240581 · Beschlussvorlage
Beschlussvorlage "Regionales Fahrradmietsystem"
Kerndaten
- Nummer
- 240581
- Art
- Beschlussvorlage
- Veröffentlicht
- 11.04.2024
- Letzte Änderung
- 22.10.2026
Orte
- Hauptbahnhof Hauptort
- F
- Südstadt
- Röttgen
- Hoholz
- Nordstadt
- Ippendorf
- Venusberg
- Poppelsdorf
- Beuel
- Bonn
Beratungsfolge
- Sitzung des Ausschusses für Mobilität und Verkehr Empfehlung
- Sitzung des Rates Entscheidung federführend
Dateien
- Sammeldokument öffentlich Öffnen ↗
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Volltext
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Beschlussvorlage öffentlich 240581 Die Oberbürgermeisterin Federführung: 61 Stadtplanungsamt Dezernat: Dez. III Beschlussvorlage "Regionales Fahrradmietsystem" Beratungsfolge Ausschuss für Mobilität und Verkehr 17.04.2024 Entscheidung Rat 18.04.2024 Entscheidung Beschlussvorschlag 1. Die Stadtverwaltung wird beauftragt, die weiteren Schritte zur Vergabe und Inbetriebnahme eines regionalen Fahrradmietsystems ab August 2025 im Rahmen des Öffentlichen Dienstleistungsauftrags (ÖDA) der SWBV-GmbH in Abstimmung mit den Beteiligten im Rhein-Sieg-Kreis (Rhein-Sieg-Kreis, RVK, RSVG) durchzuführen. 2. Dabei soll auf Bonner Stadtgebiet die Variante 3 umgesetzt werden. Begründung Seit März 2019 (Vertragsunterzeichnung am 02.07.2018) besteht in Bonn ein öffentlich zugängliches Fahrradmietsystem. Bedingt durch die sehr gute Nutzerakzeptanz und die daraus resultierenden hohen Ausleihzahlen (siehe Anlage 1), zählte das Fahrradmietsystem der Bundesstadt Bonn laut Aussagen der Firma nextbike bereits seit Sommer 2019 zu den drei erfolgreichsten Mietsystemen deutschlandweit. Ein Fahrradmietsystem kann im Verbund mit einem starken ÖPNV helfen, Menschen zum Umstieg vom eigenen PKW zum öffentlichen und nachhaltigeren Verkehr zu motivieren. So kann die „erste und letzte Meile“ bei einer Reise mit dem ÖPNV mit dem Fahrrad zurückgelegt werden. Dies macht Reisen mit öffentlichen Verkehrsmitteln schneller und komfortabler und somit auch attraktiver gegenüber dem eigenen PKW. Gleichzeitig sind mit dem Fahrradmietsystem Fahrten „von Tür zu Tür“ flexibel möglich. Mit einer Erhöhung des Radverkehrsanteils und einer Förderung des Umweltverbundes werden die Luft- und Lärmbelastung reduziert sowie die Erreichung der Klimaschutzziele unterstützt. Ein öffentliches Fahrradmietsystem fördert den Gedanken des Teilens und setzt ein Zeichen für ein nachhaltiges Konsumverhalten. Damit steht es ganz im Zeichen von „nutzen statt besitzen“ der shared-mobility-Angebote und ist ein wichtiger Bestandteil der Mobilitätswende. Ein regionales Fahrradmietsystem berücksichtigt die tatsächlichen Pendelbeziehungen und bietet den Nutzenden dadurch einen entscheidendenSeite 1 von 30 Seite 2 Mehrwert. Die von SWBV, als vorgesehene zukünftige Betreiberin analog zum aktuellen System, und Stadtverwaltung empfohlene Variante 3 vereint die Vorteile des bestehenden Systems mit kleineren Optimierungen, um unter Berücksichtigung der Kosten einen größtmöglichen Kundenkomfort zu gewährleisten. Zeitplanung: Aufgrund der anzunehmenden Lieferzeiten von 6 - 9 Monaten muss die Ausschreibung spätestens im Juni 2024 erfolgen um ein