261142 · Beschlussvorlage
Wohnen in Bonn hier: Handlungskonzept Wohnen Bonn
Kerndaten
- Nummer
- 261142
- Art
- Beschlussvorlage
- Veröffentlicht
- 07.09.2026
- Letzte Änderung
- 22.10.2026
Orte
- Vilich-Müldorf Hauptort
- F
- Markt
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- Bonn
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Beratungsfolge
- noch nicht terminiert Empfehlung
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- noch nicht terminiert Entscheidung federführend
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Beschlussvorlage öffentlich 261142 Der OberbürgermeisterDokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch) Federführung: 61 Stadtplanungsamt Dezernat: Dez. III Wohnen in Bonn hier: Handlungskonzept Wohnen Bonn Beratungsfolge Ausschuss für Planen, Bauen und Denkmalschutz 29.09.2026 Empfehlung Ausschuss für Wirtschaft, Liegenschaften und Arbeit 03.11.2026 Empfehlung Ausschuss für Soziales, Migration, Gesundheit, Wohnen und Senioren 10.11.2026 Empfehlung Rat 12.11.2026 Entscheidung Beschlussvorschlag Der Rat 1. stimmt den in Anlage 3 und Anlage 5 aufgeführten Empfehlungen der Verwaltung zum weiteren Umgang mit den zum Handlungskonzept Wohnen Bonn eingegangenen Stellungnahmen zu. 2. beschließt das Handlungskonzept Wohnen Bonn (Anlage 1) als städtebauliches Entwicklungskonzept gem. § 1 (6) Nr. 11 BauGB und als Grundlage des wohnungspolitischen Handelns der Bundesstadt. Die Zielsetzungen sind in Abwägungsentscheidungen zu beachten. 3. beauftragt die Verwaltung, das Handlungskonzept Wohnen Bonn ortsüblich bekanntzumachen. 4. beauftragt die Verwaltung, das Handlungskonzept Wohnen Bonn umzusetzen. Wenn erforderlich, sind gesonderte Beschlussvorlagen zur Umsetzung der Maßnahmen vorzubereiten. Die Verfügbarkeit von Fördermitteln zur Umsetzung von Maßnahmen ist zu prüfen und bei vorhandenen Fördermöglichkeiten sind entsprechende Anträge zu stellen. 5. beauftragt die Verwaltung, die Maßnahme "M 2.2 Wohnbauflächenentwicklungsprogramm 2040" umzusetzen. Die erforderlichen Mittel in Höhe von 40.000 € werden im DH 2027/2028 angemeldet 6. beauftragt die Verwaltung, die Umsetzung des Handlungskonzeptes Wohnen hinsichtlich seiner Wirksamkeit regelmäßig - erstmals 2030 - zu evaluieren.Seite 1 von 107 Seite 2Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch) Begründung Hintergrund & Anlass Die Bundesstadt Bonn wächst. Das ist in steigenden Bevölkerungszahlen als auch in einer zunehmenden Dynamik auf dem Wohnungsmarkt ablesbar, welcher gem. BaulandmobilisierungsVO NRW als angespannt gilt. Diese Entwicklung bringt weitreichende Chancen, aber auch erhebliche Herausforderungen mit sich. Insbesondere die Sicherstellung von ausreichend bezahlbarem und qualitativ hochwertigem Wohnraum für unterschiedliche Bevölkerungsgruppen stellt eine zentrale Aufgabe der kommunalen Wohnungspolitik dar. Die bisherigen wohnungspolitischen Instrumente stoßen angesichts der Dynamik an ihre Grenzen bzw. bedürfen einer gemeinsamen Betrachtung. Es ergibt sich die Notwendigkeit, die strategische Ausrichtung der Wohnraumentwicklung in Bonn zu überprüfen, weiterzuentwickeln und zukunftsfähig zu gestalten. Es braucht einen integrierten Ansatz, der sowohl kurzfristige Maßnahmen als auch langfristige Perspektiven berücksichtigt. „Wohnen in Bonn“ Unter diesem Eindruck werden unter der Überschrift „Wohnen in Bonn“ seit Herbst 2024 die vielfältigen Aktivitäten und Handlungsbausteine der städtischen Fachdienststellen zum Thema „Wohnen in Bonn“ transparent gemacht, zusammengeführt und aufeinander abgestimmt (DS Nr. 241643, 253313). Handlungskonzept Wohnen Bonn Als Grundlage des künftigen wohnungspolitischen Handelns wurde seit Sommer 2025 das vorliegende Handlungskonzept Wohnen Bonn als ein schlankes, handlungsorientiertes Konzept erarbeitet, welches ein städtebauliches Entwicklungskonzept gem. § 1 (6) Nr. 11 BauGB darstellt. Ausgehend von der Situationsbeschreibung sowie von Entwicklungsprognosen für den Bonner Wohnungsmarkt definiert das Handlungskonzept Wohnen Bonn drei programmatische Ziele für das wohnungspolitische Handeln der Stadt: • Mehr Wohnraum schaffen und sichern • Flächen aktivieren und Innenentwicklung stärken • Kooperative und langfristige Umsetzung sicherstellen Um diese übergeordneten Ziele greifbar zu machen, sind die Zielsetzungen in den fünf Handlungsfeldern ‚Flächenpotenziale identifizieren und sichern‘, ‚Flächenpotenziale aktivieren‘, ‚Wohnen für alle‘, ‚Wohnraum sichern‘ und ‚Kooperation & Dialog‘ weiter ausdifferenziert und mit konkreten MaßnahmenSeite 2 von 107 Seite 3Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch) hinterlegt. Die konkreten Maßnahmen bringen die Handlungsziele auf die Umsetzungsebene, sind innerhalb des Konzeptes priorisiert und in ein Umsetzungsprogramm überführt. Diese Maßnahmen ergänzen die bestehenden wohnungspolitischen Aktivitäten und Instrumentarien der Stadt. Als Grundlage für eine Evaluation des Konzeptes werden maßnahmenspezifische Umsetzungsziele bis 2030 benannt. Sie zielen sämtlich unmittelbar, beziehungsweise mittelbar auf die Schaffung und Förderung des Wohnungsbaus oder die Sicherung von Wohnraum in Bonn ab. Dazu wurden gezielt auch Prozessvereinfachungen vorgesehen. Zusätzliche (formale) Anforderungen an den Wohnungsbau werden mit dem Konzept nicht begründet. Erarbeitungsprozess Die Erarbeitung des ‚Handlungskonzeptes Wohnen Bonn‘ erfolgte in einem dialogischen Prozess mit allen im Handlungsfeld Wohnen maßgeblichen Fachdienststellen und Akteur*innen, um so die nachhaltige und tatsächliche Umsetzung der Ziele und Maßnahmen vorzubereiten und sicher zu stellen. Erarbeitungsbegleitend fand der Austausch mit Akteur*innen des Wohnungsmarktes im Rahmen der Wohnungsbaukonferenz Bonn (WoKoBo) bzw. ihrer Dialogformate statt. Dieser hatte eine bedeutende Rolle, um sicherzustellen, dass die Inhalte sowohl praxisnah als auch umsetzbar sind. Im Zeitraum vom 10. bis 22. Juni 2026 hatte die Öffentlichkeit Gelegenheit, den Entwurf des Handlungskonzeptes Wohnen Bonn über die städtische Beteiligungsplattform bonn-macht-mit.de einzusehen und Hinweise und Anregungen einzureichen. Auf diese Möglichkeit wurde im Rahmen städtischer Pressearbeit sowie online hingewiesen. Während des Zeitraums wurden auf der Plattform elf Beiträge gepostet, welche vielfache Bewertungen erfuhren. Die eingegangenen Beiträge finden sich in Anlage 2 wörtlich anonymisiert wiedergegeben. Die Beiträge der Öffentlichkeit begrüßten mehrheitlich den vorgelegten Konzeptentwurf. Die Hinweise und Anregungen betrachten wiederholt Handlungsansätze zur Schaffung von zusätzlichem Wohnraum durch Aktivierung und/oder Umnutzung ungenutzter Wohn- und Nichtwohnflächen, zur Schaffung von ziel- und einkommensgruppenspezifischem Wohnraum, hier insbesondere (serviceergänzte) Seniorenwohnangebote. In Anlage 3 erfolgt die sinngemäße Wiedergabe der eingegangenen Hinweise und Anregungen sowie eine Einordnung und Empfehlung durch die Verwaltung zum weiteren Umgang mit diesen im Handlungskonzept Wohnen. Parallel zur Öffentlichkeit hatten die in die Erarbeitung des Handlungskonzeptes Wohnen Bonn eingebundenen Teilnehmenden der Wohnungsbaukonferenz Bonn die Gelegenheit, den Konzeptentwurf einzusehen und Hinweise und Anregungen einzureichen. Es gingen sechs Stellungnahmen ein von:Seite 3 von 107 Seite 4Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch) 1 Haus & Grund Bonn/Rhein-Sieg e.V. 2 RheinHaus-GmbH 3 BFW Landesverband Nordrhein-Westfalen e.V. 4 Anders Wohnen e.V. 5 einem privatwirtschaftlichen Wohnungsbauunternehmen 6 Bündnis Wohnen Bonn – Zusammenschluss von DGB, Deutscher Mieterbund e.V., AWO, Caritas, Diakonie und Paritätischer in der Bundesstadt Die eingegangenen Stellungnahmen im Original - soweit ihrer Veröffentlichung zugestimmt wurde - finden sich in Anlage 4. Die Beiträge der Teilnehmenden der Wohnungsbaukonferenz begrüßten den vorgelegten Konzeptentwurf. Die Hinweise und Anregungen betrachten wiederholt die Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsprozessen, Maßnahmen zur Förderung insbesondere des öffentlich geförderten Wohnungsbaus, Möglichkeiten zur Sicherung von insbesondere öffentlich geförderten Wohnungen, die Anwendung des Sozialen Erhaltungsrechts (als reiner Entwurfsgegenstand) sowie liegenschaftliche Maßnahmen im Zusammenhang der Zielumsetzung. In Anlage 5 erfolgt die sinngemäße Wiedergabe der eingegangenen Hinweise und Anregungen sowie eine Einordnung und Empfehlung durch die Verwaltung zum weiteren Umgang mit diesen im Handlungskonzept Wohnen. Der Rat ist gebeten, den in Anlage 3 und Anlage 5 aufgeführten Empfehlungen der Verwaltung zum weiteren Umgang mit den zum Handlungskonzept Wohnen Bonn eingegangenen Stellungnahmen zuzustimmen und folgenden Hinweis in diesem Zusammenhang zu berücksichtigen: die in einem vormaligen Entwurf des ´Handlungskonzeptes Wohnen Bonn´ vorgesehene Maßnahme M4.1_Entwurf „Anwendung Soziales Erhaltungsrecht“ war vor dem Hintergrund des politischen Auftrags zur Einführung Sozialer Erhaltungssatzungen aufgenommen worden und geht auf den Zielbeschluss DS 201565 zurück. Da die Prüfung und politische Beratung zur Einführung Sozialer Erhaltungssatzungen gegenwärtig noch nicht abgeschlossen ist, wurde die Maßnahme nicht in das aktuell vorliegende Konzept aufgenommmen. Umsetzung und Evaluation Nach seinem Beschluss erfolgt die Veröffentlichung des Handlungskonzepts Wohnen Bonn, um Planungssicherheit und Transparenz zu gewährleisten. Die Bekanntmachung dient unter anderem als offizielle Grundlage für nachfolgende, rechtlich verbindliche Bebauungspläne, sodass alle Beteiligten die Entwicklungsziele der Gemeinde frühzeitig einsehen können. Die Konzeptumsetzung erfolgt in drei Dimensionen. Zum einen entfaltet das Konzept im Rahmen seiner Zielberücksichtigung als städtebauliches Entwicklungskonzept gem. § 1 (6) Nr. 11 BauGB Wirksamkeit für verwandte städtische Planungen. Zum anderen ist davon auszugehen, dass das Handlungskonzept Wohnen Bonn als beschlossener, veröffentlichter und kommunizierter Rahmen des wohnungspolitischen Handelns in der Stadt,Seite 4 von 107 Seite 5Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch) Klarheit und Transparenz für Akteur*innen des Wohnungsmarktes schafft und so zur Planungssicherheit beiträgt. Kern der Konzeptumsetzung ist die Bearbeitung der mit dem Konzept definierten Maßnahmen parallel zu den laufenden Aktivitäten im Handlungsfeld Wohnen. Die Zusammenschau aller Maßnahmen erfolgt mit einem Umsetzungsprogramm, das unter anderem den bereits vorliegenden Bearbeitungsstand einzelner Maßnahmen, vorhandene Bearbeitungsressourcen, bestehende Abhängigkeiten zwischen Maßnahmen, ihrer zeitliche Umsetzbarkeit sowie ihrer Wirkungsweise berücksichtigt. Im Umsetzungsprogramm sind folgende Maßnahmen mit besonderer Priorität benannt, die vordringlich Bearbeitung finden sollen: • M 1.2 Konzept für ein aktives städtisches Liegenschaftsmanagement • M 2.1 Planungsturbo • M 2.2 Wohnbauflächenentwicklungsprogramm 2040 • M 2.3 Innenentwicklung fördern • M 5.1 Wohnungsbaukonferenz Bonn (WoKoBo). Um die Aktualität des Konzepts zu garantieren und aktuelle Rahmenbedingungen und Trends zu berücksichtigen, ist das Handlungskonzept Wohnen als lernendes und prozesshaftes Instrument angelegt. Ein regelmäßiges Monitoring und eine wirkungsorientierte Evaluation sind als Grundlage zur Steuerung und Fortschreibung des Handlungskonzepts Wohnen Bonn wichtig. Die Evaluation erfolgt datenbasiert und unter Einbindung der zuständigen Fachämter sowie relevanter externer Akteur*innen. Maßnahmenspezifische Zielsetzungen bis zum Jahr 2030 sind im Konzept definiert. Regelmäßig, spätestens alle vier Jahre, erfolgt eine Berichterstattung zum Umsetzungsstand des Handlungskonzepts. Erforderliche Ressourcen Die Umsetzung des Handlungskonzeptes Wohnen Bonn erfolgt zunächst mit