teil- oder vollautomatisierte Lösung vor. Da die Stadtverwaltung nach wie vor den Bedarf für diebstahlsichere und wettergeschützte Fahrradparkmöglichkeiten am Bad Godesberger Bahnhof sieht, hat sie die Machbarkeitsstudie durch das beauftragte Büro überarbeiten und an die neuen Voraussetzungen anpassen lassen. Der Begriff „Radstation“ ist eine geschützte Wort-/Bildmarke und Eigentum des ADFC NRW. Die Verwaltung verwendet daher für das Vorhaben im Godesberger Bahnhof ab sofort den Begriff „Fahrradparkhaus”. Die vorliegende Machbarkeitsstudie sieht keine Flächen für Servicebereich, Werkstatt oder Räume für Personal mehr vor. Stattdessen wurden auf diesen Flächen weitere Fahrradabstellanlagen geschaffen. Das geplante Fahrradparkhaus soll durch die Nutzer*innen mittels automatisierter Zugangskontrolle betreten und digital überwacht werden. Das Abstellen der Fahrräder erfolgt eigenständig. Dafür stehen nach aktuellem Planungsstand 260 Abstellmöglichkeiten in Doppelstockanlagen bereit. Zusätzlich sind fünf Einstellplätze für Sonder- und Lastenfahrräder vorgesehen. Da der zur Verfügung stehende Raum im denkmalgeschützten Gebäude klar begrenzt ist, bietet die Konzeption eines Fahrradparkhauses gegenüber einer Radstation den Vorteil, keine Flächen für o.g. Nutzungen vorhalten zu müssen, die die Abstellflächenkapazität für Radfahrende deutlich verringern würde. Die Machbarkeitsstudie sieht derzeit Gesamtkosten von etwa 1.100.000 € brutto vor. Darin enthalten sind Kosten für die Ausstattung (Doppelstockparker, Spinde etc.) von etwa 200.000 €. Bei der Suche nach einem Betreiber wäre noch zu klären ob die Ausstattung vom Betreiber selbst oder von der Stadt Bonn gestellt wird. Für den Bau von Fahrradabstellanlagen gibt es verschiedene Fördermöglichkeiten, so zum Beispiel die Förderrichtlinie Nahmobilität (FöRi- Nah). Hier sind Zuschüsse von bis zu 90 % der förderfähigen Ausgaben möglich. Da das Gebäude im Besitz der DB ist, steht die Maßnahme unter Vorbehalt der Genehmigung der DB. Die Finanzierung der Umbaumaßnahme erfolgt über die Wirtschaftspläne des SGB. Erläuterung Toilettenanlage Derzeit gibt es im Godesberger Bahnhof sowie im Bahnhofsumfeld keine öffentliche Toilette. Beim Umbau der ehemaligen Klangstation soll daher auch eine öffentliche Toilettenanlage errichtet werden. Dieser Umbau ist über dieSeite 2 von 13 Seite 3 Mobilitätsprogramme nicht förderfähig. Das geplante WC-Center soll Damen- und Herren-WCs, einen Wickelraum sowie eine barrierefreie Toilette erhalten. Um eine Toilettenanlage zu schaffen, die von möglichst allen Menschen genutzt werden kann, orientiert sich die Stadt Bonn in Abstimmung mit der Behindertengemeinschaft bei der Planung der barrierefreien Toilette am Konzept „Toilette für alle“. In einer "Toilette für alle" finden Menschen mit schweren Behinderungen alles, was sie für ihre persönliche Hygiene benötigen. Eine Toilette für alle soll die Inklusion und Teilhabe von Menschen mit Behinderungen am öffentlichen Leben fördern und sicherstellen, dass sie gleichberechtigten Zugang zu grundlegenden Einrichtungen haben. (mehr Informationen im Anhang sowie unter: https://www.toiletten-fuer-alle.de/). Bei der „Toilette für alle“ wird es sich um die erste Toilette dieser Art in Bonn handeln. Mit der Umsetzung dieses Projektes wird auch ein bedeutender Meilenstein für Menschen mit schweren Behinderungen in unserer Stadt gesetzt werden. Anlage/n 1 240326_Plan Machbarkeitsstudie Fahrradparkhaus Bad Godesberg Bahnhof (öffentlich) 2 