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260396 · Mitteilungsvorlage

Mitteilungsvorlage "Rhein in Flammen"

Nummer
260396
Art
Mitteilungsvorlage
Veröffentlicht
17.03.2026
Letzte Änderung
02.11.2026
  • Rheinufer Straße· Mehlem, Bad Godesberg Hauptort
  • Mehlem Ortsteil· Bad Godesberg
  • Bonn Stadtbezirk
  • Beuel Stadtbezirk· Beuel-Mitte
  • Rheinaue siedlung· Hochkreuz, Bad Godesberg
  1. Sitzung des Rates 07.05.2026 Kenntnisnahme
  1. Sammeldokument öffentlich pdf · 87,4 KB Öffnen ↗

Untergeordnet

  1. 260396-07 AA GRÜNEN-Änderungsantrag: Beschlussvorlage "Rhein in Flammen" Antrag zur Vorlage 260396-06 AA
  2. 260396-04 AA FDP-Änderungsantrag zur Beschlussvorlage "Rhein in Flammen" Antrag zur Vorlage 260396-01
  3. 260396-05 AA Grüne-ÄA: "Neuausrichtung von Rhein in Flammen" Antrag zur Vorlage 260396
  4. 260396-01 Beschlussvorlage "Rhein in Flammen"
  5. 260396-02 AA Volt-Änderungsantrag zu "Rhein in Flammen" Antrag zur Vorlage 260396-01
  6. 260396-03 AA FDP-Änderungsantrag: "Rhein in Flammen" Antrag zur Vorlage 260396
  7. 260396-06 AA CDU/SPD-Änderungsantrag: Beschlussvorlage "Rhein in Flammen" Antrag zur Vorlage 260396-01

