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261297-01 ST · Stellungnahme der Verwaltung

Linke Große Anfrage: Bonns wichtigste 150 Unternehmen

Nummer
261297-01 ST
Art
Stellungnahme der Verwaltung
Veröffentlicht
05.08.2026
Letzte Änderung
23.10.2026
  • Bonn Stadtbezirk Hauptort
  1. Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft, Liegenschaften und Arbeit 03.09.2026 Kenntnisnahme
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Übergeordnet

  1. 261297 Linke Große Anfrage: Bonns wichtigste 150 Unternehmen

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Stellungnahme der Verwaltung
öffentlich
261297-01 ST
Der OberbürgermeisterDokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch)
Federführung:
03 Amt für Wirtschaftsförderung
Dezernat:
Dez. OB
Linke Große Anfrage: Bonns wichtigste 150
Unternehmen
Beratungsfolge
Ausschuss für Wirtschaft, Liegenschaften und
Arbeit
03.09.2026 Kenntnisnahme
Inhalt der Stellungnahme:
Frage 1: Welche Unternehmen finden sich auf der Liste der 150 wichtigs-
ten Bonner Unternehmen?
Von einer unternehmensbezogenen Veröffentlichung der vollständigen Liste im
Rahmen dieser öffentlich behandelten Anfrage sieht die Verwaltung ab. Die
Zuordnung einzelner Unternehmen zu den in Antwort zu Frage 2 dargestellten
Auswahldimensionen ließe im Einzelfall Rückschlüsse auf wirtschaftliche Ver
hältnisse der betroffenen Unternehmen zu, die als schutzwürdig einzustufen
sind.
Folgendes kann die Verwaltung ergänzend zur Protokollnotiz ausführen:
Das Key-Account-Management umfasst aktuell rund 150 Unternehmen aus
nahezu allen für den Wirtschaftsstandort Bonn relevanten Branchen und
Größenklassen. Die Liste bildet insbesondere folgende Bereiche ab:
• Industrie, verarbeitendes Gewerbe und Handwerk (u. a. Automobilzuliefe
rer, Metallverarbeitung, Bauhandwerk, Haustechnik)
• Informations- und Kommunikationstechnologie sowie Cybersicherheit
• Gesundheitswirtschaft (Kliniken, Medizintechnik, Gesundheitsdienstleister)
• Finanz-, Rechts- und Prüfungswesen als Standortinfrastruktur
• Kongress-, Tourismus- und Medienwirtschaft, auch mit Blick auf die Funk
tion Bonns als Bundes- und UN-Stadt
• Handel, Logistik sowie traditionelle, teils generationenübergreifend am
Standort verwurzelte Familienunternehmen
Das Amt für Wirtschaftsförderung hat mit dem Key-Account-Management
(KAM) ein strukturiertes Betreuungsangebot für Bonner Unternehmen einge
richtet. Ziel ist es, wirtschaftlich, strukturell und arbeitsmarktpolitisch bedeutsa
men Unternehmen am Standort feste Ansprechpersonen innerhalb der Stadt
verwaltung zur Verfügung zu stellen und den Zugang zu städtischen DienstleisSeite 1 von 4
Seite 2Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch)
tungen zu erleichtern.
Das Key-Account-Management ist eine Ergänzung, kein Ersatz der grundsätz
lich allen Bonner Unternehmen offenstehenden Beratungs- und Unterstüt
zungsangebote des Amtes für Wirtschaftsförderung. Auch Unternehmen, die
nicht im Key-Account-Management geführt werden, haben in gleichem Umfang
Zugang zu den allgemeinen Angeboten der Wirtschaftsförderung.
Frage 2: Welche Kriterien waren für welches Unternehmen zur Aufnahme
in die Liste relevant (mit quantifizierenden Angaben)?
Die Aufnahme in das Key-Account-Management erfolgt nicht nach einem festen
Punkte- oder Schwellenwertsystem, sondern auf Grundlage einer Gesamtbe
trachtung mehrerer Kriteriendimensionen, die je nach Unternehmen unter
schiedlich stark ausgeprägt sind. Eine ausschließlich schwellenwert- oder
kennzahlenbasierte Auswahl würde der wirtschaftlichen und strukturellen Viel
falt der Bonner Unternehmenslandschaft nicht gerecht, die sich nicht sachge
recht auf eine einzelne quantitative Kennzahl reduzieren lässt.
Die Dimensionen gliedern sich wie folgt:
Kernkriterien
• Ertragskraft und Beschäftigungsvolumen am Standort Bonn. Bei Unter
nehmen mit mehreren Betriebsstätten wird das kommunale Steuerauf
kommen nach dem Verhältnis der Arbeitslöhne je Betriebsstätte auf die
beteiligten Gemeinden verteilt (Zerlegung, §§ 28–34 GewStG); maßgeb
lich ist insofern das Beschäftigungsvolumen am Bonner Standort, nicht
der Konzernumsatz.
• Arbeitsmarkt- und Ausbildungsvielfalt. Bonn ist überwiegend dienstleis
tungsgeprägt; die vergleichsweise wenigen industriellen und gewerblich-
handwerklichen Arbeitgeber am Standort sichern einen wesentlichen Teil
der nicht-akademischen und dual ausgebildeten Beschäftigung und wer
den entsprechend berücksichtigt.
Cluster- und Sektorkriterien
• Zugehörigkeit zu strategischen Zukunftsfeldern, insbesondere Informati
ons- und Kommunikationstechnologie/Cybersicherheit sowie Gesund
heitswirtschaft.
• Funktion als Finanz-, Rechts- oder Prüfungsdienstleister und damit als