240319_Erläuterungsbericht Fahrradparkhaus Bonn (öffentlich) 3 Broschuere Toiletten fuer alle (öffentlich)Seite 3 von 13 Automatikstation Fahrradparkhaus BHF Bad Godesberg abc.... abbruch der bestands wc-anlage / abst .. abbruch der bestands wc-anlage / flur +/- 0,00 = 64,80 BHF- Eingangshalle DOPPELSTOCKPARKER max. Höhe ca. 2,60 m 33 - 64 101 - 136 189 - 206 DOPPELSTOCKPARKER max. Höhe ca. 2,60 m 137 - 160 +/- 0,00=64,80 65 - 100 +/- 0,00 177 - 188 +/- =,000 SP 9 Stk Infobildschirm 1 - 32 243 - 260 165 - 176 NA 65/205 65/275 3 65/240 65/20524 189 - 206189 - 206 1 DOPPELSTOCKPARKER max. Höhe ca. 2,60 m 207 - 224225- 242 Reparatur Station Schlauchomat ZK ZK ZK NA Wandfliesen BHF-Halle denkmalgeschützt ZK 2 Fenster zurzeit zugeschalt temporäre Temperierung Klimageräte UK Decke barrierefreier Zugang BHF vorhanden Erdgeschoss Fahrradparkhaus mit öffl. WC- Center 1:100 260 FE + 5 LFE Automatikparker Bestandsgebäude SP 9 Stk 230V Steckdosen untere Parker 230V Steckdosen untere Parker 230V Steckdosen untere Parker 230V Steckdosen untere Parker 230V Steckdosen untere Parker230V Steckdosen untere Parker 230V Steckdosen untere Parker 230V Steckdosen untere Parker 230V Steckdosen untere Parker 230V Steckdosen untere Parker 230V Steckdosen untere Parker INDEX Datum Bearbeitung Bemerkung a 28.11.2023 voj Freigabe WC-Center Variante mit Wickelraum b 11.12.2023 voj Vervollständigung/ Ansicht Eingang WC-Center c 16.02.2024 voj Umplanung WC-Center Anregungen Behindertengemeinschaft d 12.03.2024 voj Umplanung WC-Center mit Toilette für alle, Freianlage Eingang Systemschnitt BHF - Halle / Fahrradparkhaus 9 Stk SP Spinde ( einfach ohne Ladefunktion ) 230V Lade Steckdosen untere Parker Legende Ausstattung Schlauchomat Reparatur Station Gez.: voj Maßst.: 1 : 100 Blattgr.: BLATT 03.2 Systemschnitt / Ansichtscollage Datum: Fahrradparkhaus/ Automatikstation/ mit öff. WC- Center / Toilette für alle Architekt Joachim Voigtländer Strassen 29 51429 Bergisch Gladbach Telefon 02204 / 83839 architekt@joachim-voigtlaender.de A1 12.03.2024 Diese Zeichnung ist urheberrechtlich geschützt! Vervielfältigung und Weiterleitung an Dritte nur mit unserer Zustimmung. ARCHITEKT.. Index d Auftraggeber Städtisches Gebäudemanagement Bonn SGB Stadthaus Berliner Platz 2 53111 Bonn Telefon 0228 / 772134 oeznur.binici@bonn.de Machbarkeitsstudie für die Umnutzung der "Klangstation" im Bahnhof Bad Godesberg zu einem vollautomatischen Fahrradparkhaus und Einbau eines WC - Centers für die Bundesstadt Bonn Collage - Ansicht Fahrradparkhaus Grünraum 4,25 Tech Entree barrierefreien Zugang herstellen 64,65 extensiv begrüntHolzkassettendecke Abstimmung Denkmalpflege radstation bike & rideradstation bike & ride Radstation Schlauchomat Radstation Entree ErweiterungBahnhofshalle Fliesenwand unter Denkmalschutz Blende 4 Schiebefenster erhalten Abstim. Denkmalpflege innen neue Funktionsfenster Iso. Holz-Kassettendecke erhalten Denkmalschutz 161 - 164 +/- 0,00= 61,00 Machbarkeitsstudie für ein Fahrradparkhaus im Bahnhof Bad Godesberg - Bundesstadt Bonn Stand 03/ 2024 M 1:100 Parkplatz A ca. 64,78 Stauraum Ein-Ausparker NA falls erf. Blende vor Deckenrand Abstim. DM-Plege Bahnsteigüberdachung DOPPELSTOCKPARKER max. Höhe ca. 2,60 m WC H SP 9 Stk Bäckerei 65/220 5 öffentl. WC- Center mit "Toilette für alle" DIN 18040 T1 Säugl.-Wickelraum / H + D WC NA barrierefreier Zugang herstellen höhen prüfen 5,00 1,20/2,25 1,865 2,25 1,20 WC D 2,25 Säugl. - Wickelr. 1,60 NA ? 