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Mitteilungsvorlage
öffentlich
260396
Der OberbürgermeisterDokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch)
Federführung:
33 Bürgerdienste
Dezernat:
Dez. I
Mitteilungsvorlage "Rhein in Flammen"
Beratungsfolge
Rat 07.05.2026 Kenntnisnahme
Mitteilung der Verwaltung:
Die Stadtverwaltung informiert darüber, dass Rhein in Flammen in Bonn und
am Siebengebirge im Mai 2026 letztmalig im Bonner Rheinauenpark stattfinden
wird. Die Veranstaltung soll künftig im Bonner Innenstadtbereich unter
Einbezug der neugestalteten Rheinuferbebauung neu aufgestellt und ab 2028
entsprechend durchgeführt werden.
Ursprünglich war angedacht, den Vertrag mit dem Veranstalter nochmals um
ein Jahr zu verlängern und die aufgrund der Renovierungs- und
Sanierungsarbeiten für das Rheinauenjubiläum erforderliche „Zwangspause“ in
2028 für die Neukonzeptionierung zu nutzen.
Die Anforderungen insbesondere im Hinblick auf den Natur-, Arten- und
Landschaftsschutz sowie die damit verbundene wachsende öffentliche Kritik
hat die Stadtverwaltung zum Anlass genommen, in 2027 keine und auch keine
vergleichbare Veranstaltung dieser Art auszurichten und damit die kreative
Pause ein Jahr vorzuziehen.
Auch aufgrund des bevorstehenden Rheinauenjubiläums in 2029
(Bundesgartenschau 1979) sind Renovierungs- und Sanierungsarbeiten am
und im Rheinauenpark geplant. Es werden während dieser Arbeiten ab
spätestens 2028 voraussichtlich keinerlei (Groß-) Veranstaltungen im Park
durchgeführt werden können. Auch im Vorfeld einer möglichen
Eröffnungsveranstaltung sind jegliche Veranstaltungsformate, die die
Bodensubstanz und gartengestalterischen Maßnahmen beeinträchtigen, zu
vermeiden.
Daher ist sinnvoll, im Rahmen einer ganzheitlichen und zukunftsorientierten
Neukonzeption die Ära „Rhein in Flammen“ in der Rheinaue Bonn mit dem
Jubiläum (40-jähriger „Rhein in Flammen“- Geburtstag) positiv zu beenden und
die Möglichkeit zu schaffen, ein neues, mit u.a. den gesetzlichen Vorgaben des
Natur- und Artenschutzes vereinbares Veranstaltungsformat am Rheinufer und
in der Innenstadt zu schaffen.
Ausgangslage
Rhein in Flammen ist die Bezeichnung jährlicher Großveranstaltungen, die ab
Mai zu verschiedenen Zeitpunkten im Jahr und an mehreren Abschnitten desSeite 1 von 4
Seite 2Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch)
Mittelrheins stattfinden und geprägt werden durch ein großes
Abschlussfeuerwerk. Das größte Feuerwerk im Rahmen von „Rhein in
Flammen“ findet alljährlich am zweiten Samstag im August in Koblenz statt.
Die Veranstaltung in Bonn fand erstmals am 3. Mai 1986 statt. Rhein in
Flammen in Bonn ist damit eine Veranstaltung mit 40-jähriger Tradition. Sie
findet traditionell am ersten Maiwochenende statt und bildet den Startschuss für
die Open Air-Veranstaltungssaison in Bonn und am Siebengebirge. Durch den
hohen überregionalen Bekanntheitsgrad hat die Veranstaltung direkte sowie
indirekte Einflüsse auf die Wirtschaft in Bonn und die Region. Es besteht in der
Region ein hoher Auslastungsgrad in der Gastronomie, der Hotellerie sowie in
den nachgelagerten Wirtschaftszweigen. In der Vergangenheit gab es
Besucherspitzen von 500.000 Gästen an den 29 km Rheinufer sowie 12.000
Schiffsgästen. Davon nahmen bis 2020 rund 100.000 Personen allein an der
Landveranstaltung in der Rheinaue teil. Nach der Pandemie fand bei dieser
Veranstaltung eine Zäsur statt. Die Besucherzahlen sind rückläufig und am
Schiffkonvoi nehmen nur noch 16 Schiffe teil.
Die Marke „Rhein in Flammen“ beinhaltet Schiffskonvoi, Landveranstaltungen,
Illuminierung der Rheinufer, Kommunenfeuerwerke sowie ein
Abschlussfeuerwerk. Sie hat einen hohen Wiedererkennungswert regional,
national wie international und eine identitätsstiftende Funktion für die Region.
Darüber hinaus konnte eine aktuelle Marktstudie eine hohe Akzeptanz sowie
großes Fanpotential in der Bevölkerung ermitteln.
Seit 2023 findet der Schiffkonvoi Rhein in Flammen in einer reduzierten
Variante ausschließlich im Raum Bonn statt. Die Schiffe starten in Mehlem,
wenden auf Höhe Beuel und fahren zum abschließenden Höhenfeuerwerk
rheinaufwärts. Bis vor der Pandemie nahmen am Schiffkonvoi bis zu 60 Schiffe
teil. Seit 2022 sind es zwischen 15 und 20 Schiffe, die sich dem Schiffkonvoi
noch anschließen.
Im Rahmen eines Interessenbekundungsverfahren hat ab 2024 die RIF GmbH
den Zuschlag zur Ausrichtung der Veranstaltungsreihe erhalten. Der
bestehende Vertrag mit der RIF GmbH läuft 2026 aus.
Rhein in Flammen ist eine der herausragenden Open-Air-Veranstaltungen in
Bonn, die aus zwei Bestandteilen besteht: Schiffskonvoi und
Landveranstaltung.
Der Schiffskonvoi wurde über Jahre durch die Tourismus & Congress GmbH
Region Bonn/Rhein-Sieg/Ahrweiler vermarktet und durchgeführt. 2024 wurde
durch Ratsbeschluss der Durchführungsauftrag beendet. Die RiF GmbH hat in
2025 erstmalig beide Komponenten selbstständig durchgeführt.
Landveranstaltung und Konvoi sind eng verbunden, in Bonn vor allem durch
das große Höhenfeuerwerk, das zugleich Abschluss und Höhepunkt von Rhein
in Flammen ist.
Die Vermarktung des Schiffskonvois ist nach vorliegenden Angaben und
aufgrund der geringen Teilnehmerzahl wenig profitabel, die Landveranstaltung
Bonn seit Jahren zunehmend wirtschaftlich unattraktiv.
Die wasserseitige Veranstaltung finanzierte sich bis 2019 im Kern aus den
Einnahmen durch den Schiffskonvoi (Feuerwerksabgabe/Schiffsplatz). DavonSeite 2 von 4