Fahrradmietsystem ab dem 01.08.2025 bereitstellen zu können. Eine Verlängerung der bestehenden Verträge über den 31.07.2025 hinaus sind bei den SWB sowie der RVK aus vergaberechtlichen Gründen nicht möglich. Für die Einhaltung des u.g. Zeitplanes ist ein zeitnaher politischer Beschluss notwendig. A. UNTERSCHIEDLICHE SYSTEME FÜR DIE FAHRRADBEREITSTELLUNG Auf Grundlage der geführten Industriedialoge mit potenziellen Anbietern1 sowie einer Marktrecherche bzgl. vorherrschender Fahrradmietsysteme wurden von der Arbeitsgruppe „Regionales Fahrradmietsystem“2 unterschiedliche Varianten für die Fahrradbereitstellung erwogen und einander gegenübergestellt. Die Arbeitsgruppe wurde von einem externen Berater mit Kenntnissen aus der Branche unterstützt3. Bei der empfohlenen Variante 3 wurden die Parameter „Anzahl an Standorten (insges./mit Servicelevel)“ und „Anzahl an Rädern“ unter der Berücksichtigung von Kundennutzen und Kosten von Berater und Arbeitsgruppe abgewogen und festgelegt. Ziel war es dabei, bei der Fortführung des Fahrradmietsystems bei der Qualität möglichst wenig Abstriche zu machen und gleichzeitig die Kosteneffizienz zu gewährleisten. Die Kosten aller Varianten sind von dem externen Berater geschätzt und können nur einen Anhaltspunkt liefern. Es ist geplant, die Ausschreibung über z.B. das Ausweisen von Optionen möglichst flexibel zu gestalten, so dass eine Optimierung der einzelnen Aspekte im laufenden Betrieb möglich ist. Im Folgenden werden drei Varianten vorgestellt: 1 Es wurden Industriegespräche mit folgenden potenziellen Anbietern geführt: DB Connect, Donkey Republic, Dott, fifteen, nextbike by TIER und Velocity. 2 Teilnehmende: RVK, RSVG, SWBV, RSK, Stadt Bonn 3 Externe Beratung durch: Dennis Steinsiek, ehem. Mitarbeitender der Fa. nextbike in BonnSeite 2 von 30 Seite 3 1. Variante 1: Status Quo (gelebt) Das bestehende Fahrradmietsystem in Bonn zeichnet sich insbesondere durch Folgendes aus: - 66 zumeist gekennzeichnete Stationen für die Räder in der Innenstadt sowie an ÖV-Haltestellen4 - max. 20 Ausgabestationen inkl. Servicelevel A+B für den Betreiber6 - Abstellen und Ausleihen für den Endnutzer im Freefloating möglich - Bereitstellung von 900 Rädern ohne Elektroantrieb mit einer 7-Gang- Nabenschaltung - Bereitstellung zusätzlich von 100 Rädern nach Bedarf (Eventflotte) - Bediengebiet: gesamtes Stadtgebiet - Übergabestandorte zum Rhein-Sieg-Kreis: 13 Stück - 30 Freiminuten pro Tag/aufteilbar für ÖV-Abokunden/Studenten Skizzierung des Status Quo (gelebt): Im aktuell gelebten Status Quo werden die Räder von den Nutzenden innerhalb des Bediengebietes hauptsächlich im Freefloating abgestellt (89 %; siehe Anlage zu DS 190995). Diese Möglichkeit wird auch von 90,4% der Teilnehmenden einer Befragung als „sehr wichtig“ bzw. „wichtig“ eingeschätzt (siehe Anlage 2)5. Die Beschwerdelage hinsichtlich störend abgestellter Räder in der Stadt insgesamt wird als überschaubar eingeschätzt. Offiziell gibt es lt. Betreiber 51 Stationen, an denen Fahrräder mit einem Servicelevel A+B6 bereitgestellt werden, davon liegen ca. 30 in Randbereichen (siehe Anlage 5). Von der Fa. nextbike bedient werden jedoch aus unterschiedlichen Gründen (siehe Anlage 3) max. 20 Stationen. Das