bestehendem Personal der beteiligten Fachämter. Eine gesamthafte Übersicht der Maßnahmen, ihrer Prioritäten und erforderlichen finanziellen Ressourcen findet sich in Anlage 6. Ergibt sich für einzelne Maßnahmen auf Grundlage ihrer differenzierten Ausarbeitung und Umsetzungsvorbereitung zusätzlicher Ressourcenbedarf, so erfolgen Erläuterung, Begründung und Anmeldung mit separater Vorlage. Im Bedarfsfall wird die Anmeldung von Haushaltsmitteln für einzelne Maßnahmenumsetzung immer durch eine maßnahmenspezifische Recherche geeigneter Fördermöglichkeiten und eine mögliche Vorbereitung von Zuwendungsanträgen begleitet sein. Für die Umsetzung der Maßnahmen M 2.2 ‚Wohnbauflächenentwicklungsprogramm 2040‘ sind Kosten in Höhe von 40.000 € für Planungs- und Fachgutachterleistungen kalkuliert, die vorbehaltlich derSeite 5 von 107 Seite 6Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch) tatsächlichen Mittelbereitstellung nach Genehmigung des Doppelhaushalts 2027/28 im Budget der Produktgruppe 1.09.01, "Raumplanung" eingeplant wären. Hinweis: Wie aus der Vorlage ersichtlich, entfaltet der Beschluss finanzielle Auswirkungen und erfolgt vorbehaltlich der weiteren Prüfung im Rahmen des laufenden Projektes zur Aufgabenkritik und der Aufstellung des HH- Planentwurfes 2027/2028 sowie der mittelfristigen Finanzplanung. Finanzielle Auswirkungen: Produktgruppe Produktgruppenbezeichnung Produkt Produktbezeichnung 1.09.01 Raumplanung 1.09.01.01 Regional-, Landes- u. Raumordnungsplanung Investive Kosten der Maßnahme Brutto Finanzstelle / FiPos Veranschlagt in Noch bereit- zustellen Deckung Auszahlungen Einzahlungen Investiver Finanzsaldo Konsumtive Kosten der Maßnahme jährlich einschließlich Folgekosten Brutto Finanzstelle / FiPos Veranschlagt in Noch bereit- zustellen Deckung Auszahlungen / Aufwendungen 40.0000 EUR 161000901, 72.1000 ( Innenauftrag 6100005) 2028 Einzahlungen / Erträge Haushaltsbelastung für 2027 und 2028 40.000 EUR Anlage/n 1 01_261142_Handlungskonzept_Wohnen_Bonn (öffentlich) 2 02_Stellungnahmen der Oeffentlichkeit zum Entwurf des Handlungskonzeptes Wohnen Bonn (öffentlich) 3 03_Stellungnahmeinhalte_Öffentlichkeit_Einordnung_zum_Umgang (öffentlich) 4 04_Stellungnahmen_der_Akteur_innen_des_Wohnungsmarktes_zum_Entwurf _des_Handlungskonzeptes_Wohnen_Bonn (öffentlich)Seite 6 von 107 Seite 7Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch) 5 05_Stellungnahmeinhalte_Wohnungsbaukonferenz_Einordnung_zum_Umgang (öffentlich) 6 06_Maßnahmenuebersicht_kompakt (öffentlich)Seite 7 von 107 ANLAGE 1 ZUR DS NR. 261142 - HANDLUNGSKONZEPT WOHN HANDLUNGSKNZEPT WOHNEN der Bundesstadt Bonn Handlungskonzept Wohnen Bonn Anlage 1 zur DS Nr. 261142 Stand: 03.09.2026Seite 8 von 107 ANLAGE 1 ZUR DS NR. 261142 - HANDLUNGSKONZEPT WOHNEN BONN ANLAGE 1 ZUR DS NR. 261142 - HANDLUNGSKONZEPT WOHNEN BONN 1 Bundesstadt Bonn Dezernat f¸r Planen, Umwelt & Verkehr Stadtplanungsamt 3. September 2026 Quelle Titelseitenfoto: Bundesstadt BonnSeite 9 von 107 ANLAGE 1 ZUR DS NR. 261142 - HANDLUNGSKONZEPT WOHNEN BONN ANLAGE 2 I. Inhalt 1. Einleitung ....................................................................................................... 1 2. Erarbeitung..................................................................................................... 2 3. Ausgangssituation ........................................................................................ 4 3.1 Wohnungsmarktsituation......................................................................... 4 3.2 Instrumentarium und Handlungsauftr‰ge im Handlungsfeld Wohnen in Bonn ........................................................................................................ 7 3.3 Dialog- & Kooperationsstrukturen ........................................................... 9 3.4 Blick auf die aktuelle Situation ................................................................ 9 3.5 Handlungserfordernisse ........................................................................ 10 4. Zielsetzung ................................................................................................... 11 5. Handlungskonzept ...................................................................................... 14 5.1 Fl‰chenpotenziale identifizieren & sichern ........................................... 16 5.2 Fl‰chenpotenziale aktivieren ................................................................ 16 5.3 Wohnen f¸r alle ..................................................................................... 17 5.4 Wohnraum sichern ................................................................................ 18 5.5 Kooperation & Dialog ............................................................................ 19 6. Umsetzung und Ausblick ........................................................................... 21 6.1 Umsetzungsprogramm .......................................................................... 21 6.2 Evaluation und Fortschreibung ............................................................. 23 II. Abbildungsverzeichnis ................................................................................... 25 III. Tabellenverzeichnis........................................................................................ 25 IV. Anlage……………………………………………………………………………….26Seite 10 von 107 ANLAGE 1 ZUR DS NR. 261142 - HANDLUNGSKONZEPT WOHNEN BONN ANLAGE 1 ZUR DS NR. 261142 - HANDLUNGSKONZEPT WOHNEN BONN 3 Kurzfassung Die Bundesstadt Bonn steht aufgrund ihres anhaltenden Bevˆlkerungs- und Haus- haltswachstums vor erheblichen Herausforderungen auf dem Wohnungsmarkt. Die Nachfrage nach Wohnraum steigt kontinuierlich, w‰hrend die Neubaut‰tigkeit den Bedarf nicht decken kann. Gleichzeitig nimmt der Bestand an ˆffentlich gefˆrderten Wohnungen ab und die Mietpreise steigen weiter. Vor diesem Hintergrund wurde das ‚Handlungskonzept Wohnen Bonn‘ erarbeitet, um die wohnungspolitischen Ak- tivit‰ten der Stadt strategisch zu b¸ndeln, weiterzuentwickeln und langfristig aus- zurichten. Das Konzept verfolgt das Ziel, ausreichend Wohnraum f¸r unterschiedliche Bevˆl- kerungsgruppen bereitzustellen, die soziale Ausgewogenheit auf dem Wohnungs- markt zu st‰rken und zugleich qualitative sowie nachhaltige Anforderungen an das Wohnen zu ber¸cksichtigen. Daf¸r wurden drei zentrale wohnungspolitische Ziele formuliert: die Schaffung und Sicherung von mehr Wohnraum, insbesondere im ˆf- fentlich gefˆrderten und bezahlbaren Segment, die Aktivierung von Fl‰chenpoten- zialen und die St‰rkung der Innenentwicklung sowie die langfristige Sicherung einer kooperativen Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, Politik und Wohnungsmarkt- akteuren. Zur Erreichung dieser Ziele definiert das Handlungskonzept f¸nf miteinander ver- kn¸pfte Handlungsfelder. Dazu gehˆren die Identifizierung und Sicherung von Wohnbaufl‰chen, die Aktivierung vorhandener Wohnbaufl‰chen- und Wohnfl‰- chenpotenziale, die Fˆrderung von Wohnraum f¸r unterschiedliche Zielgruppen, die Sicherung bestehender v.a. preisg¸nstiger Wohnungen sowie die Intensivierung von Kooperation und Dialog aller am Wohnungsmarkt Aktiven. Innerhalb dieser Handlungsfelder werden insgesamt 15 Maflnahmen vorgeschlagen, die das beste- hende und in Anwendung befindliche Instrumentarium erg‰nzen. F¸nf dieser Mafl- nahmen sind priorit‰r umzusetzen. Hierzu z‰hlen ein Konzept f¸r ein aktives st‰d- tisches Liegenschaftsmanagement, die Beschleunigung von Planungs- und Geneh- migungsverfahren („Planungsturbo“), ein Wohnbauflächenentwicklungsprogramm 2040, die Fˆrderung der Innenentwicklung, sowie die St‰rkung der Wohnungsbau- konferenz Bonn als zentralem Austausch- und Kooperationsforum. Das Handlungskonzept versteht sich nicht als starres Maflnahmenpaket, sondern als langfristige, dynamische Steuerungs- und Handlungsgrundlage f¸r alle auf dem Wohnungsmarkt Aktiven, Die Zielsetzung und Umsetzung sollen regelm‰flig ¸ber- pr¸ft, evaluiert und an ver‰nderte Rahmenbedingungen angepasst werden. Mit dem Beschluss durch den Rat der Bundesstadt Bonn wird das Konzept als st‰d- tebauliches Entwicklungskonzept gem. ß 1 (6) Nr. 11 BauGB verbindliche Grund- lage des wohnungspolitischen Handelns und die Zusammenarbeit aller relevanten Akteur*innen st‰rken. Ziel ist es, den Wohnstandort Bonn nachhaltig zu sichern, mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen und die Wohnraumversorgung f¸r die Bevˆlkerung langfristig qualit‰tvoll zu verbessern.Seite 11 von 107 ANLAGE 1 ZUR DS NR. 261142 - HANDLUNGSKONZEPT WOHNEN BONN 1 1. Einleitung Die Bundesstadt Bonn befindet sich in einem anhaltenden Wachstumsprozess, der sich sowohl in steigenden Bevˆlkerungszahlen als auch in einer zunehmenden Dy- namik auf dem Wohnungsmarkt widerspiegelt. Dieser Wandel bringt weitreichende Chancen, aber auch erhebliche Herausforderungen mit sich. Insbesondere die Si- cherstellung von ausreichend bezahlbarem und qualitativ hochwertigem Wohnraum f¸r unterschiedliche Bevˆlkerungsgruppen stellt eine zentrale Aufgabe der kommu- nalen Wohnungspolitik dar. Vor diesem Hintergrund ergibt sich die Notwendigkeit, die strategische Ausrichtung der Wohnraumentwicklung in Bonn zu ¸berpr¸fen, weiterzuentwickeln und zukunftsf‰hig zu gestalten. Die aktuellen und prognostizierten Entwicklungen des Bonner Wohnungsmarktes wie die steigende Nachfrage nach Wohnraum, begrenzte Fl‰chenpotenziale sowie sich wandelnde Anforderungen an Wohnqualit‰t und Nachhaltigkeit erfordern ein koordiniertes und vorausschauendes Handeln. Gleichzeitig gilt es, bestehende Wohnstrukturen zu sichern, sozial ausgewogene Quartiere zu erhalten und weiter- zuentwickeln sowie neue, langfristig tragf‰hige Wohnangebote zu schaffen. Im Sinne der Daseinsvorsorge und der Nachhaltigkeit ist es zudem unerl‰sslich, Wohnraum flexibel und ressourceneffizient zu planen und umzusetzen. Belange des Klimaschutzes und der Klimawandelfolgenanpassung m¸ssen Ber¸cksichti- gung finden. Die bisherigen wohnungspolitischen Instrumente stoflen angesichts der Dynamik an ihre Grenzen bzw. bed¸rfen einer ganzheitlichen Betrachtung. Es braucht einen integrierten, strategisch ausgerichteten Ansatz, der sowohl kurzfristige Maflnah- men als auch langfristige Perspektiven ber¸cksichtigt. Vor diesem Hintergrund besteht die Aufgabe, ein handlungsorientiertes und flexibel angelegtes Konzept zu erarbeiten, welches Orientierungsrahmen ist, um die beste- henden Aktivit‰ten zu b¸ndeln und zielgerichtet weiterzuentwickeln. Ziel ist es, auf Basis einer fundierten Analyse der aktuellen Situation sowie von Entwicklungspro- gnosen klare wohnungspolitische Ziele und Leitlinien zu formulieren. Darauf auf- bauend sollen konkrete Handlungsfelder und Maflnahmen definiert und priorisiert werden. Konkrete Schritte zur Umsetzung sind aufzuzeigen, Fortschreibungen als Reaktion auf die Dynamik der Situation zu ermˆglichen und eine regelm‰flige Eva- luierung durchzuf¸hren. Das vorliegende, umsetzungsorientierte ‚Handlungskonzept Wohnen Bonn‘ setzt die beschriebene Aufgabe, zu der begleitend in den politischen Gremien berichtet wurde (DS Nr. 241643, 253313), um. Es versteht sich als strategische Handlungs- grundlage f¸r alle Akteur*innen des Wohnungsmarktes in Bonn. Auf Grundlage der Situationsbeschreibung sowie von Entwicklungsprognosen des Bonner Wohnungsmarktes (s. Kapitel 3) sind Ziele des wohnungspolitischen Han- delns definiert (s. Kapitel 4), zur Zielerreichung notwendige Handlungsfelder und Maflnahmen benannt, priorisiert (s. Kapitel 5) und in ein Umsetzungsprogramm ¸berf¸hrt (s. Kapitel 6). Die Erarbeitung des ‚Handlungskonzepts Wohnen Bonn‘ erfolgte in einem partizi- pativen Prozess mit allen im Handlungsfeld Wohnen maflgeblichen Akteur*innen, um so die nachhaltige und tats‰chliche Umsetzung der Ziele und Maflnahmen vor- zubereiten und sicherzustellen. Situation Anlass Aufgabe ErgebnisSeite 