1,50 0 NA 5,50 Toil. für alle ca.14,50 m2 52,87 2,05 Ab Brüstung erhalten U= 1,90m 1 2 3 4 64,46 64,60 64,62 64,85 64,15 Oberleitungsmast DB 64,41 64,58 64,51 Sickerpflaster 17 Fahrräder oder Mieträder Ende Maßnahme Fahrradstation 64,34 Gehweg Maternus Platz 5 6 optional Carsharing / E-Ladestation 1,6% Stg 1,6% Stg Tor erf. ? DM-Pflege E- Ladesäule E- Ladesäule U= 1,90m Rasen / Vogelschutzgehölze Rasen / Vogelschutzgehölze 5 1,43 64,73 64,73 Zaun zur DB- Trasse 70 Inst- Wand Inst- Wand Inst- Wand +/- 0,00 90 i.LiSeite 4 von 13 1 Erläuterung zur finalen Ausarbeitung „Machbarkeitsstudie Blatt 03 Index d“ für ein Fahrradparkhaus mit WC- Center im BHF Bad Godesberg Die Ausarbeitung sieht auf einer Nettofläche von ca. 365 m² im EG 260 Fahrradeinheiten als Doppelstock-Parker und 5 Lastenräder als Automatikstation vor. Im Blatt 03 d M 1:100 ist die Zusammenfassung der final ausgewählten Planungsvorschläge wie folgt dargestellt: - Zugang Radstation Automatikschiebetür zentralöffnend mit Notausgangsfunktion - Zugang Bahnhofhallenseite Automatik-Schiebe- oder Drehtür - Zugang WC-Center Automatik Drehtür - Alle drei Automatik-Zugänge barrierefrei DIN 18040 – 1 - Zugangskontrolle als Online- System - Bediensystem Spinde/ Schlauchomat / Reparaturstation ebenfalls online möglich - Eintragungen der Abstimmungen mit der Denkmalpflege, Bahnhofshalle und Radstation - WC- Center mit „Toilette für alle“ DIN 18040 T1 und separatem Säuglings-Wickelraum Sämtliche notwendige Ausstattungen einer optimal funktionierenden Radstation wurden mit einer Fachfirma für Fahrradstationseinrichtung vorabgestimmt. Spinde sind ohne Ladefunktion angedacht. Jeder Parker (130 Stk ) in der unteren Reihe soll mit einer Ladesteckdose ausgerüstet werden. Mieträder-Roller vor der Fahrradstation etc. sind nur nachrichtlich dargestellte Vorschläge aber nicht Bestandteil dieser Studie. Das Kameraüberwachungssystem wurde über eine Simulation anhand der Vorplanung voruntersucht. Die Planung wurde nach dem aktuellen Brandschutzkonzept abgeglichen. Notausgänge wie in der ersten Studie. Bei Realisierung ist das BSK zwingend fortzuschreiben. Der 2. RW im Bereich des WC-Centers muss auf Notwendigkeit geprüft werden. Statische Eingriffe, bis auf einige Türdurchbrüche und die Überprüfung der Stahlstützen an der großen Glasfassade sind augenscheinlich nicht erforderlich. Alle statischen Nachweise sind prüfpflichtig. Seitens HLS sind eigentlich nur Rückbauten der bestehenden WC- Anlagen und statischen Heizflächen erforderlich. Das WC-Center ist für die Be- Entwässerung, sowie heiztechnisch an die bestehenden Leitungen im Keller mit einem erheblichen Aufwand anzuschließen. Die niedrige Temperierung der Radstation soll über Deckenklimageräte und Split-Geräte erfolgen. Die Möglichkeit einer kurzfristigen temporären Beheizung über Klimageräte ist im Vergleich zu einer Temperierung über statische Heizkörper sehr viel flinker und wirtschaftlich und ökologisch sinnvoller. Die Elektroausstattung ist augenscheinlich komplett neu aufzubauen. Es befinden sich mehrere Unterverteilungen in dem Bereich Radstation, die rückgebaut werden müssen. Zur besseren Unterbringung der Unterverteilung, IT, Tel., Steuerungen etc.. wurde ein separater Technikraum eingeplant. Die Lichtmenge wurde in Form von ausgewählten Lichtlinien durch einen Fachplaner dimensioniert. Das WC-Center soll mit Einzeldecken-Spiegelleuchten ausgestattet werden. Die Ansichtsskizze- Collage auf dem Blatt 03d zeigt, dass die alten Verglasungen und Türen demontiert werden müssen und dafür eine neue Pfosten-Riegel-Systemverglasung