Nachhalten der vereinbarten Servicelevel durch den Betreiber ist für die SWBV über das vom Betreiber zur Verfügung gestellte Dashboard nur schwer möglich. Pedelecs sind in dem bestehenden System nicht verfügbar. Infolgedessen und aus o.g. Gründen sind innerhalb z.B. der Stadtteile Röttgen, Ippendorf und Venusberg oder Hoholz, Nieder- und Oberholtdorf eher wenig Ausleihen und eine geringe Verlässlichkeit des Systems zu verzeichnen. Die Ausgabestandorte für den Betreiber sind meist über ein Schild und teilweise zusätzlich über eine Bodenmarkierung gekennzeichnet. Übersicht der hauptsächlichen Vor- und Nachteile der Variante 1 (Status Quo gelebt): 4 An diesen Stationen kann von den Nutzenden ein Fahrrad abgestellt werden. 5 Im Auftrag von SWBV wurde seitens Eidmann & Killian Managementberatung in der Bundesstadt Bonn eine Befragung über das Fahrradmietsystem durchgeführt. Befragt wurden rund 500 Personen. Dabei kam heraus, dass knapp über 48% der Erhebungsteilnehmer den Free-Floating Ansatz als "sehr wichtig" und 39% als "eher wichtig" ansehen. 6 Servicelevel A+B: Auffüllen der Stationen mit einer definierten Anzahl an Fahrrädern innerhalb eines Zeitraumes von 24 bzw. 48h.Seite 3 von 30 Seite 4 + Vorteile: - hoher Kundenkomfort durch Freefloating - kostengünstiges System - Nachteile: - mittlere bis geringe Verlässlichkeit in den Randbereichen Diese Variante könnte durch eine Erhöhung der Anzahl an Rädern, die Einführung von Pedelecs und/oder eine Einschränkung des Bediengebietes optimiert werden. Eine Verbesserung des Servicelevels ist jedoch nur unter sehr hohen Kosten zu realisieren (siehe Anlage 3). 2. Variante 2: ursprüngliche Ausschreibung Die Ausschreibung des Fahrradmietsystems in 2018 hatte ursprünglich einen höheren Kundenkomfort zum Ziel, als dies über den Status Quo (gelebt) realisiert wurde. Das geforderte Fahrradmietsystem in Bonn sollte sich im Unterschied zum Status Quo (gelebt) insbesondere durch ein deutlich höheres Servicelevel sowie durch mehr Ausgabepunkte für den Betreiber auszeichnen: - 100 feste Ausgabepunkte der Räder durch die Fa. nextbike in der Innenstadt sowie an ÖV-Haltestellen - davon ca. 80 Stationen inkl. Servicelevel A+B für den Betreiber - gleichzeitige Beibehaltung von Abstellen und Ausleihen für den Endnutzer im Freefloating Übersicht der hauptsächlichen Vor- und Nachteile von Variante 2 (ursprüngl. Ausschreibung): + Vorteile: - hoher Kundenkomfort durch Freefloating - große Verlässlichkeit des Systems durch sehr hohen Servicelevel - Nachteile: - Kosten i. H. v. schätzungsweise 3,96 Mio. Euro p.a. Nach Einschätzung des Beraters muss für diese Variante 2 von einem Bedarf an mind. 2.500 Rädern (+180% i.Vgl. zum Status Quo gelebt) zur Gewährleistung einer zufriedenstellenden Verfügbarkeit ausgegangen werden. Gleichzeitig steigen die Kosten für eine Gewährleistung eines Servicelevels an so vielen Stationen extrem an.Seite 4 von 30 Seite 5 3. Variante 3: kombiniertes System (Empfehlung) Diese Variante 3 kombiniert die Vorteile von Variante 1 (Status Quo gelebt) in den zentralen Bereichen der Stadt mit der Verlässlichkeit von Variante 2 (ursprüngl. Ausschreibung) in den Randbereichen und zeichnet sich durch Folgendes