12 von 107 ANLAGE 1 ZUR DS NR. 261142 - HANDLUNGSKONZEPT WOHNEN BONN ANLAGE 2 2. Erarbeitung Die Erarbeitung des ‚Handlungskonzept Wohnen Bonn‘ gliederte sich in vier inhalt- lich aufeinander aufbauende Bausteine (vgl. Abbildung 1). Sie erfolgte im Zeitraum M‰rz 2025 bis Juni 2026. Ausgehend von der Analyse der Ausgangslage auf dem Bonner Wohnungsmarkt (s. Kapitel 3.1) erfolgte die differenzierte Ableitung von Handlungsnotwendigkeiten und die Formulierung von Zielen und Pr‰missen f¸r das wohnungspolitische Han- deln in Bonn. Gegliedert in einzelne Handlungsfelder wurden Maflnahmen entwi- ckelt, welche in besonderer Weise geeignet sind, die Ziele und Pr‰missen sicher zu stellen. Die Erarbeitung des Konzeptes erfolgte in einem iterativen Prozess unter Feder- f¸hrung des Stadtplanungsamtes gemeinsam mit allen f¸r das Thema Wohnen maflgeblichen Fachdienststellen vertreten in der interdisziplin‰ren AG Wohnen & Innenentwicklung (teilnehmende Fachdienststellen s. Anlage IV.1). Erarbeitungsbegleitend fand der Austausch mit Akteur*innen des Wohnungsmark- tes im Rahmen der Wohnungsbaukonferenzen Bonn bzw. ihrer Dialogformate statt. Entsprechend dem Anspruch einer gemeinschaftlichen Erarbeitung des Hand- lungskonzepts mit den Grunds‰tzen Transparenz, Ergebnisoffenheit und gegensei- tigem Vertrauen wurden die Resultate der einzelnen Erarbeitungsbausteine ge- meinsam gepr¸ft, erˆrtert und qualifiziert, um damit das Fundament f¸r die praxis- nahe Ausgestaltung und sp‰tere Umsetzung zu schaffen. Im Sommer Juni 2026 waren die Akteur*innen des Wohnungsmarktes eingeladen, den finalisierten Kon- zeptentwurf zu korreferieren. Als Akteur*innen des Wohnungsmarktes wurden neben Vertreter*innen der ˆffent- lichen wie privaten bauenden und bestandshaltenden Wohnungswirtschaft u.a. In- teressenvertretungen von Eigent¸mer*innen wie Mieter*innen, wohnbezogene Ini- tiativen und Vertreter*innen der Regionalbanken eingebunden. Dazu z‰hlen als st‰dtische Unternehmen selbstverst‰ndlich auch die Vereinigte Bonner Wohnungs- bau AG (VEBOWAG) sowie die Stadtentwicklungsgesellschaft Bonn mbH (SEG) (s. Anlage IV. 1). Erarbeitungsprozess Abb. 1: Erarbeitungsprozess des ‚Handlungskonzept Wohnen Bonn‘ (Quelle: eigene Darstellung) Interdisziplin‰re Erarbeitung Einbindung von Ak- teur*innen des Woh- nungsmarktesSeite 13 von 107 ANLAGE 1 ZUR DS NR. 261142 - HANDLUNGSKONZEPT WOHNEN BONN ANLAGE 1 ZUR DS NR. 261142 - HANDLUNGSKONZEPT WOHNEN BONN 3 Durch Vertreter*innen der lokalen Politik wurden Arbeitsst‰nde und Arbeitsschritte regelm‰flig abgesichert (DS Nr. 241643, 253313). Die ÷ffentlichkeit hatte im Juni 2026 Gelegenheit, den Entwurf auf der st‰dtischen Online-Plattform „bonn-macht-mit“ einzusehen sowie R¸ckmeldungen und Hin- weise zu geben. Durch den Beschluss des ‚Handlungskonzept Wohnen Bonn‘ als st‰dtebauliches Entwicklungskonzept gem. ß 1 (6) Nr. 11 BauGB durch den Rat erlangt das Konzept als programmatische Grundlage des wohnungspolitischen Handelns in Bonn Ver- bindlichkeit. Die Zielsetzungen sind in Abw‰gungsentscheidungen zu beachten. Die Umsetzung der empfohlenen Maflnahmen ist vorgesehen. Abb. 2: Eindrücke aus den Wohnungsbaukonferenzen Bonn und ihrem Dialog zum ‚Hand- lungskonzept Wohnen Bonn‘ (Quelle: Bundesstadt Bonn) Einbindung lokaler Politik & ÷ffentlichkeit BeschlussfassungSeite 14 von 107 ANLAGE 1 ZUR DS NR. 261142 - HANDLUNGSKONZEPT WOHNEN BONN ANLAGE 4 3. Ausgangssituation Die für das „Wohnen in Bonn“ bestehende Situation und absehbaren Veränderun- gen auf dem Wohnungsmarkt, der Nachfrageseite sowie die bestehenden Aktivit‰- ten und zum Einsatz kommenden Instrumente der Stadt Bonn beschreiben das Fundament und den Ausgangspunkt des Handlungskonzepts. Hieraus werden Handlungs- und Ver‰nderungsnotwendigkeiten benannt sowie Ziele und Pr‰mis- sen des k¸nftigen Handelns abgeleitet. 3.1 Wohnungsmarktsituation Auf Grundlage der j¸ngsten Daten der kommunalen Wohnungsmarktbeobachtung (Stichtag: 31.12.2025) lassen sich die nachfolgend beschriebenen Entwicklungen der Angebots- und Nachfrageseite f¸r den Zeitraum der Jahre 2023 bis 2025 skiz- zieren, die als Ausgangspunkt des ‚Handlungskonzept Wohnen Bonn‘ relevant sind. Auf die teilraum- und zielgruppenspezifische Situationsdarstellung wird an die- ser Stelle verzichtet (siehe u.a. DS Nr. 252477). Die Skizze der gesamtst‰dtischen Entwicklungstrends ist dabei f¸r die Identifizierung der Herausforderungen und Handlungserfordernisse f¸r das Wohnen in Bonn und die Ableitung wirksamer Mafl- nahmen ausreichend. Das Wohnungsangebot in Bonn entwickelte sich zwischen 2023 und 2025 trotz schwieriger Rahmenbedingungen dynamisch. Entwicklungserschwerend gelten gestiegene Zinsen, hˆhere Material- und Baukosten, inflationsbedingte Preisstei- gerungen sowie die Auswirkungen gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Transfor- mationsprozesse, etwa im Bereich Demografie. Die Anzahl fertiggestellter Wohnun- gen variierte mit 592 Wohneinheiten im Jahr 2023, 1.244 Wohneinheiten im Jahr 2024 und 667 Wohneinheiten im Jahr 2025 stark (vgl. Statistikstelle der Bun- desstadt Bonn 2024 – 2026). Im gesamten Beobachtungszeitraum blieb die Anzahl neu entstandener Wohnungen damit unter der gem‰fl Bundesprognose bedarfser- forderlichen Anzahl von 1.600 Wohneinheiten j‰hrlich (vgl. BBSR 2025). Die Anzahl der Wohnungen insgesamt stieg von 177.943 Wohnungen im Jahr 2023 ¸ber 179.218 Wohnungen im Jahr 2025 an. Insgesamt wuchs der Gesamtbestand an Wohnungen in Bonn zwischen 2023 und 2025 damit um 1.275 Wohnungen an (vgl. Statistikstelle der Bundesstadt Bonn 2024 – 2026). WohnungsangebotSeite 15 von 107 ANLAGE 1 ZUR DS NR. 261142 - HANDLUNGSKONZEPT WOHNEN BONN ANLAGE 1 ZUR DS NR. 261142 - HANDLUNGSKONZEPT WOHNEN BONN 5 Im mietpreisgebundenen Wohnungsmarktsegment war die Entwicklung des Woh- nungsbestandes insgesamt r¸ckl‰ufig. W‰hrend im Jahr 2023 in Bonn noch 10.058 Wohnungen mietpreisgebunden waren, waren es im Jahr 2024 nur noch 8.972 und damit 1.086 Wohnungen weniger als im Jahr zuvor. Im Jahr 2025 ging der Bestand nochmals um 614 Wohnungen zur¸ck auf nunmehr nur noch 8.358. Neu errichtet wurden im Jahr 2023 im mietpreisgebundenen Wohnungsmarktsegment dabei 87 Wohnungen, im Jahr 2024 118 Wohnungen und im Jahr 2025 wurden 199 Woh- nungen bezugsfertig. Der Wohnungsleerstand ist in Bonn, bezogen auf den Bundesdurchschnitt, unter- durchschnittlich ausgepr‰gt und umfasst entsprechend ein geringes Leerstandsvo- lumen. Im Zensusjahr 2022 standen rund 2,8% der insgesamt in Bonn vorhandenen Wohnungen leer, im bundesweiten Durchschnitt waren es im gleichen Bezugsjahr 4,3% (Quelle: Statistisches Bundesamt 2024). Mit Blick auf das Bau¸berhangvolumen (Gesamtheit aller bewilligten, aber noch nicht abgeschlossenen Baumaflnahmen) war eine dynamische Entwicklung zu be- obachten. Es entwickelte sich von 6.746 Wohneinheiten im Jahr 2023 vorerst r¸ck- l‰ufig auf 6.535 Wohneinheiten im Jahr 2024, um im Jahr 2025 auf 7.055 Wohnein- heiten zu steigen (Quelle: Statistikstelle der Bundesstadt Bonn 2024 – 2026). Auf der Nachfrageseite war im benannten Beobachtungszeitraum ein anhaltender Nachfrageanstieg durch Bevˆlkerungszuwachs zu beobachten. So nahm die Wohnbevˆlkerung von im Jahr 2023 338.224 Personen um rund +1,1 %, d.h. knapp 4.000 Personen bis zum Jahr 2025 auf 342.152 Personen zu. Der Zuwachs der Bonner Haushalte, als prim‰re Nachfrageeinheit auf dem Woh- nungsmarkt, war im gleichen Intervall mit 3.313 zus‰tzlichen Haushalten auf 187.275 Haushalte im Jahr 2025 (183.962 Haushalte im Ausgangsjahr 2023) mit einem Plus von +1,8 % st‰rker als das Bevˆlkerungswachstum ausgepr‰gt. 177.943 179.218 179.918 592 1.244 667 0 200 400 600 800 1.000 1.200 1.400 176.500 177.000 177.500 178.000 178.500 179.000 179.500 180.000 180.500 2023 2024 2025 Wohnungsbestand (linke Achse) Wohnungsfertigstellungen (rechte Achse) Abb. 3: Entwicklung des Wohnungsbestandes und Zahl der Wohnungsfertigstellungen in Bonn (2023-2025) (Quelle: Bundesstadt Bonn) NachfrageSeite 16 von 107 ANLAGE 1 ZUR DS NR. 261142 - HANDLUNGSKONZEPT WOHNEN BONN ANLAGE 6 Die Summe aller wohnraumsuchenden Haushalte mit Wohnberechtigungsschein als Nachfrageindikator im mietpreisgebundenen Wohnungsmarktsegment betrug im Jahr 2023 3.666 Haushalte, im Jahr 2024 konnten 3.430 und im Jahr 2025 3.971 wohnraumsuchende Haushalte mit Wohnberechtigungsschein in Bonn ermittelt werden (vgl. NRW.BANK 2024-2025). Weitere Informationen zur Wohnraumfˆrderung in Bonn kˆnnen den Wohnungs- marktberichten entnommen werden (siehe z.B. DS Nr. 252477). Als Ausdruck des Verh‰ltnisses von Angebot und Nachfrage im Sinne einer Bilan- zierung kann die Entwicklung der Angebotsmietpreise f¸r die Jahre 2023 bis 2025 wiedergeben werden. Im Beobachtungszeitraum stiegen die Angebotsmietpreise insgesamt von 12,58 €/m2 Nettokaltmiete im Jahr 2023 um rund +7,6% auf 13,54 €/m2 Nettokaltmiete im Jahr 2025 und geben damit das auf dem Bonner Wohnungs- markt bestehende Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage wieder, das unter anderem eine Mietpreissteigerung bedingt. Die beschriebenen Entwicklungen von Angebot, Nachfrage und Bilanzierung st¸t- zen die Bewertung einer anhaltenden Diskrepanz von insbesondere Wohnungsan- gebot und Wohnungsnachfrage in der Bundesstadt. Insbesondere f¸r wohnraum- suchende Haushalte ist der Bonner Wohnungsmarkt als nicht bedarfs- und sozial- gerecht zu charakterisieren. Eine entsprechende Teilhabe bezogen auf die Da- seinsgrundfunktion „Wohnen“ ist nicht allen Nachfragenden möglich. Dies gilt ne- ben potenzieller, zuk¸nftiger Wohnbevˆlkerung auch f¸r die bestehende, die sich ¸ber die beschriebenen Entwicklungen, insbesondere bezogen auf die Entwicklung der Angebotsmietpreise, ¸ber die grundlegenden Mechanismen von Wohnungs- m‰rkten zunehmenden Verdr‰ngungseffekten ausgesetzt sehen. Das kann gravie- rende Folgen f¸r das soziale Koh‰siv einer Stadtgesellschaft haben (Verlust der Vielschichtigkeit und Verlust der Wohnbevˆlkerung in entsprechenden Einkom- mensschichten) und ist dabei sowohl in Fragen der ˆkonomischen (negative Kauf- kraftbeeinflussung in entsprechenden, einkommensbezogenen lokalen Konsum- segmenten), ˆkologischen (mˆgliche Verl‰ngerung von Pendelwegen ¸ber Ver- dr‰ngungseffekte unter Beibehaltung von ausschnittsweisen Lebens- und Arbeits- mittelpunkten) und sozialen Nachhaltigkeit (einkommensbezogene Unterrepr‰sen- tanz von entsprechenden Arbeitnehmenden in stadtgesellschaftlich systemrelevan- ten Berufsgruppen, z.B. Krankenpfleger*innen, Erzieher*innen, etc.) kritisch zu hin- terfragen. 