auch am Zugangsraum zur Radstation (mit Automatikschiebtür, Vordach und Zutrittskontrollen) geplant ist. Die bestehende Putzfassade erhält einen neuen mineralischen Anstrich im Farbton der denkmalpflegerischen Festlegung. Türe ins WC-Center Glasrahmenelement in Abstimmung mit der Denkmalpflege. Die Freianlagengestaltung für den Eingangsbereich Fahrradparkhaus mit Rampe ca. 4 % wurde seitens SGB überplant und mit Bepreisung in die Studie und die Kostenschätzung aufgenommen. Mit Rücksicht auf den großen Baum im jetzigen Zugangsbereich, wird die Erschließung der Fahrradstation in Verlängerung der zentralen Entwurfsachse erfolgen. Der Eingriff in die bestehende Einfriedungsmauer ist mit der Denkmalpflege anzustimmen. Fazit/ Empfehlung Fazit dieser Machbarkeitsstudie ist die Darstellung einer realistischen Möglichkeit, die bisherigen Räume der ehemaligen Klangstation im Bahnhof Bad Godesberg zu einem Fahrradparkhaus, in einer dafür prädestinierten Ortslage, umzunutzen. Der Einbau eines öffentlichen WC- Centers, sowie einer Behinderten -„Toilette für alle „ mit der vorgeschlagenen Erschließung über den Bahnhofsvorplatz stellt eine notwendige Ergänzung des Mobilitätszentrums Bad Godesberg dar. Der Verfasser dieser Studie tendiert zur Lage der WC-Anlage am Stadtraum/ Maternus Platz, nicht nur weil somit mehr Fahrradparkplätze entstehen, sondern auch der Benutzerkreis sich auf alle Behinderten bezieht und nicht nur vorrangig auf Bahnfahrer/innen. Dies gilt natürlich auch für den schienenlosen ÖPNV. Die Vorteile gegenüber einem Neubau sind die zentrale Lage und die optimale verkehrs- technische Anbindung. Die dringliche und sinnvolle Umnutzung brachliegender Räume und die Aufwertung des gesamten Bahnhofsumfeldes von Bad Godesberg sind aussagekräftige Argumente eine Realisierung der Baumaßnahme zu unterstützen. aufgestellt 12.03.2024 architekt joachim voigtländer aknwSeite 5 von 13 Raum für den Wechsel Toiletten für alle für gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit schweren und mehrfachen BehinderungenSeite 6 von 13 Warum „Toiletten für alle“ Öffentlich zugängliche Toiletten sind in unserer mobilen Gesellschaft eine Selbstverständlichkeit. Auch barriere- freie Toiletten finden sich heutzutage an vielen Orten in Deutschland, ebenso Wickeltische für Babys. Doch für Menschen mit schweren und mehrfachen Behin- derungen ist ein gängiges Behinderten-WC unzureichend. Das betrifft vor allem Menschen mit hoher Querschnitts- lähmung, Schädel-Hirn-Trauma, angeborener schwerer Behinderung, Multipler Sklerose sowie mit altersbedingter Pflegebedürftigkeit oder Demenz. Eine „Toilette für alle“ bietet diesen Personen und ihren Begleitern die zusätzlich notwendige Ausstattung, um eine Toilette benutzen oder in liegender Position Inkonti- nenzeinlagen wechseln zu können – also einen „Raum für den Wechsel“. Die Toilettenräume sind ausreichend groß und mit einer Sicherheitsliege für Kinder, Jugendliche und Erwachsene ausgerüstet sowie mit einem Lifter für den sicheren und rückenschonenden Transfer vom Rollstuhl auf die Liege. Die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung, seit 2009 auch in Deutschland gültig, fordert die soziale Inklusion, also die umfassende und gleichbe- rechtigte Teilhabe aller Menschen unabhängig von der Schwere einer Behinderung. „Toiletten für alle“ leisten hierzu einen wesentlichen Beitrag. Heutige Situation Menschen mit Behinderung möchten, wie andere Men- schen auch, mit ihrer Familie, mit Freunden und