aus: - freies Abstellen der Fahrräder im Zentrum der Stadt Bonn (Zentrum, Nordstadt, Südstadt, Beuel, Poppelsdorf) - Ergänzung zusätzlich durch physisch sichtbare Stationen im Zentrum für das Ausbringen der Fahrräder (insbes. an Mobilstationen und neuralgischen Punkten wie z.B. dem Hauptbahnhof) - Ausweisung von Stationen in den äußeren Bereichen der Stadt kombiniert mit Abstellzonen entlang der ÖPNV-Linien und weiteren kundenrelevanten Straßenzügen - Festlegung von ca. 30 Ausgabestationen inkl. Servicelevel A+B für den Betreiber zur Einschränkung der Kosten. Übersicht der hauptsächlichen Vor- und Nachteile des Szenarios: + Vorteile: - hoher Kundenkomfort durch Freefloating in zentralen Bereichen der Stadt - höhere Verlässlichkeit in den Randbereichen als der Status Quo gelebt - deutlich geringere Kosten als der ursprünglich geforderte Leistungsrahmen nach Variante 2 (ursprüngliche Ausschreibung) - Nachteile: - geringfügige Einschränkung des Kundenkomforts in den Randbereichen für Einzelne Skizzierung der Variante 3: In dieser Variante 3 werden die Vorteile des aktuell gelebten Systems (Status Quo gelebt) mit einer erhöhten Verlässlichkeit in den Randbereichen kombiniert. Zur Gewährleistung einer zufriedenstellenden Verfügbarkeit wird von dem Berater von einem Bedarf an mind. 1.300 Rädern (+44% i.Vgl. zum Status Quo gelebt) ausgegangen7. Gegenüber dem Status Quo gelebt verringert sich der Kundenkomfort durch Wegfall der vollumfänglichen stadtweiten Freefloating-Zone lediglich für Einzelne. Bei Realisierung dieser Variante 3 wird an neuralgischen Punkten ein verstärktes Augenmerk auf eine etwaige Beeinträchtigung für den Fußverkehr 7 Dies entspricht ungefähr der Berechnung zu dem Fahrradmietsystem für Düsseldorf von ca. 4 Leih-Fahrrädern pro 1.000 Einwohnern.Seite 5 von 30 Seite 6 gelegt und bei Bedarf Parkverbotszonen ausgewiesen (siehe (DS 202321, DS 222180, DS 212386). Die Ausweisung von Stationen für das Fahrradmietsystem erfolgt insbesondere an Mobilstationen und an (künftigen) Stationen für E-Scooter. B. SCHÄTZKOSTEN In Tabelle siehe Anlage 7 werden die Variante 1 (Status Quo gelebt) und Variante 2 (ursprüngl. Ausschreibung) der von SWBV und Stadtverwaltung empfohlenen Variante 3 (kombiniertes System) gegenübergestellt. Von Seiten des Rhein-Sieg-Kreises ist eine Realisierung aller drei Varianten möglich8. Der Rhein-Sieg-Kreis besteht weiterhin auf ein stationäres System im Kreisgebiet. Nach erfolgter politischer Beschlussfassung werden mit dem Rhein-Sieg-Kreis Möglichkeiten besprochen, das Fahrradmietsystem für den Endnutzenden möglichst einfach nutzbar zu gestalten. Es ist vorgesehen, die einzelnen Leistungspakete der Beteiligten im Rahmen der gemeinsamen Vergabe modular auszuschreiben, sodass wiederum eine Beauftragung jeweils durch den Leistungserbringer ermöglicht wird. Die in Anlage 7 dargestellten Kosten beschreiben den "Bonner Anteil" und sind im Falle einer Beschlussfassung im Wirtschaftsplan der SWBV und in der Haushaltsplanung der Stadt abzubilden. Die Mittel sind für den städtischen Doppelhaushalt 2025 / 2026 angemeldet. Das Potenzial, Einnahmen über Co-Branding der Räder (von z.B. großen Firmen; analog Düsseldorf) zu generieren, wird als