338.224 340.226 342.152 183.962 185.919 187.275 182.000 183.000 184.000 185.000 186.000 187.000 188.000 338.000 339.000 340.000 341.000 342.000 343.000 344.000 2023 2024 2025 Einwohner*innen (linke Achse) Haushalte (rechte Achse) Abb. 4: Entwicklung der Wohnbevˆlkerung und der Haushalte in Bonn (2023-2025) (Quelle: Bundesstadt Bonn) AngebotsmietpreiseSeite 17 von 107 ANLAGE 1 ZUR DS NR. 261142 - HANDLUNGSKONZEPT WOHNEN BONN ANLAGE 1 ZUR DS NR. 261142 - HANDLUNGSKONZEPT WOHNEN BONN 7 Es ist zu anzunehmen, dass die beschriebenen Entwicklungstrends auch in den kommenden Jahren weiterhin Bestand haben werden. Demographische Vorausbe- rechnungen lassen ein Anhalten des Bevˆlkerungs- und Haushaltezuwachs in Bonn und den umliegenden Kommunen als eine der Wachstumsregionen in Nord- rhein-Westfalen annehmen (bis 2050 ist entsprechend der aktuellsten Bevˆlke- rungsvorausberechnung des Statistischen Landesamtes des Landes Nordrhein- Westfalen mit dem in dieser Prognose landesweit hˆchsten Prognosewert von ei- nem Bevˆlkerungsplus von +8,8 %, vgl. IT.NRW 2026), auf welches das Woh- nungsangebot vor dem Hintergrund der aktuellen Projektionen zur konjunkturellen Entwicklung der kommenden Jahre umfangsbezogen nicht bedarfsgerecht reagie- ren kann. Auf dieser Grundlage ist davon auszugehen, dass die seit einigen Jahren anhaltend angespannte Situation auf dem Bonner Wohnungsmarkt ¸ber das Un- gleichgewicht von hoher Wohnraumnachfrage und gleichzeitigem, nicht bedarfsde- ckendem Wohnraumangebot fortbestehen wird. 3.2 Instrumentarium und Handlungsauftr‰ge im Handlungsfeld Wohnen in Bonn Die bestehenden Instrumente und Aktivit‰ten der Bundesstadt Bonn im Handlungs- feld Wohnen lassen sich in einem „Instrumentenhaus“ (vgl. Abbildung 5 sowie An- lage IV. 2) darstellen. Das „Instrumentenhaus“ gibt eine ‹bersicht ¸ber die vielf‰ltigen Instrumente, die bereits für „Wohnen in Bonn“ angewendet werden und im Erarbeitungsprozess des Handlungskonzeptes Ber¸cksichtigung finden. Sie tragen bereits heute zum Ziel der Sicherung und Schaffung von Wohnraum und insbesondere zur Fˆrderung von ˆffentlich gefˆrdertem Wohnungsbau bei. Die nachfolgende Abbildung verdeutlicht, die Vielf‰ltigkeit der bestehenden Instrumente und dass das Thema Wohnen inner- halb der Verwaltung an zahlreichen Stellen verankert ist und bearbeitet wird. Dabei reicht das Spektrum von Fachkonzepten bis zu einzelnen Instrumenten mit direk- tem oder indirektem Bezug zu den quantitativen und qualitativen Zielen im Hand- lungsfeld Wohnen. Die Instrumente und Handlungsans‰tze lassen sich thematisch f¸nf Handlungs- s‰ulen zuordnen: • Fl‰chenpotenziale identifizieren und sichern • Fl‰chenpotenziale aktivieren • Wohnen f¸r alle d.h. Fˆrderung/Unterst¸tzung besonderer Wohnungsmarktsegmente • Wohnraum sichern • Kooperation & Dialog Ausblick InstrumenteSeite 18 von 107 ANLAGE 1 ZUR DS NR. 261142 - HANDLUNGSKONZEPT WOHNEN BONN ANLAGE 8 Das Instrumentenportfolio umfasst eine Vielzahl bew‰hrter planungsrechtlicher, fˆr- derpolitischer und kooperativer Ans‰tze. Sie sind Bausteine der laufenden woh- nungspolitischen Praxis und kommen vorhaben- und anlassbezogen zum Einsatz. Sie kˆnnen einen wesentlichen Beitrag zur Umsetzung der Ziele leisten, um neuen und bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, den Bestand zu sichern und die Wohn- formvielfalt f¸r eine mˆglichst breit aufgestellte Teilhabe auf dem Bonner Woh- nungsmarkt zu fˆrdern. Die detaillierte Darstellung der bestehenden Instrumente ist in Anlage IV. 2 dargestellt. Ein wohnungspolitisches Konzept f¸r die Stadt oder eine gesamthafte wohnungs- politische Programmatik liegt nicht vor. Die Entscheidungstr‰ger*innen im Rat der Stadt haben mit thematischen und an- lassbezogenen Entscheidungen Ziele f¸r spezifische Wohnungsbauvorhaben defi- niert und Handlungsauftr‰ge formuliert. Als Beispiele hierf¸r stehen die nachfolgenden Beschlusstitel: • Familiengerechtes Wohnen im Geschosswohnungsbau (DS Nr. 230568-02 AA) • Verh‰ltnis von Wohnungsbau und Fl‰chen f¸r B¸ros und Dienstleistungen (DS Nr. 221204) • Wohnen ¸ber Parken (DS Nr. 220021) • Bonner Baulandmodell: Konkretisierung bzw. Modifizierung der Beschl¸sse 1613742EB5, 201298-04AA und 210781-03AA (DS Nr. 220278) Dar¸ber hinaus erfolgen Entwicklungszieldiskussionen und -priorisierungen f¸r Vor- haben des Wohnungsbaus gegenw‰rtig mehrheitlich anlass- und einzelfallbezo- gen. Eine gesamthafte Betrachtung und zielorientierte Verkn¸pfung des Instrumenten- portfolios sowie der Handlungsauftr‰ge bestehen bislang nicht systematisch. Es fehlen zumeist ¸bergeordnete Zielsetzungen und klar definierte Priorit‰ten. Diese Einschr‰nkungen verdeutlichen, dass nicht prim‰r ein Mangel an Instrumenten be- steht, sondern vielmehr ein Bedarf an strategischer Integration, Weiterentwicklung und konsequenter Anwendung. Abb. 5: Bestehende Handlungsans‰tze im Handlungsfeld Wohnen in Bonn (‚Instrumenten- haus‘ aggregiert) (Quelle: eigene Darstellung 2026) Handlungsauftr‰geSeite 19 von 107 ANLAGE 1 ZUR DS NR. 261142 - HANDLUNGSKONZEPT WOHNEN BONN ANLAGE 1 ZUR DS NR. 261142 - HANDLUNGSKONZEPT WOHNEN BONN 9 3.3 Dialog- & Kooperationsstrukturen Bedeutsam f¸r die zielgerichtete Gestaltung des wohnungspolitischen Handelns sowie die Umsetzung entsprechender Zielsetzung sind Dialog- und Kooperations- strukturen der Beteiligten – hier insbesondere zwischen st‰dtischer Verwaltung und Akteur*innen des Wohnungsmarktes. Sie schaffen die Grundlage einer vertrauens- vollen Atmosph‰re – grunds‰tzlich wie projektbezogen – und bieten die Mˆglich- keit, erarbeitete Handlungsinhalte zu transportieren, zu beraten und zu vereinba- ren. In der Bundesstadt Bonn bestanden in den vergangenen Jahren unterschiedliche und ¸berwiegend anlass- und projektbezogene Austauschformate, die im Jahr 2025 in das auf Dauerhaftigkeit angelegte Format ‚Wohnungsbaukonferenz Bonn (WoKoBo)‘ ¸berf¸hrt wurden. Mit der ‚Wohnungsbaukonferenz Bonn (WoKoBo)‘ wird seit Sommer 2025 eine be- stehende Leerstelle der Dialog- und Kooperationsstrukturen mit Wohnungsmarkt- akteur*innen geschlossen. Die ‚Wohnungsbaukonferenz Bonn (WoKoBo)‘ ist als halbj‰hrlich tagendes Austauschkontinuum – erg‰nzt um konkrete Arbeitsformate – angelegt und bringt aktive wohnraumschaffende und -sichernde Akteur*innen des Bonner Wohnungsmarktes, thematische Interessenvertretungen, Vertreter*innen der lokalen Politik sowie der st‰dtischen Verwaltung zusammen. Hier findet die Ver- st‰ndigung zu den aktuellen Rahmenbedingungen des Wohnens in Bonn statt, wer- den die zentralen Bausteine des wohnungspolitischen Handelns der Bundesstadt vor- sowie zur Diskussion gestellt und darauf aufbauend gemeinsame Aktivit‰ten zur Gestaltung des Handlungsfelds Wohnen vereinbart. Das Handlungskonzept Wohnen Bonn ist gemeinsames Ergebnis und k¸nftiger Handlungsauftrag. Den positiven R¸ckmeldungen der Beteiligten zum initiierten Austauschformat zur Folge, ist die weitergehende Etablierung dieses Formats unbedingt gew¸nscht. 3.4 Blick auf die aktuelle Situation Um den Blick auf die Situation auch qualitativ zu komplettieren und konkludente Handlungsableitungen vorzunehmen, beleuchteten die eingebundenen Dienststel- len sowie die Akteur*innen des Wohnungsmarktes in verschiedenen Austauschfor- maten die aktuelle Situation im Handlungsfeld Wohnen. Sie identifizierten unabh‰ngig voneinander ‰hnliche Leerstellen und Handlungser- fordernisse f¸r das wohnungspolitische Handeln in der Stadt. Zentral wird eine ¸bergreifende wohnungspolitische Strategie mit klaren Zielen, Maflnahmen und Zu- st‰ndigkeiten vermisst, die das bisherige anlass- und projektbezogene Handeln er- g‰nzt und Transparenz f¸r alle Akteur*innen schafft. Dar¸ber hinaus werden als zentrale Hindernisse f¸r die bedarfsgerechte Entwick- lung des Wohnraumangebotes der Stadt folgende benannt: • zu wenige verf¸gbare Fl‰chen f¸r Wohnungsbau, • lange und komplexe Planungs- und Genehmigungsverfahren, • aufwendige Abstimmungsprozesse innerhalb der Verwaltung und Politik, • begrenzte Fˆrdermittel, • steigende Bau-, Finanzierungs- und Grundst¸ckskosten. Wohnungsbaukonfe- renz Bonn (WoKoBo) Perspektive der AG Wohnen & Innenentwicklung und Teilnehmenden Woh- nungsbaukonferenzSeite 20 von 107 ANLAGE 1 ZUR DS NR. 261142 - HANDLUNGSKONZEPT WOHNEN BONN ANLAGE 10 Die Akteur*innen des Wohnungsmarktes fordern mehr Transparenz, Planungssi- cherheit und schnellere Entscheidungen. Zudem machen sie auf die Kostenrele- vanz inhaltlicher und prozessualer Planungsanforderungen aufmerksam. Die Wohnungsmarktakteur*innen stellen im Erarbeitungs- und Umsetzungsprozess eine koordinierende, begleitende und umsetzungsorientierte Funktion im Sinne ei- ner zentralen Ansprechpartner*in, Prozessbegleiter*in und Umsetzer*in dar. 3.5 Handlungserfordernisse Zentrales Handlungserfordernis f¸r das Wohnen in Bonn ist die Schaffung und Si- cherung von Wohnraum. Dies ergibt sich aus dem anhaltenden Missverh‰ltnis zwi- schen Wohnungsangebot und -nachfrage – insbesondere im Segment des ˆffent- lich gefˆrderten Wohnungsbaus, welches neben den beschriebenen Ursachen auch in kommunalen Entscheidungen der zur¸ckliegenden Jahre begr¸ndet ist. Die Neubaut‰tigkeit bleibt deutlich hinter dem rechnerisch ermittelten Bedarf zu- r¸ck. Gleichzeitig w‰chst die Zahl der Haushalte kontinuierlich st‰rker als die Be- vˆlkerung insgesamt, was die Nachfrage zus‰tzlich verst‰rkt. Diese Entwicklung f¸hrt zu steigenden Angebotsmieten, versch‰rft die Zugangssituation zu bezahlba- rem Wohnraum f¸r breite Teile der Bevˆlkerung und stellt das soziale Gleichgewicht in Frage. Dar¸ber hinaus gilt es, trotz Nachverdichtung und zus‰tzlicher Wohnbau- entwicklungen fr¸hzeitig ausreichend qualifizierte Freir‰ume in der Planung zu be- r¸cksichtigen. Die bestehenden wohnungspolitischen Handlungsauftr‰ge und Instrumente in Bonn sind nicht ausreichend, um die in diesem Zusammenhang benˆtigte Abhilfe zu schaffen. Auch wenn wesentliche Rahmenbedingungen der Wohnraumschaf- fung und -sicherung auflerhalb des Einflussbereichs der Kommune liegen, ist die Notwendigkeit erkannt, das bestehende Instrumentarium strategisch zu erg‰nzen. Es ist mit neuen Maflnahmen systematisch zu b¸ndeln, strategisch auszurichten und gezielt weiterzuentwickeln. Dies best‰tigt auch die ¸berwiegende Mehrheit der Akteur*innen im Handlungsfeld Wohnen. Vor dem Hintergrund der beschriebenen Situation und der identifizierten Hand- lungsbedarfe bündelt das integrierte „Handlungskonzept Wohnen Bonn“ beste- hende und neue Maflnahmen sowie Instrumente. Es formuliert wohnungspolitische Ziele, Pr‰missen und Priorit‰ten und schafft damit einen koh‰renten Gesamtrah- men f¸r die Wohnungsentwicklung in Bonn. So verfolgt es den Anspruch, neben der strategischen Zielsetzung auch die operative Umsetzung der Ziele und Mafl- nahmen durch die Akteur*innen des Wohnungsmarktes zu unterst¸tzen.Seite 21 von 107 ANLAGE 1 ZUR DS NR. 261142 - HANDLUNGSKONZEPT WOHNEN BONN ANLAGE 1 ZUR DS NR. 261142 - HANDLUNGSKONZEPT WOHNEN BONN 11 4. Zielsetzung Aus der Analyse der derzeitigen Entwicklungen des Bonner Wohnungsmarktes, der damit einhergehenden Aufarbeitung aktueller Trends, der Befassung mit dem be- stehenden Instrumentarium und Handlungsauftr‰gen sowie der Reflektion der Si- tuation durch die handelnden Akteur*innen, wurden gemeinsam drei programmati- sche Zielaussagen f¸r das wohnungspolitische Handeln in Bonn abgeleitet und als strategischer Rahmen f¸r die zuk¸nftige Wohnungspolitik formuliert. Ausgangspunkt ist die Absicht, diesen beschriebenen Herausforderungen aktiv zu begegnen, ausreichend Wohnraum bereitzustellen, diesen sozial ausgewogen zu verteilen und gleichzeitig qualitative, nachhaltige und klimafreundliche Standards zu sichern. Dabei ist die Wohnraumversorgung nicht nur eine quantitative, sondern auch eine qualitative Aufgabe, die sowohl die Verwaltung als auch die Wohnungs- marktakteur*innen als Umsetzer*innen braucht. Mehr Wohnraum schaffen und sichern Die Stadt schafft und sichert insbesondere ˆffentlich gefˆrderten Wohnraum, um vielf‰ltige Zielgruppenbedarfe zu bedienen und eine sozial ausgewogene Wohn- raumversorgung zu gew‰hrleisten. Die Umsetzung dieses Ziels l‰sst eine signifikante Steigerung des Wohnraumbe- stands im gesamten Stadtgebiet erwarten. Bedeutsam ist dabei, dass die Neuer- richtung von Wohnraum unter den Pr‰missen der Wohngesundheit, Langlebigkeit, Anpassungsf‰higkeit, Ressourcenschutz, Suffizienz und Effizienz erfolgt. Gleich- zeitig ist ein entsprechend qualifiziertes Angebot wohnortnaher Freir‰ume fr¸hzeitig im Planungsprozess zu ber¸cksichtigen. Hierbei wird besonderes Augenmerk auf die Unterst¸tzung baulicher Vorhaben ge- legt, welche die Errichtung ˆffentlich gefˆrderten Wohnraums, von langfristig preis- gebundenem Wohnraum bzw. von Wohnraum f¸r besondere Nachfrager*innen- gruppen (bspw. Auszubildende und Studierende) beabsichtigen. Die st‰dtischen Instrumente zur Fˆrderung und Sicherung des ˆffentlich gefˆrderten Wohnraums bzw. Wohnraums im preisged‰mpften und bezahlten Mietwohnungsmarktsegment sind beizubehalten und weiter zu st‰rken. Besondere Bem¸hungen sollen der Aktivierung un- und untergenutzter Wohnfl‰- chen im Bestand gelten, da sie