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260706 · Große Anfrage

Große Anfrage von Volt: Darlegung des Ablaufs zwischen Rückzugsangebot und fristloser Kündigung von SWB-Geschäftsführer Olaf Hermes

Nummer
260706
Art
Große Anfrage
Veröffentlicht
17.04.2026
Letzte Änderung
18.09.2026
  1. Sitzung des Rates 09.07.2026 Kenntnisnahme
  1. Sammeldokument öffentlich pdf · 69,8 KB Öffnen ↗

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Große Anfrage
öffentlich
260706Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch)
Fragesteller/in:
Volt-Gruppe im Rat der Stadt Bonn
Uwe Feddern
Karin Langer
16.04.2026
Große Anfrage von Volt: Darlegung des Ablaufs
zwischen Rückzugsangebot und fristloser
Kündigung von SWB-Geschäftsführer Olaf Hermes
Beratungsfolge
Rat 07.05.2026 Kenntnisnahme
Fragestellung
Der Oberbürgermeister wird aufgefordert, folgende Fragen zu beantworten:
1. Welche Geschehnisse und welcher Ablauf vollzogen sich zwischen dem
Rückzugsangebot von Olaf Hermes und seiner fristlosen Kündigung?
2. Welche Rolle hat der Oberbürgermeister in der Absprache und
Koordination mit dem Rhein-Sieg-Kreis, der Stadt Troisdorf und den
weiteren Gesellschaftern der Stadtwerke Bonn (SWB) eingenommen?
Begründung
Die Ereignisse rund um den Abgang von SWB-Geschäftsführer Olaf Hermes
werfen schwerwiegende Fragen über die Führung und Steuerung des
städtischen Unternehmens auf. Der Ablauf stellt sich nach aktuellem
Kenntnisstand wie folgt dar:
• Am 11. März 2026 kündigte Hermes in einer Aufsichtsratssitzung seinen
vorzeitigen Rückzug bis zum Sommer an. Er begründete dies damit,
dass die Vertrauensbasis mit Oberbürgermeister Guído Déus und
Rhein-Sieg-Landrat Sebastian Schuster (CDU) zerstört sei – auch
infolge des von den SWB eingeleiteten Compliance-Verfahrens.
• Der Aufsichtsrat stellte sich, gemäß Berichterstattung, in einer
Sondersitzung geschlossen hinter Hermes. OB Déus signalisierte
daraufhin Gesprächsbereitschaft und bot eine Vertragsverlängerung an.
• Der Stadtrat verabschiedete am 12. März 2026 einvernehmlich eine
Resolution, in welcher der Rat dem Geschäftsführer und Vorstand sein
ausdrückliches Vertrauen aussprach.
• Nachdem zunächst eine Einigung erzielt schien, kündigte Hermes am
24. März 2026 fristlos und mit sofortiger Wirkung. Als Grund nannte er,
Schaden von den rund 2.600 Mitarbeitenden und dem SWB-KonzernSeite 1 von 2
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abwenden zu wollen.
Volt, sowie andere Fraktionen, Gruppen und einzelne Stadtverordnete, sind im
Aufsichtsrat der SWB nicht vertreten und haben daher keinen direkten Einblick
in die Vorgänge, die zur fristlosen Kündigung geführt haben. Gleichwohl
bestehen erhebliche öffentliche Interessen an einer vollständigen Aufklärung,
da:
• die SWB ein 100-prozentiges Tochterunternehmen der Stadt Bonn ist
und der Rat als oberstes Kontrollgremium Rechenschaft einfordern
kann;
• der Abgang des Geschäftsführers inmitten einer laufenden
staatsanwaltschaftlichen Prüfung und einer ungeklärten Compliance-
Affäre erfolgte;
• die Rolle des Oberbürgermeisters bei der Absprache und Koordination
mit den weiteren Gesellschaftern – insbesondere dem Rhein-Sieg-Kreis
und der Stadt Troisdorf – bislang nicht transparent dargelegt wurde;
• das Scheitern der Einigung nach nur einer Woche grundlegende Fragen
über das Verhandlungsgeschick und die Verlässlichkeit der städtischen
Führung aufwirft.
Volt steht für eine sachliche und lückenlose Aufarbeitung der Hangelar-Affäre.
Dieser Antrag dient der Wahrnehmung der demokratischen Kontrollpflicht des
Rates gegenüber der Verwaltung und den städtischen Beteiligungen.
Anlage/n
KeineSeite 2 von 2

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