gering eingeschätzt. Zugleich werden mit dem Studierendenausschuss (AStA) Gespräche geführt, mit dem Ziel einen Zuschuss für das Fahrradmietsystem für die vergünstigte Bereitstellung der Räder für Studierende zu bekommen. C. TARIF Tarif für die Endnutzenden Ein Tarifvorschlag in Anlehnung an die aktuell bestehenden Tarife der Beteiligten befindet sich in Anlage 4. Hier fallen keine monatlichen Grund- oder Startgebühren an und die Preise für eine Kurzzeitmiete sind möglichst günstig gehalten. Theoretisch besteht die Möglichkeit, das Fahrradmietsystem mit einem Tarif 8 Lt. Einschätzung des Beraters müssen folgende Kosten für ein Fahrradmietsystem im Minimum angenommen werden: 60 EUR netto pro Fahrrad und Monat (bzw. 110 EUR netto pro Pedelec und Monat) bei gleichzeitiger Einbehaltung der Fahrterlöse durch den Betreiber. Infrastrukturkosten sind bei der Kostenabschätzung nicht berücksichtigt.Seite 6 von 30 Seite 7 zu versehen, der (einen Teil) der Kosten refinanziert. Relevante Stellschrauben, um Einnahmen zu generieren sind neben den Preisen pro genutzter Minute die monatlichen Grundgebühren bzw. Startgebühren pro Ausleihe. Beispiele hierfür sind E-Scooter-Anbieter, bei denen davon ausgegangen werden kann, dass deren Angebot ungefähr kostendeckend gestaltet ist. Hier fallen Kosten in Höhe von z.B. 1 EUR Startgebühr zzgl. 15-25 Cent pro Minute an, d.h. mind. 3,25 EUR pro 15 Min bzw. 10 EUR pro Stunde. Darüber hinaus werden oft Tages- und Monatstarife (6,99 EUR/39 EUR) als unechte Flats9 angeboten. Ein solcher Tarif wird als Ergebnis der Abstimmungen im Arbeitskreis zu Gunsten der Realisierung eines regionalen Fahrradmietsystems und aufgrund einer angenommenen fehlenden Kundenakzeptanz nicht empfohlen. Gewährung von Freiminuten für VRS-ÖPNV-Abokunden Knapp über 80% aller Ausleihen haben eine Dauer von unter 15 Minuten. Über drei Viertel davon fallen unter die Nutzung von Freiminuten und stehen somit für einen Wegfall der Mieteinnahmen für die Betreiber. Dieses wird entsprechend von Betreiberseite einkalkuliert und sich im Angebotspreis widerspiegeln. Aufgrund der Verknüpfung mit dem ÖPNV wird trotzdem eine solche Vergünstigung empfohlen. Aktuell bekommen ÖV-Abokunden in Bonn 30 Freiminuten pro Tag bei der Nutzung des Fahrradmietsystems. Der Rhein-Sieg-Kreis gewährt zur Zeit 30 Freiminuten pro Ausleihe (analog Köln, Düsseldorf10). Da bei einem regionalen Fahrradmietsystem der Tarif einheitlich sein sollte und keine Verschlechterung der bestehenden Konditionen empfohlen wird, hat sich die Arbeitsgruppe in ihrem Tarifvorschlag auf die Gewährung von 30 Freiminuten pro Fahrt geeinigt (siehe Anlage 4). D. WEITERES a. Nutzergruppen und Nutzungszweck Die hauptsächlichen Ausleihen des Fahrradmietsystems erfolgen in Bonn durch ÖV-Abokunden (44,8%) und Studierende (25,4%; siehe Anlage 5). Genutzt werden die Räder zu dem größten Teil für Fahrten unter 15 Min. (80,9%; siehe Anlage 5). Als Fahrtzwecke angenommen werden über alle Zielgruppen hinweg die Wege von/zu ÖV-Haltestellen, Uni/Arbeitsstellen sowie Freizeitangeboten. Zu einem sehr geringen Anteil werden die Fahrräder für mehrstündige Ausflüge (1,1%; siehe Anlage 5) verwendet. b. Übergabestandorte aktuell Der Bedarf