ein r‰umliches Potenzial darstellen, welches im Vergleich zur Neuerrichtung von Wohnungen kurzfristig, je nach Ausgangslage im Bestand, unkompliziert und insbesondere nachhaltig aktiviert werden kann. Fl‰chen aktivieren und Innenentwicklung st‰rken Durch die Bereitstellung und strategische Steuerung von Fl‰chenentwicklungen so- wie die konsequente Verstetigung der Innenentwicklung werden die r‰umlichen Vo- raussetzungen f¸r zus‰tzlichen Wohnungsbau geschaffen. Voraussetzung f¸r die Schaffung neuen Wohnraums sind die Kenntnis ¸ber, sowie die Verf¸gbarkeit von Fl‰chen. Mit geeigneten Instrumenten sind Fl‰chenpotenzi- ale zu ermitteln und zu kommunizieren. In diesem Zusammenhang ist u.a. bei gro- flen st‰dtischen Entwicklungsvorhaben stets die (Mit-)Entwicklung von Wohnungs- zentrale Absicht programmatische ZieleSeite 22 von 107 ANLAGE 1 ZUR DS NR. 261142 - HANDLUNGSKONZEPT WOHNEN BONN ANLAGE 12 bau zu pr¸fen. F¸r die bekannten Potenziale ist eine gezielte und gesteuerte Akti- vierung vorzubereiten und zu betreiben. Diese kann neben einem fl‰chenspezifi- schen Entwicklungsprogramm informelles kommunikatives Handeln umfassen, ebenso wie liegenschaftliche Aktivit‰ten, bspw. den Ankauf von Fl‰chen. Der r‰um- liche Fokus liegt dabei auf Entwicklungsoptionen im bebauten Innenbereich. Auch der wirkungsorientierten Weiterentwicklung planerischer Prozesse zur Vorbe- reitung der Wohnraumschaffung kommt hier eine Bedeutung zu. Kooperative und langfristige Umsetzung sicherstellen „Wohnen in Bonn“ braucht die Zusammenarbeit Vieler. Langfristige Kooperationen zwischen Verwaltung, Politik und Wohnungswirtschaft bilden die Grundlage, um das Ziel der Wohnraumschaffung und -sicherung erfolgreich umzusetzen und Ent- wicklungsprozesse zu beschleunigen. Die Bereitstellung von Wohnraum ist das Ergebnis eines langen Prozesses mit ei- ner Vielzahl Beteiligter. Um hier wirksam Ver‰nderungen zu begr¸nden, ist die ziel- gerichtete Kooperation der Akteur*innen – welche ¸ber die reine gegenseitige In- formation hinausgeht – erfolgsentscheidend. Um diese langfristig sicher zu stellen, ist gegenseitiges Vertrauen aufzubauen, welches auf Transparenz, Glaubw¸rdig- keit und Verl‰sslichkeit beruht. Formell gesetzte Vereinbarungen zur Zusammenarbeit zwischen involvierten Ent- scheidungstr‰ger*innen kˆnnen die Verbindlichkeit erhˆhen und Planungssicher- heit f¸r alle Beteiligten begr¸nden. Die formulierten Ziele beschreiben nicht nur den gew¸nschten Zustand, sondern geben zugleich einen Rahmen f¸r das konkrete Handeln vor. Der Weg vom Ziel zum Ergebnis erfolgt ¸ber: 1. die systematische Identifizierung und Aktivierung von Fl‰chenpotenzialen, 2. die St‰rkung des gefˆrderten und bezahlbaren Wohnungsbaus und gemein- wohlorientierter Wohnprojekte, 3. die Weiterentwicklung des Bestands, 4. sowie die Optimierung von Prozessen und Kooperationen. In diesem Rahmen kˆnnen sowohl kurzfristige Maflnahmen ermˆglicht als auch langfristige Entwicklungen aufgezeigt werden. Der beschriebene Weg verdeutlicht, dass die zentrale Absicht des wohnungspoliti- schen Handelns Bonn nicht mittels Umsetzung isolierter Maflnahmen gelingen kann, sondern als integrierter Prozess auch auf Basis gesamt- bzw. teilr‰umlicher strategischer Planung zu organisieren ist. Die Entwicklung von Wohnraum steht in einem komplexen Spannungsfeld unter- schiedlicher Zielsetzungen. Einerseits besteht ein hoher Bedarf an zus‰tzlichem, bezahlbarem Wohnraum, andererseits sollen Neuversiegelung reduziert sowie Na- tur- und Freir‰ume gesch¸tzt und im Sinne der wohnortnahen Naherholung, des Klimaschutzes und der Artenvielfalt qualifiziert werden. Gleichzeitig erfordert ver- dichteter Wohnraum hohe qualitative – auch kostenrelevante – Standards, um lang- fristig tragf‰hig zu sein. Im Weiteren findet Wohnraumentwicklung im Umfeld viel- f‰ltiger alternativer Nutzungsanspr¸che statt. Eine mˆgliche Wohnnutzung konkur- riert mit den Fl‰chenanspr¸chen der Freiraumentwicklung, erneuerbarer Energien, Vom Ziel zur Umsetzung ZielkonflikteSeite 23 von 107 ANLAGE 1 ZUR DS NR. 261142 - HANDLUNGSKONZEPT WOHNEN BONN ANLAGE 1 ZUR DS NR. 261142 - HANDLUNGSKONZEPT WOHNEN BONN 13 des Natur- und Umweltschutzes oder des Gewerbes. Zus‰tzliche Rahmenbedin- gungen wie die Vorgaben der Europ‰ischen Union zur Vermeidung eines Nettover- lusts an st‰dtischem Gr¸n bis 2030 versch‰rfen diese Spannungsfelder. Das ‚Handlungskonzept Wohnen Bonn‘ kann diese Konflikte nicht auflˆsen, jedoch werden sie bei der Benennung von Handlungsfeldern und Identifizierung von Mafl- nahmen ber¸cksichtigt, um zu einer Minimierung dieser Zielkonflikte beizutragen.Seite 24 von 107 ANLAGE 1 ZUR DS NR. 261142 - HANDLUNGSKONZEPT WOHNEN BONN ANLAGE 14 5. Handlungskonzept Das ‚Handlungskonzept Wohnen Bonn‘ ¸bersetzt die wohnungspolitischen Ziele der Stadt in f¸nf miteinander verkn¸pfte Handlungsfelder und konkretisiert sie durch ein B¸ndel aufeinander abgestimmter Maflnahmen. Die Handlungsfelder leiten sich unmittelbar aus den zuvor definierten Zielen ab und korrespondieren mit dem bestehenden wohnungspolitischen Instrumentarium. Sie strukturieren das wohnungspolitische Handeln. Zwischen ihnen bestehen vielf‰ltige Schnittstellen. Themen wie Fl‰chenentwicklung, Fˆrderung, Prozessbeschleuni- gung und Kooperation greifen ineinander und m¸ssen entsprechend integriert be- trachtet werden. Den Handlungsfeldern sind Maflnahmen zugeordnet, die die Umsetzung der defi- nierten Ziele besonders wirksam unterst¸tzen. Die Maflnahmen unterscheiden sich hinsichtlich ihrer r‰umlichen Bezugsebenen, beteiligter Akteur*innen sowie ihres zeitlichen Horizonts und ihrer Wirkungsweise. Insgesamt werden 15 Maflnahmen definiert, die sowohl kurzfristige Verbesserungen der Rahmenbedingungen f¸r den Wohnungsbau als auch langfristige Strategien zur Sicherung von bezahlbarem und vielf‰ltigem Wohnraum verfolgen. Dabei werden die bestehenden Instrumente be- r¸cksichtigt und weitergef¸hrt. Handlungsfelder Abb. 6: Handlungsfelder im ‚Handlungskonzept Wohnen Bonn‘ (Quelle: eigene Darstellung)Seite 25 von 107 ANLAGE 1 ZUR DS NR. 261142 - HANDLUNGSKONZEPT WOHNEN BONN ANLAGE 1 ZUR DS NR. 261142 - HANDLUNGSKONZEPT WOHNEN BONN 15 Die nachfolgende Erl‰uterung der Handlungsfelder und der ihnen zugeordneten Maflnahmen f¸hrt auch Angaben zu Umsetzungszeitraum und -beteiligten sowie ihrer Priorisierung auf. Das Vorgehen der Priorisierung ist in Kapitel 6.1 dargestellt. Eine differenzierte Darstellung der einzelnen Maflnahmen findet sich in der Anlage IV 4. Neben Handlungsfeldzuordnung und Maflnahmenbeschreibung sind Aussa- gen zur angenommenen Wirkungsweise, Schnittstellen und n‰chsten Schritten als Grundlage f¸r eine konkrete Umsetzungsplanung enthalten. Abb. 7: ‹bersicht ¸ber das ‚Handlungskonzept Wohnen Bonn‘ (Quelle: eigene Darstellung)Seite 26 von 107 ANLAGE 1 ZUR DS NR. 261142 - HANDLUNGSKONZEPT WOHNEN BONN ANLAGE 16 5.1 Fl‰chenpotenziale identifizieren & sichern Die Bonner Wohnungspolitik verfolgt in diesem Handlungsfeld das Ziel, mehr Woh- nungen und zus‰tzlichen Wohnraum in ausreichender, vielf‰ltiger und finanzierba- rer Form zu schaffen und daf¸r Fl‰chen bereitzustellen. Dieses Ziel soll durch die Identifizierung, Sicherung und Kommunikation von Wohnungsbaupotenzialen er- reicht werden. Wohnungsbaupotenziale sind systematisch zu identifizieren, planungsrechtlich zu sichern und transparent zu kommunizieren, um eine verl‰ssliche Grundlage f¸r die Wohnraumentwicklung zu schaffen und die Innenentwicklung zu st‰rken. Das Bon- ner Baupotenzialregister (B≤PR) wird als zentrales Instrument zur Erfassung und Bewertung von Fl‰chenpotenzialen weiterentwickelt und ausgebaut (M 1.1). Es er- mˆglicht die Identifikation geeigneter Fl‰chen, unterst¸tzt deren Aktivierung und dient als Grundlage f¸r ein kontinuierliches Monitoring sowie eine gezielte Steue- rung. Erg‰nzend ist ein strategisches Konzept f¸r ein aktives st‰dtisches Liegenschafts- management zu entwickeln (M 1.2). Im Fokus stehen die fr¸hzeitige Sicherung ge- eigneter Fl‰chen, die gezielte Nutzung st‰dtischer Grundst¸cke f¸r den Wohnungs- bau sowie eine klare Aufgabenverteilung zwischen den beteiligten Akteur*innen, um die Bereitstellung von bezahlbarem Wohnraum zu st‰rken. Nr. Maflnahme Priorit‰t Zeitraum Umsetzungs- beteiligte kurzfristig mittelfristig langfristig Bundesstadt Bonn Wohnungs- marktaktur*innen Weitere M 1.1 Potenzialdatenerfassung und -kommunikation ●● x x x x M 1.2 Konzept f¸r aktives st‰dti- sches Liegenschaftsmanage- ment ●●● x x x x 5.2 Fl‰chenpotenziale aktivieren Die Bonner Wohnungspolitik strebt in diesem Handlungsfeld das Ziel an, zus‰tzli- che Wohnbaupotenziale gezielt zu aktivieren, planungsrechtlich zu sichern und ef- fizient f¸r die Schaffung neuer Wohnungen nutzbar zu machen. Im Fokus stehen dabei sowohl die (planungsrechtliche) Bereitstellung neuer Wohnbaufl‰chen als auch die konsequente St‰rkung der Innenentwicklung, um den vorhandenen Stadt- raum nachhaltig und fl‰chensparend zu nutzen. Es gilt, Wohnungsbaupotenziale gezielt zu aktivieren und deren Entwicklung durch transparente Kommunikation, klare Priorit‰ten und effizientere Verfahren zu unter- st¸tzen, um die Innenentwicklung zu st‰rken und zus‰tzliche Wohnbaufl‰chen be- reitzustellen. Eine Pr¸fung der Realisierbarkeit zus‰tzlicher Wohnbebauung im r‰umlich funktionalen Zusammenhang der Planung von Verkehrsinfrastrukturen ist mitzudenken. Zielsetzung Handlungs- empfehlungen Tab. 1: Einordnung Maflnahmen im Handlungsfeld Fl‰chenpotenziale identifizieren & sichern (Quelle: eigene Darstellung) Zielsetzung Handlungs- empfehlungenSeite 27 von 107 ANLAGE 1 ZUR DS NR. 261142 - HANDLUNGSKONZEPT WOHNEN BONN ANLAGE 1 ZUR DS NR. 261142 - HANDLUNGSKONZEPT WOHNEN BONN 17 Hierf¸r sind Bauleitplanverfahren durch einen sogenannten „Planungsturbo“ zu be- schleunigen, was u.a. die Optimierung interner Abstimmungs- sowie Entschei- dungsprozesse umfasst (M 2.1). Erg‰nzend wird mit dem Wohnbaufl‰chenentwick- lungsprogramm 2040 eine strategische und priorisierte Grundlage f¸r die Entwick- lung zentraler Wohnbaufl‰chen geschaffen (M 2.2). Die Aktivierung innerst‰dtischer Potenziale wird durch gezielte handlungsorien- tierte Fˆrderung der Innenentwicklung, praxisnahe Unterst¸tzung f¸r Eigent¸- mer*innen sowie kommunikative Maflnahmen gest‰rkt (M 2.3). Flankierend wird die Einrichtung einer zentralen Koordinations- und Anlaufstelle („Wohnraumschaf- fungslotse“) geprüft, um Verfahren zu bündeln, Akteur*innen zu begleiten und Pro- zesse effizienter zu gestalten (M 2.4). Nr. Bezeichnung Priori- t‰t Zeitraum Akteur*in kurzfristig mittelfristig langfristig Bundesstadt Bonn Wohnungsmarkt- akteur*innen Weitere M 2.1 Planungsturbo ●●● x x x M 2.2 Wohnbaufl‰chenentwicklungs- programm 2040 ●●● x x x M 2.3 Innenentwicklung fˆrdern ●●● x x x x M 2.4 Wohnraumschaffungslotse ●● x x 5.3 Wohnen f¸r alle Die Bonner Wohnungspolitik beabsichtigt in diesem Handlungsfeld das Ziel, woh- nungspolitische Steuerungsinstrumente und Fˆrderprogramme gezielt weiterzuent- wickeln und wirkungsorientiert einzusetzen, um den Bestand an ˆffentlich gefˆrder- tem Wohnraum zu erhˆhen sowie dauerhaft bezahlbaren und sozial vielf‰ltigen Wohnraum in der Stadt sicherzustellen. Dabei werden sowohl allgemeine Wohnbe- darfe als auch die spezifischen Anforderungen unterschiedlicher Nutzer*innengrup- pen ber¸cksichtigt. Hierzu wird das Bonner Baulandmodell fortgeschrieben und wirkungsorientiert an- gepasst (M 3.1). Erg‰nzend werden gezielte Aktivit‰ten zur Wohnraumbereitstel- lung f¸r Studierende und Auszubildende ausgebaut, insbesondere durch bessere Bedarfserhebung, st‰rkere Kooperationen und die Nutzung bestehender Fˆrder- programme (M 3.2). Dar¸ber hinaus sind gemeinwohlorientierte und gemeinschaftliche Wohnprojekte sowie die Schaffung von Wohnraum im unteren Preissegment zu unterst¸tzen, re- gelm‰flig zu evaluieren und anzupassen, um