Begleitern Veranstaltungen besuchen, einen Stadtbummel machen, an Freizeitaktivitäten teilnehmen und vieles mehr. Oftmals scheitert Inklusion aber schon an mangelnder Barrie- refreiheit. Nicht nur Treppen schließen Menschen mit Behinderung aus, sondern auch das Fehlen geeigneter Toilettenräume – eine bittere Erfahrung für die Betroffenen und ihre Eltern und Begleiter. Häufig bleibt nur folgendes Vorgehen übrig: • Die Person mit Behinderung wird zum Wechseln der Inkontinenzeinlage mangels Alternative auf den Boden einer öffentlichen Toilette gelegt. • Für die Begleitpersonen ist dies mühsam, kraftaufwen- dig und rückenbelastend. • Der Boden öffentlicher Toiletten ist unhygienisch und birgt Gesundheitsrisiken. • Das Wechseln der Inkontinenzeinlagen findet unter äußerst beengten Umständen statt, denn es befinden sich zwei bis drei Personen plus Rollstuhl im Raum. Niemand möchte unter solchen Umständen eine Toilette aufsuchen müssen. Die geschilderte Situation ist ohne Zweifel menschenunwürdig. Deshalb gehen Betroffene oft nur ein oder zwei Stunden aus dem Haus oder verzichten ganz auf Unternehmungen. 2Seite 7 von 13 Eine angemessene Toiletten- versorgung ist ein Menschenrecht! Die gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit schweren und mehr- fachen Behinderungen darf nicht aufgrund von fehlenden Toiletten scheitern. Deshalb setzt sich die Stiftung Leben pur für die Errichtung geeigneter Toiletten ein – für „Toiletten für alle“! 3Seite 8 von 13 Aus persönlicher Sicht 4 Simon Queisser mit Assistentin Jana Köhler Ich bin Fußballfan und gehe oft zu Bundesligaspielen ins Stadion. Toll ist, dass ich überall gut hinkomme. Es gibt sogar Behinderten-WCs. Für uns ist es aber wichtig, dass diese Toiletten auch noch eine Wickelliege und einen Lifter haben. Das bräuchte es an vielen Orten. Dann könn- ten wir auch mehr draußen unterwegs sein. Das fände ich echt klasse!Seite 9 von 13 5 Anja Gross mit Tochter Charlotte In der Tat ist die Wickelproblematik einer der Gründe, warum wir mit Charlotte so gut wie nie einen Ausflug machen können. Man legt ein achtjähriges Kind nicht mehr auf eine Decke am Boden und wickelt es - meist verbietet es eh das Wetter oder das Umfeld allge- mein, immer aber das Bedürfnis nach Privatsphäre! Wir hatten schon eine schreckliche Situation im Theater mit völlig ausgelaufener Windel. Mein Mann musste Lotti eine halbe Stunde in einer zu engen Toi- lette auf dem Arm balancieren, während ich versucht habe, das ganze lange Kind auszuziehen und frisch zu machen. Die Vorstellung haben wir halb verpasst und unsere beiden anderen Kinder saßen derweil allein im Saal. Nach so einem Erlebnis hat man noch weniger Lust, die Anstrengung auf sich zu nehmen, mit einem schwerbehinderten Kind Ausflüge zu ma- chen... Das ist schade, weil unsere Tochter Konzerte und Theatervorstellungen wahnsinnig genießt. Eine „Toilette für alle“ würde da manches erleichtern! Marlene Beilharz Ich gehe gern mit meinen Freunden in die Stadt zum Shoppen, ins Kino, in ein Café und auf Feste. Auch bei den Schulausflügen möchte ich natür- lich dabei sein. Das ist oft ganz schön schwierig, wenn ich auf die Toilette muss! Die sog. Behindertentoiletten sind für mich ungeeignet. Ich bräuchte solche „Toiletten für alle“, damit all das selbstverständlich oder überhaupt möglich ist!Seite 10 von 13 Ausstattung Eine „Toilette für alle“ weist zusätzlich zu den Anforderun- gen für eine barrierefreie Toilette nach DIN-Norm 18040 folgende Merkmale auf: • Raumgröße von mindestens 