nach einem regionalen Fahrradmietsystem wurde bereits 2020 9 https://www.test.de/E-Scooter-Sharing-Roller-Flatrates-mit-teuren-Hintertuerchen-5776262-0/ 10 Bielefeld: 60 Freiminuten pro Ausleihe nur für Studenten, keine Vergünstigungen für ÖV- Abokunden Aachen: 30 Freiminuten pro Fahrt bei Buchung des Monatstarifes Velo30 (Kosten: 28 €)Seite 7 von 30 Seite 8 erkannt (DS 200225). Daraus resultierte die Einrichtung von Übergabestandorten für die Räder der unterschiedlichen Systeme (5 Standorte für Räder aus Bonn, 5 Standorte für Räder der RSVG, 3 Standorte für Räder der RVK; siehe DS 221502). Die Fahrräder werden sowohl für das Ein-, als auch für das Auspendeln genutzt. Nach aktuellem Status Quo (gelebt) werden eingependelte Pedelecs auch innerhalb des Bonner Stadtgebietes weitervermietet. Eine Relokation der Räder erfolgt nach Bedarf. c. E-Scooter Zusätzlich zu den 900 Fahrrädern im Fahrradmietsystem waren Ende 2023 insgesamt 2.500 E-Scooter der Anbieter Bolt, TIER und Voi im Stadtgebiet Bonn unterwegs. d. Pedelecs Da der Rhein-Sieg-Kreis an seinem aktuell vorhandenen System festhalten und auch Pedelecs vorhalten wird und auch im Bonner Stadtgebiet insbesondere bei zu überwindenden Höhenunterschieden von einem gewissen Bedarf an Pedelecs ausgegangen werden kann, wird ein Anteil von bis zu 20 Prozent an Pedelecs über Zusatzoptionen in der Ausschreibung vorgehalten. Ein reines Pedelec-System wird aufgrund der höheren Kosten nicht empfohlen. Ein Betrieb über Wechselakkus wird aufgrund der Machbarkeit unter Berücksichtigung der Kosten (lt. Industriegespräche) präferiert. Die Stadt Bonn und die SWB unterstützen den Betreiber bei Bedarf bei der Installation von einzelnen Standorten inkl. Lademöglichkeit im Stadtgebiet. e. Übergangszeitraum Es wird ein Übergangszeitraum von 3 Monaten gewährt, um die Kosten für die Inbetriebnahme des neuen Systems vertretbar zu halten. f. Flexibilität Das Fahrradmietsystem wird so ausgeschrieben, dass Anpassungen hinsichtlich Servicelevel, Abstellzonen bzw. Parkverbotszonen, Lage und Anzahl an Stationen und Ausbringstandorten sowie die Anzahl an Fahrrädern je nach Bedarf möglichst flexibel gestaltet werden können. Damit sind auf Grundlage von aktuellen Gegebenheiten und der Auswertung von Nutzungsdaten Anpassungen möglich. g. Stationen Hinsichtlich des Aufwandes für die Erstellung der Stationen sind folgende Arten zu unterscheiden: o baulich angelegte Stationen mit Abstell- und ggf. Lademöglichkeiten fürSeite 8 von 30 Seite 9 die einzelnen Fahrräder, o physisch sichtbare Stationen mit Beschilderung und Bodenmarkierung sowie o virtuelle Stationen, die lediglich über die APP des Anbieters nicht aber im Stadtbild ersichtlich sind. Auf die Einrichtung einer Vielzahl an neuen baulich angelegten Stationen soll verzichtet werden. Bereits bestehende Stationen/Stromanschlüsse z.B. im Rhein-Sieg-Kreis sollen von dem künftigen Betreiber genutzt werden. Etwaige Kosten für baulich angelegte Stationen bzw. die Anpassung von diesen soll der Betreiber tragen. h) Abstellzonen/Parkverbotszonen innerhalb eines Freefloating-Systems Aufgrund der aktuellen politischen Beschlusslage muss ein verstärktes Augenmerk auf eine etwaige Beeinträchtigung für