somit langfristig bezahlbare und al- ternative Wohnformen zu fˆrdern und auf Entwicklungen eingehen zu kˆnnen (M 3.3 und M 3.4). Das Modell einer sozialen Wohnraumagentur bietet die Chance, einen nachhaltigen und langfristigen Beitrag zur ‹berwindung der Wohnungslosig- keit in Bonn zu leisten (M 3.5). Tab. 2: Einordnung Maflnahmen im Handlungsfeld Fl‰chenpotenziale aktivieren (Quelle: eigene Darstellung) Zielsetzung Handlungs- empfehlungenSeite 28 von 107 ANLAGE 1 ZUR DS NR. 261142 - HANDLUNGSKONZEPT WOHNEN BONN ANLAGE 18 Nr. Bezeichnung Priori- t‰t Zeitraum Akteur*in kurzfristig mittelfristig langfristig Bundesstadt Bonn Wohnungsmarkt- akteur*innen Weitere M 3.1 Anwendung Bonner Baulandmodell ●● x x x M 3.2 Studierenden- und Auszubildendenwohnen ●● x x x x M 3.3 Fˆrderung gemeinwohlorientier- ter Wohnprojekte ● x x x x M 3.4 Fˆrderung bezahlbaren Wohnraum ● x x x M 3.5 Soziale Wohnraumagentur Bonn ● x x x 5.4 Wohnraum sichern Die Bonner Wohnungspolitik setzt in diesem Handlungsfeld auf das Ziel, insbeson- dere mietpreisg¸nstigen Wohnraum im Bestand langfristig zu sichern und zu erhal- ten. Der Stabilisierung bestehender Wohnquartiere als zentrale Ressource f¸r eine sozial ausgewogene Stadtentwicklung kommt dabei besondere Bedeutung zu. Vorhandene Wohnraumpotenziale sollen im Bestand st‰rker genutzt werden, etwa durch die Aktivierung ungenutzter oder untergenutzter Fl‰chen sowie die Umnut- zung leerstehender Geb‰ude. Erg‰nzend werden Strategien zur Sicherung bezahl- baren Wohnraums erarbeitet, um den Wohnungsbestand als zentrale Ressource zu st‰rken und sozialvertr‰glich weiterzuentwickeln (M 4.1). Die Bonner Offensive zur ‹berwindung von Wohnungslosigkeit unternimmt jedwede Anstrengung, um Wohnungsverlusten vorzubeugen und neuen bezahlbaren Wohnraum f¸r die Ziel- gruppe zu akquirieren (M 4.2). Die in einem vormaligen Entwurf des Handlungskon- zeptes vorgesehene Maßnahme M4.1_Entwurf „Anwendung soziales Erhaltungs- recht“ war vor dem Hintergrund des politischen Auftrags zur Einführung Sozialer Erhaltungssatzungen aufgenommen worden und geht auf den Zielbeschluss DS 201565 zur¸ck. Da die Pr¸fung und politische Beratung zur Einf¸hrung Sozialer Erhaltungssatzungen gegenw‰rtig noch nicht abgeschlossen ist, wurde die Mafl- nahme nicht in das aktuell vorliegende Konzept aufgenommen. Tab. 3: Einordnung Maflnahmen im Handlungsfeld Wohnen f¸r alle (Quelle: eigene Darstellung) Zielsetzung Handlungs- empfehlungenSeite 29 von 107 ANLAGE 1 ZUR DS NR. 261142 - HANDLUNGSKONZEPT WOHNEN BONN ANLAGE 1 ZUR DS NR. 261142 - HANDLUNGSKONZEPT WOHNEN BONN 19 Nr. Bezeichnung Priori- t‰t Zeitraum Akteur*in Kurzfristig Mittelfristig Langfristig Bundesstadt Bonn Wohnungs- marktakteur*in- nen Weitere M 4.1 Bestandsgeb‰ude als Potenzial zur Wohnraumschaffung ●● x x x x M 4.2 ‹berwindung von Wohnungslosigkeit ● x x x 5.5 Kooperation & Dialog Die Bonner Wohnungspolitik verfolgt in diesem Handlungsfeld das Ziel, gemeinsam mit Wohnungsmarktakteur*innen Verantwortung f¸r die Erreichung der wohnungs- politischen Ziele der Bundesstadt Bonn zu ¸bernehmen. Dazu soll die Zusammen- arbeit mit den Akteur*innen des Wohnungsmarktes intensiviert und rund um das Thema Wohnen gezielt ausgebaut werden. Mit den vorgesehenen Maflnahmen werden alle definierten Ziele unterst¸tzt. Die ‚Wohnungsbaukonferenz Bonn (WoKoBo)‘ mit den ihr zugehˆrigen Dialogfor- maten ist als halbj‰hrlich stattfindendes Austauschformat, das auf einen kontinuier- lichen und vertrauensvollen Dialog mit den Akteur*innen des Wohnungsmarktes ausgerichtet ist, weiterzuentwickeln (M 5.1). Zu den Kernaufgaben der ‚Wohnungs- baukonferenz Bonn (WoKoBo)‘ z‰hlen der offene und vertrauensvolle Informations- austausch, die gemeinsame Arbeit an relevanten Themen sowie die fachliche Be- ratung von Politik und Verwaltung. Dar¸ber hinaus dient sie gemeinsam mit ihren Dialogformaten als zentrales Forum f¸r die Erarbeitung der vorgesehenen Erkl‰- rung „Wohnen in Bonn“ („Letter of Intent“) gem‰fl Maflnahme M 5.2. Neben der Wohnungsbaukonferenz mit ihren Dialogformaten stellt eine solche Kooperations- vereinbarung einen zweiten zentralen Baustein der angestrebten engen und lang- fristigen Zusammenarbeit zum Thema „Wohnen in Bonn“ dar. Nr. Bezeichnung Priori- t‰t Zeitraum Akteur*in Kurzfristig Mittelfristig Langfristig Bundesstadt Bonn Wohnungs- marktakteur*in- nen Weitere M 5.1 Wohnungsbaukonferenz Bonn (WoKoBo) ●●● x x x x M 5.2 Kooperation der Wohnungs- marktakteur*innen ●● x x x x Tab. 4: Einordnung Maflnahmen im Handlungsfeld Wohnraum sichern (Quelle: eigene Darstellung) Zielsetzung Handlungs- empfehlungen Tab. 5: Einordnung Maflnahmen im Handlungsfeld Kooperation & Dialog (Quelle: eigene Darstellung)Seite 30 von 107 ANLAGE 1 ZUR DS NR. 261142 - HANDLUNGSKONZEPT WOHNEN BONN ANLAGE 20 Die den f¸nf Handlungsfeldern zugeordneten 15 Maflnahmen stehen in vielf‰ltigen Wechselwirkungen zueinander. Einzelne Maflnahmen entfalten ihre volle Wirkung h‰ufig erst im Zusammenspiel mit anderen. Zur Erreichung der wohnungspoliti- schen Ziele ist daher das Zusammenwirken von Maflnahmen aus mehreren Hand- lungsfeldern erforderlich. Besonders priorisiert werden Maflnahmen zur Mobilisierung von Wohnbaufl‰chen, zur Beschleunigung von Planungsverfahren und zur Fˆrderung der Innenentwick- lung. Gleichzeitig wird deutlich, dass die Wirksamkeit vieler Maflnahmen erst mittel- bis langfristig eintritt und durch externe Faktoren wie Baukosten und Zinsentwick- lung beeinflusst wird. Entscheidend f¸r den Erfolg des Konzepts ist daher das ab- gestimmte Zusammenwirken aller Maflnahmen sowie die enge Kooperation zwi- schen Stadtverwaltung, Wohnungsmarktakteur*innen und weiteren Partnern. Zur Umsetzungsvorbereitung ist es im Weiteren zudem bedeutsam, die identifizier- ten Maflnahmen f¸r die Bundesstadt Bonn im gesamtst‰dtischen Kontext einzubet- ten. ZusammenwirkenSeite 31 von 107 ANLAGE 1 ZUR DS NR. 261142 - HANDLUNGSKONZEPT WOHNEN BONN ANLAGE 1 ZUR DS NR. 261142 - HANDLUNGSKONZEPT WOHNEN BONN 21 6. Umsetzung und Ausblick Der Rat der Bundesstadt Bonn hat der Komplexit‰t und Dringlichkeit der wohnungs- politischen Herausforderungen in den vergangenen Jahren Rechnung getragen und wichtige Beschl¸sse gefasst. Mit dem vorliegenden ‚Handlungskonzept Woh- nen Bonn‘ werden diese Ans‰tze geb¸ndelt und strategisch eingeordnet. Die im Konzept benannten Maflnahmen werden in Erg‰nzung der bereits etablierten woh- nungspolitischen Instrumente mit klaren Priorit‰tensetzungen in ein konsistentes Umsetzungsprogramm ¸berf¸hrt. Nach dem Beschluss durch den Rat der Bundesstadt Bonn wird das ‚Handlungs- konzept Wohnen Bonn‘ als st‰dtebauliches Entwicklungskonzept gem. ß 1 (6) Nr. 11 BauGB programmatische Grundlage des wohnungspolitischen Handelns in Bonn und erhˆht damit die Planungssicherheit f¸r alle Akteur*innen am Wohnungs- markt. Die wohnungspolitisch relevanten Aktivit‰ten und Maflnahmen des st‰dti- schen Handelns werden auf die Zielsetzungen des Handlungskonzepts Bezug neh- men und transparent machen, dass und wie sie auf ihre Umsetzung einwirken. 6.1 Umsetzungsprogramm Die mit dem Konzept definierten Maflnahmen sollen – ausgehend von bereits be- stehenden Vorarbeiten, Wirkungszusammenh‰ngen und Ressourcenbedarfen pri- orisiert – parallel zu den laufenden Aktivit‰ten im Handlungsfeld Wohnen Umset- zung finden. In Vorbereitung der Konzeptumsetzung wurden die Maflnahmen untereinander pri- orisiert. Die Priorisierung erfolgte anhand eines mehrstufigen Bewertungsprozesses. Be- r¸cksichtigt wurden insbesondere die strategische Bedeutung der Maflnahme f¸r die Zielerreichung, ihre Umsetzbarkeit, die zeitliche Dringlichkeit, mˆgliche Syner- gien mit anderen Maflnahmen sowie die Verf¸gbarkeit erforderlicher Ressourcen. Dar¸ber hinaus wurde gepr¸ft, inwieweit einzelne Maflnahmen als Voraussetzung f¸r nachfolgende Maflnahmen dienen oder kurzfristig sichtbare Wirkungen entfalten kˆnnen. Im Ergebnis wurde f¸nf Maflnahmen eine hohe Priorit‰t zugewiesen. • M 1.2 Konzept f¸r aktives st‰dtisches Liegenschaftsmanagement • M 2.1 „Planungsturbo“ • M 2.2 Wohnbaufl‰chenentwicklungsprogramm 2040 • M 2.3 Innenentwicklung fˆrdern • M 5.1 Wohnungsbaukonferenz Bonn (WoKoBo) Diese Maflnahmen zielen vor allem darauf ab, kurz- bis mittelfristig die Vorausset- zungen f¸r zus‰tzlichen Wohnungsbau zu verbessern, um der bestehenden und absehbar steigenden Nachfrage gerecht zu werden und begleitend die initiierten Dialog- und Zusammenarbeitsstrukturen zu verstetigen. Die Priorisierung der Maflnahmen erfolgte sowohl durch die Mitglieder der beglei- tenden Arbeitsgruppe Wohnen & Innenentwicklung als auch durch die an der Erar- beitung teilnehmenden Akteur*innen des Wohnungsmarktes. Konzept als Hand- lungsgrundlage PriorisierungSeite 32 von 107 ANLAGE 1 ZUR DS NR. 261142 - HANDLUNGSKONZEPT WOHNEN BONN ANLAGE 22 Als Grundlage der strukturierten und zielorientierten Konzeptumsetzung sind die Maflnahmen in ein zeitliches Umsetzungsprogramm ¸berf¸hrt, welches insbeson- dere auch die erforderlichen personellen und finanziellen Ressourcen, zeitlichen Voraussetzungen sowie bestehende Abh‰ngigkeiten zwischen einzelnen Maflnah- men ber¸cksichtigt. Das Umsetzungsprogramm stellt die Verbindung zwischen den definierten Hand- lungsfeldern, den daraus abgeleiteten Maflnahmen und deren zeitlicher Umsetzung her. Es verdeutlicht, welche Maflnahmen kurz-, mittel- oder langfristig umgesetzt werden sollen und welche organisatorischen oder fachlichen Voraussetzungen hierf¸r erforderlich sind. Gleichzeitig dient das Programm als Steuerungsinstrument f¸r Politik und Verwaltung, um die Umsetzung der Maflnahmen nachvollziehbar zu strukturieren und regelm‰flig zu ¸berpr¸fen. Soweit notwendig erfolgt maflnahmenbezogen eine gesonderte Beschlussfassung im Nachgang. Die nachstehende Abbildung 8 skizziert die empfohlene Umsetzung der beschrie- benen Maflnahmen in den n‰chsten Jahren und ist auch in Anlage IV. 5 einzuse- hen. Unabh‰ngig von ihrer zeitlichen Priorisierung gilt, dass alle Maflnahmen umgesetzt werden m¸ssen, um den Wohnstandort Bonn langfristig zu st‰rken. Dabei ist zu ber¸cksichtigen, dass viele Maflnahmen ihre Wirkung erst mittel- bis langfristig ent- falten. Zudem sind die Einflussmˆglichkeiten der Kommune auf den Wohnungs- markt begrenzt. Dies liegt unter anderem daran, dass die Wohnraumversorgung ¸berwiegend aus dem Bestand erfolgt und die Mobilisierung von Bauland in der Regel mehrj‰hrige Vorlaufzeiten erfordert. Baukonjunkturelle Rahmenbedingun- gen, wie beispielsweise die Entwicklung der Baupreise und die Zinspolitik, haben groflen Einfluss auf tats‰chliche Baut‰tigkeiten liegen aber ebenso auflerhalb des kommunalen Einflussbereichs. Bei der Umsetzung des ‚Handlungskonzept Wohnen Bonn‘ kommt der st‰dtischen Verwaltung eine besondere Aufgabe und Verantwortung zu. Sie hat insbesondere die Rolle der Koordination, Moderation und Impulsgebung inne. Konkrete maflnahmenbezogenen Umsetzungsauftr‰ge an die Verwaltung finden sich in Anlage IV.6 aufgef¸hrt. Umsetzungsprogramm Abb. 8: Umsetzungsprogramm ‚Handlungskonzept Wohnen Bonn‘, Meilensteine & Maflnah- men (Quelle: eigene Darstellung) Auftrag an die VerwaltungSeite 33 von 107 ANLAGE 1 ZUR DS NR. 261142 - HANDLUNGSKONZEPT WOHNEN BONN ANLAGE 1 ZUR DS NR. 261142 - HANDLUNGSKONZEPT WOHNEN BONN 23 Die Bundesstadt Bonn kann die St‰rkung des Wohnstandorts nicht allein gew‰hr- leisten, sondern agiert als eine von vielen Akteur*innen auf dem Wohnungsmarkt. Die Umsetzung zahlreicher Maflnahmen erfordert die aktive Mitwirkung von Woh- nungsunternehmen, Genossenschaften, Investor*innen sowie privaten Eigent¸- mer*innen. Eine enge und verl‰ssliche Zusammenarbeit mit den Wohnungsmarkt- akteur*innen ist daher zentrale Voraussetzung f¸r die Erreichung der Ziele des Handlungskonzeptes. Sie haben im Umsetzungsprozess eine begleitende und um- setzende Rolle. ‹ber die Stadtentwicklungsgesellschaft Bonn mbH (SEG) und die Vereinigte Bon- ner Wohnungsbau AG (VEBOWAG) nimmt die Stadt zugleich eine aktive Rolle auf dem Markt ein und bringt mittelbar selbst Fl‰chen in Entwicklung, um auf diese Weise zu einer Entspannung des Wohnungsmarktes beizutragen. Dar¸ber hinaus wird im Zuge der weiteren Konkretisierung der Maflnahmen gepr¸ft, inwieweit Kooperationen, beispielsweise mit Hochschulen oder weiteren wissen- schaftlichen Einrichtungen, zur fachlichen Begleitung, Evaluation und Weiterent- wicklung einzelner Maflnahmen beitragen kˆnnen. Das vorliegende ‚Handlungskonzept Wohnen Bonn‘ ist gemeinsames Ergebnis der in Bonn agierenden Akteur*innen des Wohnungsmarktes mit der Bundesstadt Bonn. Der umsetzungsbegleitende Dialog mit den Akteur*innen des Wohnungs- marktes wird im Rahmen der Wohnungsbaukonferenz Bonn und ihrer Dialogfor- mate fortgef¸hrt werden. Hier festgestellte Anpassungs-, Fortschreibungs- und Er- g‰nzungsempfehlungen des Handlungskonzepts sollen und kˆnnen gepr¸ft und aufgenommen werden. 