12 m² • Höhenverstellbare Liege mit abklappbarem Seitengitter, breit genug für Drehungen um die Körperlängsachse (mindestens 180 x 90 cm) • Decken- oder Standlifter zum sicheren Transfer vom Rollstuhl auf die Liege oder Toilette und zurück • Luftdicht verschließbarer Abfallbehälter Neben den für eine „Toilette für alle“ geforderten Merkma- len empfiehlt sich die Ausstattung mit einem höhenverstell- baren Waschbecken, einem Dusch-WC, einem Paravent zur Wahrung der Intimsphäre und einem Deckenhaken über dem WC für individuelle Transferhilfen, wie z.B. eine Strickleiter. Dies ist aber keine Voraussetzung für die Bezeichnung „Toilette für alle“. Mögliche Standorte Öffentlich zugängliche Gebäude und Einrichtungen, ins- besondere Neubauten, sollen zukünftig mit einer „Toilette für alle“ ausgestattet sein, die möglichst rund um die Uhr zugänglich ist. So zum Beispiel: • Behörden, Rathäuser und Tourismuszentren • Veranstaltungs-, Begegnungs- und Freizeitzentren • Kunst- und Kulturstätten wie Museen, Theater und Kinos • Vergnügungsparks, Tierparks und öffentliche Parkan- lagen • Sportstätten wie Fußballstadien und Schwimmbäder • Bahnhöfe, Flughäfen und Autobahnraststätten • Stadt- und Einkaufszentren • Gaststätten und Hotels An Orten, an denen es keine feststehenden Gebäude gibt, z.B. in Parks oder bei Großveranstaltungen, sind entspre- chend ausgestattete mobile Toilettencontainer einsetzbar. 6Seite 11 von 13 Blick in die Zukunft – unsere Ziele „Toiletten für alle“ sind bundesweit und flächendeckend vorhanden und ermöglichen Menschen mit schweren und mehrfachen Behinderungen die Teilnahme am öffentlichen Leben und das Reisen, so wie es in 2009 bereits Standard in Großbritannien („changing places“) wurde. Langfristig wird eine Erweiterung der bestehenden DIN- Norm 18040 für barrierefreie Toiletten um die Ausstat- tungsmerkmale einer „Toilette für alle“ an öffentlichen Orten angestrebt. Zum Schutz vor Vandalismus sollen diese WC-Anlagen nur Menschen zugänglich sein, die auf sie angewiesen sind. Deshalb ist ein bundesweit einheitliches Schließ- system vorgesehen (wie z.B. der Euro-WC-Schlüssel für barrierefreie Toiletten). Private und öffentliche Investoren und Veranstalter neh- men mit der Errichtung einer „Toilette für alle“ ihre gesell- schaftliche und soziale Verantwortung wahr und setzen ein Zeichen für die Inklusion von Menschen mit Behinde- rung. Die Standorte der Toiletten werden der Öffentlichkeit u. a. im Internet bekannt gemacht und beworben. Die Orte werden als Ausflugs- und Reiseziele für alle Menschen noch attraktiver, dadurch steigen Bekanntheit und Besu- cherzahlen. „Toiletten für alle“ sind ein entscheidender Beitrag zur Verbesserung der Lebensquali- tät von Menschen mit schweren und mehr- fachen Behinderungen und ein wichtiger Baustein auf dem Weg zu einer inklusiven Gesellschaft. Die Stiftung Leben pur setzt sich für diese Ziele ein. 7Seite 12 von 13 Kontakt, Beratung und weitere Informationen Stiftung Leben pur Wissenschafts- und Kompetenzzentrum Garmischer Straße 35 81373 München Tel. Fax info@toiletten-fuer-alle.de www.toiletten-fuer-alle.de Stifter 089 / 35 74 81-18 089 / 35 74 81-81 Bildnachweis: Türschloss © GaToR-GFX (fotolia) (S.1), Oberste Baubehörde München (S.1), Flughafen München (S.3), Fa. ArjoHuntleigh (S.6), Fotomontage: Consortium changing places (S.7)Seite 13 von 13
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bonn.social/@lage ↗Datenstand: 25.10.2026, 06:59 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de