den Fußverkehr gelegt werden (siehe (DS 202321, DS 222180, DS 212386). Dies kann sowohl die Ausweisung von Parkverbotszonen oder aber Abstellzonen bedeuten, als auch die Einrichtung von (verpflichtend zu nutzenden) Stationen – entweder an neuralgischen Punkten oder aber in der gesamten Stadt. Bei der Realisierung des neuen, regionalen Fahrradmietsystems sollen möglichst wenig Restriktionen angewendet werden um einen möglichst großen Komfort für den Kunden zu gewährleisten. i) Servicelevel/Relokationsaufwand Ein Servicelevel garantiert die Verfügbarkeit von Fahrrädern innerhalb eines bestimmten Zeitraumes (meist unterschieden nach einer geforderten Relokation innerhalb von zumeist 24, 48 und 72h) an definierten Standorten. Mit Zunahme des Servicelevels steigen durch den damit verbundenen Relokationsaufwand die Kosten sehr stark an. Um die Realisierbarkeit zu gewährleisten, müssen Servicelevel und Anzahl an Fahrräder in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen. Zur Optimierung des Gesamtsystems muss es möglich sein, die entsprechenden Parameter auch im laufenden Betrieb anzupassen. Finanzielle Auswirkungen: Produktgruppe Produktgruppenbezeichnung Produkt Produktbezeichnung 1.12.07 Verkehrsplanung 1.12.07.02 Planung ÖPNV Investive Kosten der Maßnahme Brutto Finanzstelle / FiPos Veranschlagt in Noch bereit- zustellen Deckung Auszahlungen Einzahlungen Investiver FinanzsaldoSeite 9 von 30 Seite 10 Konsumtive Kosten der Maßnahme jährlich einschließlich Folgekosten Brutto Finanzstelle / FiPos Veranschlagt in Noch bereit- zustellen Deckung Auszahlungen / Aufwendungen 1.380.000,00 EUR 161001207, Innenauftrag 6100004 2025 Einzahlungen / Erträge 0,00 EUR Haushaltsbelastung 1.380.000,00 EUR Anlage/n 1 Anlagen 1-6 (öffentlich) 2 Anlage 7_Schaetzkosten (öffentlich)Seite 10 von 30 1 Anlage 1: Entwicklung der Ausleihen des Fahrradmietsystems in Bonn sowie registrierte Nutzende, gefahrene km, CO2-Einsparung1 über den Gesamtzeitraum hinweg 1 Berechnung nach: Einspar-Rechner (adfc-bw.de) 1Seite 11 von 30 2 Anlage 2: Evaluation des Fahrradmietsystems (Auswahl)Seite 12 von 30 3Seite 13 von 30 4Seite 14 von 30 5 Anlage 3: Fahrradmietsystem 2.0 für BonnSeite 15 von 30 6Seite 16 von 30 7Seite 17 von 30 8Seite 18 von 30 9Seite 19 von 30 10Seite 20 von 30 11Seite 21 von 30 12Seite 22 von 30 13 Anlage 4: Tarifvorschlag für das regionale Fahrradmietsystem in Bonn Standardräder NEU Standardräder ALT E-Bikes NEU (bislang kein Angebot) E-Lastenrad (Tarif bleibt gleich) Jahresgebühr - 3 € / Jahr - - Basistarif 1 € / 15 Minuten 1 € / 30 Minuten 2 € / 30 Minuten 3 € / 30 Minuten VRS-Tarif 0 € / 30 Minuten pro Fahrt 0 € / 30 Minuten pro Tag 1 € / 30 Minuten 1,50 € / 30 Minuten max. Basistarif 15 € / 24 h 8 € / 24 h 18 € / 24 h 27 € / 24 h max. VRS-Tarif 9 € / 24 h 8 € / 24 h 12 € / 24 h 13,50 € / 24 h Monatstarif (Möglichkeit, keine Vorgabe für den Betreiber) 10 € / Monat, 0 € / 30 Minuten pro Ausleihe, danach 1 € / 30 Minuten, max. 9 € / 24 h 10 € / Monat, 0 € / 30 Minuten pro Ausleihe, danach 1 € / 30 Minuten, max. 8 € / 24 h Jahrestarif (Möglichkeit, keine Vorgabe für den Betreiber) 48 € / Jahr, 0 € / 30 Minuten pro Ausleihe, max. 9 € / 24 h 48 € / Jahr, 0 € / 30 Minuten