Standortinfrastruktur für die übrige Bonner Wirtschaft.
• Beitrag zur Kongress-, Tourismus- und Medienwirtschaft, die die Funktion
Bonns als Bundes- und UN-Stadt trägt.
Ergänzende Kriterien
• Regionale Verwurzelung, insbesondere langjährige, oft generationenüber
greifende Familienunternehmen mit identitätsstiftender Bedeutung für den
Standort.
• Internationale Sichtbarkeit und Beitrag zum Standortmarketing Bonns.
Die Verwaltung weist darauf hin, dass eine über diese Dimensionen hinausge
hende, unternehmensscharfe Quantifizierung (z. B. konkrete Schwellenwerte jeSeite 2 von 4
Seite 3Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch)
Kriterium) nicht existiert und auch nicht nachträglich konstruiert wird, um eine
tatsächlich nicht vorhandene rechnerische Präzision zu suggerieren.
Frage 3: In welchem Zeitraum wird diese Liste aktualisiert?
Die Liste wird in einem jährlichen Turnus überprüft und bei Bedarf aktualisiert.
Eine häufigere, etwa unterjährige Überprüfung ist nicht sachgerecht, da eine
belastbare Gesamtabwägung der unter Frage 2 dargestellten Kriteriendimen
sionen einen entsprechenden Prüfaufwand voraussetzt und die dafür erforderli
chen Grundlagen – unter anderem Jahresabschlüsse und Beschäftigtenzahlen
(soweit diese öffentlich verfügbar sind) – regelmäßig erst auf Jahresbasis be
lastbar vorliegen. Von der jährlichen Überprüfung unberührt bleiben Korrektu
ren aus konkretem Anlass, etwa bei Aufgabe des Geschäftsbetriebs oder Ver
lagerung des Unternehmenssitzes nach Bonn oder aus Bonn.
Frage 4: Welches Potential ist notwendig, um auf die von der Stadtverwal-
tung erwähnte Potential-Liste aufgenommen zu werden?
Die Potential-Liste erfasst Unternehmen, die die unter Frage 2 dargestellten
Kriterien für eine Aufnahme in das Key-Account-Management noch nicht
vollständig erfüllen, bei denen die Verwaltung jedoch eine positive Entwicklung
in Richtung dieser Kriterien beobachtet – etwa im Hinblick auf Beschäftigungs
wachstum, Ansiedlungs- oder Erweiterungsvorhaben am Standort oder eine
zunehmende Bedeutung für die unter Frage 2 genannten strategischen Zu
kunftsfelder.
Frage 5: Welche Unternehmen stehen auf der Potential-Liste und welche
Kriterien waren bei diesen Unternehmen ausschlaggebend?
Von einer Offenlegung einzelner auf der Potential-Liste geführter Unternehmen
sieht die Verwaltung ab. Es handelt sich hierbei um eine interne Beobachtungs
liste, deren öffentliche Nennung einzelne Unternehmen in laufenden internen
oder externen Prozessen – etwa Standort- oder Expansionsentscheidungen –
beeinträchtigen könnte. Die für die Potential-Liste maßgeblichen Kriterien ent
sprechen den unter Frage 4 dargestellten Dimensionen.
Frage 6: Inwiefern sind Klimaschutzangebote sowie der Nachhaltigkeits-
Hub Region Bonn „integraler Bestandteil der Bestandspflege“ im Rahmen
des Key-Account-Managements?
Klimaschutzangebote sowie der Nachhaltigkeits-Hub Region Bonn sind kein
Kriterium für die Aufnahme in das Key-Account-Management, wohl aber ein
tragender Baustein der laufenden Betreuung der KAM-Unternehmen. Sie sind
fester Bestandteil des Betreuungsangebots, das den im KAM geführten Unter
nehmen im Rahmen der Bestandspflege zur Verfügung gestellt wird – unab
hängig davon, aus welchen der unter Frage 2 genannten Gründen ein Unter
nehmen aufgenommen wurde.
Konkret umfasst dies unter anderem den Zugang zu Veranstaltungen und Bera
tungsformaten des Nachhaltigkeits-Hub Region Bonn, etwa den fortlaufenden
Stammtisch sowie Fachveranstaltungen zu Energiewende und unternehmeri
scher Zukunftssicherung, sowie Förderangebote wie die KLIMA.PROFIT-
Beratung im Rahmen des ab Mai 2026 umgesetzten Projekts „KlimaResilientSeite 3 von 4
Seite 4Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch)
vor Ort“. Der Hub ist darüber hinaus als Aussteller und Beitragender bei exter
nen Veranstaltungen vertreten, was den KAM-Unternehmen zusätzliche Sicht
barkeits- und Vernetzungsmöglichkeiten über den Bonner Wirtschaftsraum hin
aus eröffnet. Die Formulierung „integraler Bestandteil der Bestandspflege“ ist
vor diesem Hintergrund so zu verstehen, dass die Klimaschutzangebote und
der Nachhaltigkeits-Hub eine tragende Säule der kontinuierlichen Unterneh
menskommunikation im KAM bilden – als Instrument der Betreuung nach er
folgter Aufnahme, nicht als Voraussetzung für die Aufnahme selbst.
Dies gilt in gleicher Weise für die Netzwerkangebote der Wirtschaftsförderung
für Unternehmen in den Informations- und Kommunikationstechnologien, für
das produzierendes Gewerbe, für Unternehmen der Cybersicherheit, für Unter
nehmen in den Gewerbegebieten uvm.
Anlage/n
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Datenstand: 02.11.2026, 12:45 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de