6.2 Evaluation und Fortschreibung Um die Aktualit‰t des Konzepts zu garantieren und aktuelle Rahmenbedingen und Trends zu ber¸cksichtigen, ist das Handlungskonzept Wohnen als lernendes und prozesshaftes Instrument angelegt. Es ist eine regelm‰flige Evaluierung sowie Fortschreibung des ‚Handlungskonzepts Wohnen Bonn‘ vorgesehen. Neue Er- kenntnisse aus der Umsetzung, ver‰nderte Bedarfe sowie externe Einflussfaktoren flieflen fortlaufend in die Weiterentwicklung ein. Als wesentlicher und damit prozessdeterminierender Erfolgsfaktor der Erarbeitung wurde identifiziert, dass das Konzept dynamisch anzulegen ist, um auch in der Zu- kunft neue und zu ber¸cksichtigende Entwicklungen aufnehmen zu kˆnnen. So werden alle Maflnahmen regelm‰flig auf ihre Wirksamkeit ¸berpr¸ft und bei Bedarf angepasst, um flexibel auf Ver‰nderungen am Wohnungsmarkt, neue rechtliche Rahmenbedingungen sowie gesellschaftliche Entwicklungen reagieren zu kˆnnen. Die Evaluation erfolgt datenbasiert und unter Einbindung der zust‰ndigen Fach‰m- ter sowie relevanter externer Akteur*innen. Zudem soll im Austausch mit Akteur*in- nen des Wohnungsmarktes Erfolgsfaktoren und Herausforderungen in der Umset- zung reflektiert sowie Mˆglichkeiten zur Anpassung von Maflnahmen und Priorit‰- ten beraten werden. Dies kann im Rahmen der ‚Wohnungsbaukonferenzen Bonn (WoKoBo)‘ oder ihrer Dialogformate qualitativ evaluiert werden. Ein regelm‰fliges Monitoring sowie Erfolgskontrollen sind zentrale Bestandteile der Steuerung. Sie ermˆglichen es Verwaltung und Politik, fr¸hzeitig auf neue Entwick- lungen zu reagieren und bei Umsetzungshemmnissen gezielt nachzusteuern. Kooperationen umsetzungsbe- gleitender Dialog BerichterstattungSeite 34 von 107 ANLAGE 1 ZUR DS NR. 261142 - HANDLUNGSKONZEPT WOHNEN BONN ANLAGE 24 Regelm‰flig, sp‰testens alle vier Jahre, erfolgt eine Berichterstattung zum Umset- zungsstand des Handlungskonzepts sowie zur Benennung bestehender Fortschrei- bungsbedarfe gegen¸ber den politischen Entscheidungstr‰ger*innen. Eine Be- zugsgrˆfle hierf¸r sind die in Anlage IV.6 benannten maflnahmenbezogenen Ziel- setzungen bis zum Jahr 2030.Seite 35 von 107 ANLAGE 1 ZUR DS NR. 261142 - HANDLUNGSKONZEPT WOHNEN BONN ANLAGE 1 ZUR DS NR. 261142 - HANDLUNGSKONZEPT WOHNEN BONN 25 II. Abbildungsverzeichnis Abbildung 1: Erarbeitungsprozess des ‚Handlungskonzepts Wohnen Bonn‘ ................ 2 Abbildung 2: Eindr¸cke aus den Wohnungsbaukonferenzen Bonn und ihrem Dialog zum ‚Handlungskonzept Wohnen Bonn‘ .................................................. 3 Abbildung 3: Entwicklung des Wohnungsbestandes und Zahl der Wohnungsfertigstellungen in Bonn (2023-2025)…………………………………………..5 Abbildung 4: Entwicklung der Wohnbevˆlkerung und der Haushalte in Bonn (2023- 2025…………………………………………………………………………….6 Abbildung 5: Bestehende Instrumente im Handlungsfeld Wohnen in Bonn .................. 8 Abbildung 6: Handlungsfelder im ‚Handlungskonzept Wohnen Bonn‘ ....................... 14 Abbildung 7: Übersicht über das ‚Handlungskonzept Wohnen Bonn‘ ......................... 15 Abbildung 8: Umsetzungsprogramm Meilensteine Maflnahmen ............................... 22 III. Tabellenverzeichnis Tabelle 1: Maflnahmen im Handlungsfeld Fl‰chenpotenziale identifizieren & sichern…………………………………………………………………….…..16 Tabelle 2: Einordnung Maflnahmen im Handlungsfeld Fl‰chenpotenziale aktivieren…… ......................................................................................... 17 Tabelle 3: Einordnung Maflnahmen im Handlungsfeld Wohnen f¸r alle ................. 18 Tabelle 4: Einordnung Maflnahmen im Handlungsfeld Wohnraum sichern ............ 19 Tabelle 5: Einordnung Maflnahmen im Handlungsfeld Kommunikation & Dialog .. 19Seite 36 von 107 ANLAGE 1 ZUR DS NR. 261142 - HANDLUNGSKONZEPT WOHNEN BONN 26 IV. Anhang IV.1 Beteiligte an der Erarbeitung des Handlungskonzeptes IV.2 Instrumentenhaus Handlungsfeld Wohnen in Bonn IV.3 ‹bersicht bestehende wohnungspolitische Ratsbeschl¸sse IV.4 Umsetzungsprogramm zum Handlungskonzept Wohnen IV.5 Shortscans der Maflnahmen des Handlungskonzepts IV.6 maflnahmenbezogene Umsetzungshinweise und -zielsetzungen 2030Seite 37 von 107 ANLAGE 1 ZUR DS NR. 261142 - HANDLUNGSKONZEPT WOHNEN BONN 27 IV.1 Beteiligte an der Erarbeitung des Handlungskonzeptes An der Erarbeitung des Handlungskonzeptes Wohnen Bonn waren folgende Ak- teur*innengruppen beteiligt A Fachdienststellen der st‰dtischen Verwaltung u.a. zusammenarbeitend in der Arbeitsgruppe Wohnen & Innenentwicklung • Dezernat III • Dezernat IV • Stadtplanungsamt (61) • Amt f¸r Bodenmanagement und Geoinformation (62) • Bauordnungsamt (63) • Amt f¸r Umwelt und Stadtgr¸n (67) • Amt f¸r Soziales und Wohnen (50) • Amt f¸r Wirtschaftsfˆrderung (03) B Akteur*innen des Wohnungsmarktes Bonn Als Akteur*innen des Wohnungsmarktes waren in den Formaten der ‚Wohnungs- baukonferenzen Bonn (WoKoBo)‘ regelmäßig zur Mitwirkung eingeladen. • ÷ffentliche Wohnungs(bau)unternehmen, insbesondere auch SEG und VeboWag • Wohnungsbaugenossenschaften, insbesondere GWG • Freie Wohnungsbauunternehmen, insbesondere Bauende und Be- standshalter • Wohnungsrelevante Interessensvertretungen • Wohnungsbezogene Initiativen • Lokale Banken C Vertreter*innen der Fraktionen im Rat der Bundesstadt Bonn als G‰ste der ersten und zweiten Wohnungsbaukonferenz BonnSeite 38 von 107 ANLAGE 1 ZUR DS NR. 261142 - HANDLUNGSKONZEPT WOHNEN BONN 28 IV.2 Instrumentenhaus Handlungsfeld Wohnen in BonnSeite 39 von 107 ANLAGE 1 ZUR DS NR. 261142 - HANDLUNGSKONZEPT WOHNEN BONN 29 IV.3 ‹bersicht bestehende wohnungspolitische Ratsbeschl¸sse Das ‚Handlungskonzept Wohnen Bonn‘ hat den Anspruch, die wohnungspolitischen Initiativen und Ziele der Bundesstadt integrativ darzustellen und seine Umsetzung auf diesen aufzubauen. Nachfolgende Tabelle enth‰lt eine ‹bersicht ¸ber die be- stehenden bzw. derzeit in Vorbereitung befindlichen wohnungspolitisch relevanten Vorgaben und Rahmenbedingungen, welche politisch beraten sind sowie ihre Drucksachennummer (DS Nr.). Es erfolgt eine Zuordnung zu den Maflnahmenemp- fehlungen des Handlungskonzeptes Wohnen in Bonn. Maflnahme Beschluss/Bezeichnung DS Nr. M.1.1 Poten- zialdatener- fassung und -kommuni- kation Beschluss über die Mitwirkung und Mittelbereitstellung für das Projekt Bonner Baupotenzialregister (B²PR) 241741 M 1.2 Kon- zept f¸r akti- ves st‰dti- sches Lie- genschafts- manage- ments Neue Richtlinie für die Bewertung und Veräußerung sowie den Erwerb unbebauter und bebauter städtischer Grundstücke und die Einräumung von Erbbaurechten 222109-05 Erstzugriffsrecht der VEBOWAG 1911737EB5; 1512113EB8 Förderung des öffentlich geförderten Wohnungsbaus beim Ver- kauf von städtischen Grundstücken 1911737EB5 Bonner Baulandmodell 1613742EB5; 1811574EB5; 201298-04 AA; 210781-03 AA; 220278-01 ST Gründung einer Stadtentwicklungsgesellschaft; SEG GmbH 221550-08 St „Bonner Standards für klimafreundlichen Neubau" 242211 M 2.1 Pla- nungsturbo Verfahrensbeschleunigung in der Bauleitplanung - "Planungs- turbo" durch Politik und Verwaltung 260809 M 2.3 Innen- entwicklung fˆrdern Klimaplan-Steckbrief 4.2.1.1 „Klimagerechte Innenentwicklung und Nachverdichtung“ 241644; 252655 Bonner Baupotenzialregister (B≤PR) 241741 M 3.1 Bon- ner Bau- landmodell Verbindliche 30%-Mindestquote f¸r sozialen bzw. gefˆrderten Wohnungsbau bei Neubauvorhaben mit Planungsrecht 1613742EB5 Bonner Baulandmodell: Operationale Umsetzungsgrundlagen 190446 Bonner Baulandmodell: Konkretisierung und Modifizierung ver- bindlicher Regelungen 1811574EB5 Evaluierung und weitere Modifizierung des Bonner Baulandmo- dells 201298-04 AA Mietmodell im Rahmen der ‹bernahme von Folgekosten f¸r die Schaffung von Kindertagesbetreuungspl‰tzen im Bonner Bau- landmodell 210781-03 AA Bonner Baulandmodell: Konkretisierung bzw. Modifizierung der Beschl¸sse 220278 M 3.2 Fˆrde- rung ge- meinwohl- orientierter Wohnbau- projekte Fˆrderzusch¸sse f¸r Mietshaussyndikats- und vergleichbare ge- nossenschaftliche Wohnprojekte in Verbindung mit Koalitions‰n- derungsantrag: Einbringung der Haushaltssatzung f¸r die Haus- haltsjahre 2025/2026 und des Finanz- und Investitionspro- gramms 2024 bis 2029 253420-02; 240986 95 AA, Ziff. 8Seite 40 von 107 ANLAGE 1 ZUR DS NR. 261142 - HANDLUNGSKONZEPT WOHNEN BONN 30 Maflnahme Beschluss/Bezeichnung DS Nr. M 3.4 Fˆrde- rung bezahl- baren Wohnraum Einbringung der Haushaltssatzung f¸r die Haushaltsjahre 2025/2026 und des Finanz- und Investitionsprogramms 2024 bis 2029 in Verbindung mit Koalitions‰nderungsantrag: Einbringung der Haushaltssatzung f¸r die Haushaltsjahre 2025/2026 und des Finanz- und Investiti- onsprogramms 2024 bis 2029 240986; 240986-95 AA M 3.5 Sozi- ale Wohn- raumagen- tur Bonn Koalitions‰nderungsantrag: Einbringung der Haushaltssatzung f¸r die Haushaltsjahre 2025/2026 und des Finanz- und Investiti- onsprogramms 2024 bis 2029 Antrag zur Vorlage 240986 222050-02 M 4.2 Bon- ner Offen- sive zur ‹berwin- dung von Wohnungs- losigkeit Koalitions‰nderungsantrag: Einbringung der Haushaltssatzung f¸r die Haushaltsjahre 2025/2026 und des Finanz- und Investiti- onsprogramms 2024 bis 2029 Antrag zur Vorlage 240986 und Einbringung der Haushaltssat- zung f¸r die Haushaltsjahre 2025/2026 und des Finanz- und In- vestitionsprogramms 2024 bis 2029 222050; 222050-02Seite 41 von 107 ANLAGE 1 ZUR DS NR. 261142 - HANDLUNGSKONZEPT WOHNEN BONN 31 IV.4 Umsetzungsprogramm zum HandlungskonzeptSeite 42 von 107 ANLAGE 1 ZUR DS NR. 261142 - HANDLUNGSKONZEPT WOHNEN BONN 32 IV.5 Shortscans der Maflnahmen des HandlungskonzeptSeite 43 von 107 ANLAGE 1 ZUR DS NR. 261142 - HANDLUNGSKONZEPT WOHNEN BONN 33 Flächenpotenziale identifizieren & sichern M 1.1 Potenzialdatenerfassung und -kommunikation systematische Erfassung und Aufbereitung von Potenzialdaten mit entwicklungsrelevanten In- formationen & Kommunikation Beschreibung der Maßnahme Das Bonner Baupotenzialregister (B²PR) ist ein Instrument zur systematischen Darstellung und Pflege von Flächenpotenzialdaten für wohnbauliche Entwicklungen, das das Baulandkataster nach § 200 Abs. 3 BauGB mit weiteren Flächenpotenzialen verbindet. Es führt qualifizierte ent- wicklungsrelevante Informationen zusammen und ermöglicht das Auffinden möglicher Entwick- lungsflächen, die Ableitung konkreter Aktivierungsaktivitäten und ein qualifiziertes Monitoring der Entwicklung von Flächenpotenzialen im Stadtgebiet. Damit birgt es das Potenzial eines digitalen Grundlageninstruments für die Steuerung der Innenentwicklung durch die Stadt. Derzeit umfasst das Bonner Baupotenzialregister nicht sämtliche wohnbauliche Flächenpotenziale im Stadtge- biet und entwicklungsrelevante Inhalte. Eine entsprechende Weiterentwicklung des Instruments ist unbedingt beabsichtigt, um das Register zu erweitern und ein möglichst vollständiges Bild der vorhandenen Entwicklungsmöglichkeiten im