pro Ausleihe, max. 8 € / 24 h Übernachttarif (Basis) 2 € / 17-8 Uhr 3 € / 17-8 Uhr 6 € / 17-8 Uhr Übernachttarif (VRS) 1 € / 17-8 Uhr 2 € / 17-8 Uhr 3 € / 17-8 Uhr Weitere Besonderheiten: - Ausleihe von bis zu 4 Rädern auf einen Account - Sonderkonditionen gelten nur für das erste Rad - Empfehlung: keine Vorschriften hinsichtlich Monats- und JahrestarifSeite 23 von 30 14 Anlage 5: Statistiken der Fa. nextbike zu dem aktuellen Fahrradmietsystem in Bonn Summe (66 Standorte): 16 A-Standorte 35 B-Standorte 15 C-Standorte bislang noch nicht kostenpflichtigSeite 24 von 30 15 0 20 40 60 80 100 120 140 160 00:00:00 01:00:00 02:00:00 03:00:00 04:00:00 05:00:00 06:00:00 07:00:00 08:00:00 09:00:00 10:00:00 11:00:00 12:00:00 13:00:00 14:00:00 15:00:00 16:00:00 17:00:00 18:00:00 19:00:00 20:00:00 21:00:00 22:00:00 23:00:00 Ausleihen nach Uhrzeit (01.09.2018 bis 31.01.2024) Wochenende Werktag 0 200000 400000 600000 800000 1000000 1200000 1400000 1600000 ÖV-Abokunden Sonstige Studenten Ausleihen (01.09.2018 bis 31.01.2024) 0 500000 1000000 1500000 2000000 2500000 3000000 < 15 15-30 30-45 45-60 60-75 75-90 90-120 120-180 >=180 Fahrtdauer (01.09.2018 bis 31.01.2024) 80,9% 14,2% 2,1% 0,8% 0,4% 0,3% 0,4% 0,3% 0,7% 44,8% 29,8% 25,4% 0 500000 1000000 1500000 2000000 2500000 3000000 Station <> Station Flex <> Station Station <> Flex Flex <> Flex Ausleih- und Rückgabestandorte (01.09.2018 bis 31.01.2024) 86,8% 6,4% 5,9% 1,0%Seite 25 von 30 16 Tarif: Anlage 6: Beispiele von Fahrradmietsystemen aus Köln, Düsseldorf, Aachen und Bielefeld (Tarif, Bediengebiet, Anzahl Fahrräder, Einwohner) KÖLN 1.092481 Einwohner (Stand 07.2023) 3.000 KVB-Bikes (=2,75 Räder pro 1.000 EW) System: innerstädtisches Freefloating kombiniert mit Stationen in den RandbereichenSeite 26 von 30 17 Tarif: DÜSSELDORF 629 567 Einwohner (Stand 09.2023) 2.500 Räder (=3,97 Räder pro 1.000 EW) System: stationsgebunden (400 Stationen)Seite 27 von 30 18 AACHEN 262 040 Einwohner (Stand 01.2023) >500 Pedelecs (=1,9 Räder pro 1.000 EW) System: stationsgebunden (>70 Stück)Seite 28 von 30 19 BIELEFELD 338 332 Einwohner (Stand 12.2022) 725 Räder meinSiggi (=2,14 Räder pro 1.000 EW) System: stationsgebunden (60 Stück) + Flexstraßen Tarif:Seite 29 von 30 Anlage 7: Schätzkosten Variante 1: Status Quo gelebt (Freefloating) Variante 2: ursprüngl. Ausschreibung (Freefloating + 100 Stationen) Variante 3: kombiniertes System Zentrum, Südstadt, Nordstadt, Beuel, Poppelsdorf Freefloating Freefloating Freefloating außerhalb Stationen + Abstellzonen Anzahl an Stationen für die Nutzenden 66 100 nach Bedarf, bis zu 100 Anzahl an Stationen mit einem Servicelevel A-B max. 20 80 30 Anzahl an Rädern (Minimum, empfohlen) 900 2.500 1.300 Schätzkosten (%) 100% wahrscheinlich 500% wahrscheinlich 150% Schätzkosten Fahrräder (€) 648 T€ p.a. 3,24 Mio.€ p.a. 972 T€ p.a. Schätzkosten Pedelecs (€) 238 T€ p.a. 660 T€ p.a. 343 T€ p.a. Schätzkosten Verwaltungsaufwand SWB (€) 60 T€ p.a. 60 T€ p.a. 60 T€ p.a. Schätzkosten insges. (€) 946 T€ p.a. 3,96 Mio. € p.a. 1,38 Mio. € p.a.Seite 30 von 30
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bonn.social/@lage ↗Datenstand: 24.10.2026, 10:49 MESZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de