Seite 3Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch)
wurden auf den 29 Rheinkilometern von Linz bis Bonn in sechs Kommunen
Feuerwerke, Ufer-Illuminierungen, Licht-Installation der Brücke von Remagen,
wasserseitige Absicherungen, Genehmigungen, Bewachung und Sicherheit
(Zäune etc.) an den Ufern, sowie das Marketing der Gesamtveranstaltung
finanziert.
Das bisherige Finanzierungsmodell, welches im Kern durch die Schiffsabgaben
realisiert wurde, ist durch die aktuellen Umstände (Nachwirkungen Pandemie,
Krieg, Verunsicherung, erhöhte Kosten, Rückgang der teilnehmenden Schiffe
durch Betriebsaufgaben, Personalmangel, erhöhte Energiekosten, etc.) wie
oben beschrieben für die Zukunft nicht mehr realisierbar.
Die Basis für eine wirtschaftliche Umsetzung wie in 2019 sind rund 12.000
Schiffsplätze (ca. 43 Schiffe), sowie das ehrenamtliche Engagement der
kommunalen Einsatzkräfte (Feuerwehren, Rettungsdienste, THW, Vereine,
etc.) an den Ufern rechts und links des Rheins. Für 2026 liegen Anmeldungen
von 16 Schiffen mit rund 4500 Plätzen vor.
Die Landveranstaltung wird seit 2024 durch die RIF GmbH durchgeführt.
Diese beinhaltet ein dreitägiges Volksfest im Rheinauenpark. Wichtiger
Bestandteil ist das vielfältige Bühnenprogramm auf der großen und kleinen
Blumenwiese, die Vielzahl an abwechslungsreichen Imbiss- und
Getränkeangeboten sowie die Kirmes auf der Veranstaltungsfläche. Das
Highlight bietet das Abschlussfeuerwerk sowie eine Drohnenshow am
Samstagabend. Am Sonntag findet ein umfangreiches Bühnenprogramm für
Kinder statt.
Aufgrund der verregneten Wettersituation waren die Besucherzahlen in den
beiden vergangenen Jahren rückläufig. Von städtischer Seite erfolgen
umfassende verkehrslenkende Maßnahmen und massiver
ordnungsbehördlicher Personaleinsatz.
Problemstellung
Über die rein wirtschaftliche Perspektive hinaus besteht zwischen der
Ausrichtung einer Großveranstaltung mit Feuerwerk und den Anforderungen an
den Schutz von Natur, Umwelt, Landschaft und Arten ein maßgeblicher
Zielkonflikt. Die Verwaltung hat diesen Aspekt in den vergangenen Jahren zum
Anlass genommen, Anpassungen an der Ausrichtung von Rhein in Flammen
einzuleiten. Es zeigt sich, dass weitergehende Maßnahmen notwendig werden,
um Veranstaltungen im Landschaftsschutzgebiet der Rheinaue zukunftsfähig
aufzustellen. Ergänzend hat sich zu möglichen Beeinträchtigungen des
Landschafts-, Arten- und Naturschutz die Bezirksregierung Köln berichten
lassen.
Zur Einordnung der Gesamtsituation ist außerdem festzuhalten:
Das Umweltbewusstsein der Gesellschaft hat sich gewandelt und eine Vielzahl
der Bürger*innen hinterfragen das durchgeführte Veranstaltungsmodell „Rhein
in Flammen“ mit tausenden Besuchenden und einem Höhenfeuerwerk im
Rheinauenpark. Auch die Gesamtstruktur des Rheinauenparks wurde durch die
vergleichsweise sehr großen Veranstaltungen der letzten Jahrzehnte in
Mitleidenschaft gezogen.
Die Stadtverwaltung Bonn hat bereits in Zusammenarbeit mit den zuständigenSeite 3 von 4
Seite 4Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch)
Fachbereichen Prüfungen und Gutachten veranlasst. Um belastbare Daten zu
möglichen artenschutzrechtlichen Konflikten während der Veranstaltung „Rhein
in Flammen“ zu erhalten, hat die Veranstaltungskoordination der Stadt Bonn
das Planungsbüro Sterna im Jahr 2025 mit der Durchführung einer Vorstudie
zur Reaktion der Vögel beim Feuerwerk Rhein in Flammen beauftragt.
Neben der Erfüllung der Anforderungen an Natur-, Arten- und
Landschaftsschutz stellen auch die Belastungen des Rheinauenparks in Folge
von Veranstaltungen wie „Rhein in Flammen“ für die Infrastruktur des
Rheinauenparks zentrale Herausforderungen dar. Im Hinblick auf die Sanierung
des Rheinauenparks wird von städtischer Seite daher fokussiert, die
Veranstaltung „Rhein in Flammen“ in den Innenstadtbereich unter starkem
Einbezug der neugestalteten Rheinuferpromenade zu verlagern.
Diese Verlagerung der Veranstaltung bringt den Kerngedanken des Formates
wieder in den Fokus und fördert zugleich die Belebung der Innenstadt.
Die Stadtverwaltung möchte den gesetzlichen Vorgaben zu Landschafts-,
Arten-, und Naturschutz sowie unter anderem dem gesteigerten
Umweltbewusstsein Rechnung tragen und ein alternatives
Veranstaltungsformat etablieren.
Weiteres Vorgehen
Aus Anlass des 40-jährigen „Rhein in Flammen“-Geburtstags wird die
Veranstaltung in 2026 mit einigen Anpassungen zugunsten der
Umweltverträglichkeit durchgeführt. In Bezug auf das Feuerwerk wird es bereits
in diesem Jahr eine Reduzierung (Verzicht auf Bodenfeuerwerk am
Rheinauensee) geben.
Im Rahmen eines Bieter-, Interessenbekundungs- oder
Ausschreibungsverfahren, wird eine Neuausrichtung von Rhein in Flammen
angestrebt und die Veranstaltung zukunftsorientiert, nachhaltig und unter
Berücksichtigung der landschafts-, arten- und naturschutzrechtlichen
Anforderungen im Innenstadtbereich unter Einbezug der neugestalteten
Rheinuferbereiche aufgestellt.
Die Stadtverwaltung wird ein entsprechendes Rahmenkonzept erarbeiten,
nutzbare Flächen am Rheinufer wie auch in der Innenstadt sondieren bzw.
festlegen und ein entsprechendes Verfahren vorbereiten. Bei der Überarbeitung
des Formates werden die verschiedenen Aspekte der Veranstaltung betrachtet
und überprüft. Die politischen Gremien werden entsprechend eingebunden.
Anlage/n
KeineSeite 4 von 4

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Datenstand: 02.11.2026, 12:53 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de