Stadtgebiet zu erhalten. Auch machte das Förder- projekt „Modellprojekt Baupotenzialregister“ praktikable Möglichkeiten einer automatisierten Nacherhebung und Potenzialflächenprüfung bekannt. Die Erstellung des Registers hat das Inte- resse Dritter am Instrument gezeigt. So ist es Absicht, das B2PR als Informations- und Steue- rungsinstrument bekannt zu machen und zu etablieren. Die Prüfung von Möglichkeiten zur un- mittelbaren Unterstützung Entwicklungsinteressierter ist voranzubringen. Eine periodische Eva- luation der Flächenaktivierung soll die Wirksamkeit des Instruments überprüfen und Grundlage für seine Weiterentwicklung sein. Wirkungsweise mit Bezug zur Zielsetzung Das Instrument leistet einen mittelbaren Beitrag zur Förderung des Wohnungsbaus, insbeson- dere im Bereich der Innenentwicklung. Das Baupotenzialregister erleichtert die Identifikation von Entwicklungsflächen, da relevante Flächen systematisch erfasst und ergänzt um entwicklungs- relevante Informationen wie freiraumplanerische Zielsetzung und umweltrelevante Restriktionen übersichtlich aufbereitet werden. Dadurch können vorhandene Potenziale im Stadtgebiet schnel- ler erkannt, flächenbezogene Zielkonflikte identifiziert und bearbeitet und in Planungs- und Ent- scheidungsprozesse einbezogen werden. Ergänzend trägt eine gezielte Aktivierungsunterstüt- zung dazu bei, bislang ungenutzte oder untergenutzte Flächen für eine Entwicklung zu mobili- sieren. Gleichzeitig ermöglicht das Register eine zielgerichtete Steuerung der Aktivierungsbe- mühungen, indem Prioritäten gesetzt und Maßnahmen auf besonders geeignete Flächen aus- gerichtet werden können. Dadurch wird die Nutzung innerstädtischer Flächenpotenziale gestärkt und ein Beitrag zur Schaffung zusätzlichen Wohnraums geleistet. Schnittstellen Umsetzungspartner*innen M 2.2 M 3.3 Bundesstadt Bonn, Eigentümer*innen/Wohnungs- wirtschaft als Bauende, Interessenverbände als Kommunikationspartner Umsetzungszeitpunkt und -dauer [kurzfristig = 2028 mittelfristig = 2030 langfristig = 2035] kurzfristig –B²PR liegt vor, inhaltliche und technische Weiterentwicklung angelegt und kann bei Bereitstellung Ressourcen vorgenommen werden. Dauer der Umsetzung: Daueraufgabe, Weiterentwicklung in 2027 Ressourcen Bestehende Ratsbeschlüsse 30.000 € Qualifizierung und Weiterentwicklung vorhandenSeite 44 von 107 ANLAGE 1 ZUR DS NR. 261142 - HANDLUNGSKONZEPT WOHNEN BONN 34 Flächenpotenziale identifizieren & sichern M 1.2 Konzept für aktives städtisches Liegenschaftsmanagements Erstellung eines Konzepts für aktives städtisches Liegenschaftsmanagements mit dem Fokus auf Flächen für den Wohnungsbau Beschreibung der Maßnahme Die Bundesstadt Bonn verfügt nur über begrenzte eigene Flächenpotenziale für den Wohnungs- bau. Gleichzeitig kommt ihr als Flächeneigentümerin zur Umsetzung der wohnungspolitischen Zielsetzungen – insbesondere die Schaffung von bezahlbarem und öffentlich gefördertem Wohn- raum – besondere Bedeutung zu. Die Stadt verfolgt das Ziel, durch ein aktives kommunales Liegenschaftsmanagement die Vo- raussetzungen für eine nachhaltige und sozial ausgewogene Wohnbauentwicklung zu stärken. Durch ein vorausschauendes Liegenschaftsmanagement kann die Stadt langfristig über geeig- nete Grundstücke verfügen und diese gezielt für wohnungspolitische Ziele, insbesondere für den geförderten, bezahlbaren und bedarfsorientierten Wohnungsbau, einsetzen. Ein übergreifendes, strategisches Konzept liegt bislang nicht vor. Vor dem Hintergrund begrenzter finanzieller Ressourcen soll der Fokus künftig auf einer strate- gischen Bodenbevorratung liegen. Dabei sollen insbesondere Flächen ohne bestehendes Bau- recht oder mit langfristigen Entwicklungsperspektiven identifiziert und – sofern wirtschaftlich ver- tretbar – frühzeitig gesichert werden. Erkenntnisse sollen ferner auch aus dem Baupotenzialre- gister gezogen werden. Im Hinblick auf bebaute Grundstücke im städtischen Besitz soll das Po- tenzial von leerstehenden oder nicht mehr für Verwaltungszwecke benötigten Objekten für den Wohnungsbau identifiziert werden. Anschließend können diese entweder stadtintern weiterent- wickelt oder dem Markt angeboten werden. Im Rahmen des Konzeptes ist die Aufgabenverteilung zwischen der Liegenschaftsabteilung im Amt für Wirtschaftsförderung, der Stadtentwicklungsgesellschaft Bonn (SEG) sowie der mehr- heitlich städtischen Wohnungsbaugesellschaft VeBoWAG bei der Nutzung, Entwicklung und Vergabe städtischer Grundstücke zu schärfen. Ziel ist eine abgestimmte Zusammenarbeit der städtischen Akteure zur Umsetzung der wohnungspolitischen Ziele der Stadt. Wirkungsweise mit Bezug zur Zielsetzung Durch eine aktive Bodenpolitik und die frühzeitige Sicherung geeigneter Flächen stärkt die Stadt ihre Steuerungsmöglichkeiten bei der zukünftigen Wohnbauentwicklung und trägt damit mittelbar zur Schaffung neuen Wohnraums bei. Schnittstellen Umsetzungspartner*innen M 1.1 M 2.2 Bundesstadt Bonn (insbesondere Liegen- schaften und Stadtplanung), Wohnungsbau- gesellschaft VEBOWAG (keine 100% Toch- ter), Stadtentwicklungsgesellschaft Bonn mbH (SEG / 100% Tochter), Politik, Ak- teur*innen der Wohnungswirtschaft Umsetzungszeitpunkt und -dauer [kurzfristig = 2028 mittelfristig = 2030 langfristig = 2035] mittel- bis langfristig: Konzeptumsetzung unter Voraussetzung der Bereitstellung finanzieller Mit- tel zur Bodenbevorratung. Dauer der Umsetzung: 18 Monate, nach Konzeptabschluss Daueraufgabe (Liegenschaftsma- nagement) Ressourcen Bestehende Ratsbeschlüsse zur Konzepterarbeitung, Bodenbe- vorratung und Grundstücksvergabe sowie zur aktiven Bodenbevorra- tungspolitik erforderlich vorhandenSeite 45 von 107 ANLAGE 1 ZUR DS NR. 261142 - HANDLUNGSKONZEPT WOHNEN BONN 35 Flächenpotenziale aktivieren M 2.1 Planungsturbo Beschleunigung von Bauleitplanverfahren Beschreibung der Maßnahme Mit der Anwendung des Planungsturbos soll eine zeitoptimierte Restrukturierung des Ablaufs der Bauleitplanung geschaffen werden. Zentrale Elemente der Restrukturierung sind der - Umfang der verfahrensbegleitenden politischen Beratung und Beschlussfassung - verwaltungsinternen Abstimmungen, die im Zusammenhang mit den einzelnen Verfahrens- schritten stehen. Durch eine Optimierung interner Abstimmungsprozesse sowie einer gezielten Anpassung der politischen Beratungs- und Entscheidungsstrukturen soll der Ablauf der Bauleitplanung insge- samt beschleunigt und transparenter gestaltet werden. Insbesondere sollen notwendige Be- schlüsse zu Beginn eines Verfahrens (Zielbeschluss) gebündelt und damit die Anzahl der Gre- mienläufe und Sitzungen entscheidend reduziert werden. Ziel ist nicht die Reduzierung von Qualitäten, sondern eine Reduzierung des Zeitrahmens für ein Verfahren mittels optimierter Abstimmungs- und Entscheidungsfolgen in Politik und Verwaltung. Wirkungsweise mit Bezug zur Zielsetzung Die Beschleunigung von Bauleitplanverfahren wirkt sich unmittelbar auf die Bereitstellung von Wohnbauland und mittelbar auf die Schaffung neuen Wohnraums aus, da sie den Zeitraum zwi- schen Projektidee und Baureife verkürzt. Kürzere Planungszeiten führen unter anderem zu re- duzierten Planungs- und Finanzierungskosten, höherer Realisierungswahrscheinlichkeit von Wohnungsbauprojekten und einem schnelleren Markteintritt neuer Wohnungen, was mittelfristig zu einer Entlastung angespannter Wohnungsmärkte beiträgt und dämpfend auf Miet- und Preis- entwicklungen wirkt. Schnittstellen Umsetzungspartner*innen M 2.3, M 2.4, M 3.1, M 3.2, M 3.3, M 3.4 Bundesstadt Bonn, Akteur*innen des Woh- nungsmarktes als Dialogpartner*innen und Umsetzende Umsetzungszeitpunkt und -dauer [kurzfristig = 2028 mittelfristig = 2030 langfristig = 2035] Kurzfristig – Prozessvorschlag vorliegend, politische Beratung Dauer der Umsetzung: Daueraufgabe Ressourcen Bestehende Ratsbeschlüsse durch bestehende Personalressour- cen abgedeckt. vorhandenSeite 46 von 107 ANLAGE 1 ZUR DS NR. 261142 - HANDLUNGSKONZEPT WOHNEN BONN 36 Flächenpotenziale aktivieren M 2.2 Wohnbauflächenentwicklungsprogramm 2040 Erarbeitung Flächenkonzept Wohnen Beschreibung der Maßnahme Im Ergebnis zeigt das Wohnbauflächenentwicklungsprogramm 2040 die zentralen wohnbauli- chen Entwicklungsflächen von maßgeblicher Größe im Stadtgebiet und priorisiert sie unter Be- rücksichtigung vorhandener bzw. zu schaffender planbegründeter Infrastrukturen. Es ist eine strategische, flächenbezogene Handlungsgrundlage für die zukünftige Bereitstellung von Wohn- bauflächen, etwa durch Maßnahmen zur Schaffung von Baurecht sowie durch Instrumente der Bodenordnung (ins. durch die amtliche Bodenordnung zur kurzfristigen Schaffung von Bauland). Es kann als Arbeitsprogramm der städtischen Bauleitplanung, als Grundlage für das städtische Liegenschaftsmanagement und der hierzu erforderlichen Ressourcenbereitstellung in allen be- teiligten Fachdienststellen dienen Für eine mögliche Neuaufstellung des Flächennutzungspla- nes ist es qualifizierte Grundlage. Zur Erarbeitung des Programms erfolgt eine systematische Prüfung entsprechender Flächen hinsichtlich entwicklungsrelevanter Vorgaben und Restriktionen. Hieraus werden flächenspezifi- sche quantitative und qualitative Entwicklungsziele abgeleitet, die auch Eingang in die Bedarfs- planung wohnungsbezogener städtischer Infrastrukturen (bspw. Schulen) findet. Basis der Flä- chenprüfung bilden bekannte Wohnbauflächenpotenziale, die sich aus dem B²PR, Regionalplan, dem rechtswirksamen Flächennutzungsplan sowie dem Siedlungsflächenentwicklungskonzept NEILA ergeben. Programmatische Vorgaben maßgeblicher städtischer Konzepte finden hierbei Berücksichtigung. Wirkungsweise mit Bezug zur Zielsetzung Die Erstellung eines Flächenentwicklungsprogramms dient der mittelbaren Förderung des Woh- nungsbaus durch transparente Ziele der städtischen Flächenentwicklung und damit der Schaf- fung einer Grundlage für die Koordination von Planungsressourcen, sowie von Planungssicher- heit für alle Akteur*innen. Schnittstellen Umsetzungspartner*innen M 1.1 M 2.3 Bundesstadt Bonn, Akteur*innen des Wohnungs- marktes als Dialogpartner*innen und Umsetzende Umsetzungszeitpunkt und -dauer [kurzfristig = 2028 mittelfristig = 2030 langfristig = 2035] mittelfristig – Konzepterarbeitung nach Beschluss durch den Rat langfristig – Konzeptumsetzung nach Beschluss durch den Rat Dauer der Umsetzung: ein Jahr Ressourcen Bestehende Ratsbeschlüsse zusätzlicher personeller Auf- wand in unterschiedlichen Fachdienststellen der Verwal- tung, 40.000 € für Planungs- und Fachgutachterleistungen -Seite 47 von 107 ANLAGE 1 ZUR DS NR. 261142 - HANDLUNGSKONZEPT WOHNEN BONN 37 Flächenpotenziale aktivieren M 2.3 Innenentwicklung fördern Aktivierung von Wohnbaupotenzialen der Innenentwicklung Beschreibung der Maßnahme Wohnbaupotenziale im bestehenden Siedlungsgefüge bergen ein großes Potenzial zur Schaf- fung neuen Wohnraums. Ihre Aktivierung und Entwicklung erfolgt zumeist unter den besonderen Rahmenbedingungen einer Bestandsentwicklung. Ebenso bieten sie die Chance, zur qualitati- ven Weiterentwicklung der Umgebung. Dieser Umstand wird hier aufgegriffen. Eine praxisorientierte Handreichung für die Aktivierung von Potenzialflächen unterschiedlichen Typs wird erarbeitet, die sich insbesondere an Entwick- lungsinteressierte richtet und als Orientierung sowie Unterstützung bei der Entwicklung der Flä- chen dient. Ergänzend erfolgt eine gezielte Öffentlichkeitsarbeit zur Motivation für Innenentwick- lung, die unterschiedliche Zielgruppen adressiert und das Thema bei Eigentümer*innen und po- tenziellen Nachbar*innen in den Fokus rückt. Mit Rückgriff auf das Bonner Baupotenzialregister werden im Weiteren als Teil einer kontinuier- lichen aktiven Innenentwicklungsförderung spezifische Aktivierungsstrategien entwickelt und umgesetzt, um bislang ungenutzte oder untergenutzte Flächen für eine Entwicklung zu mobili- sieren. Hierbei kommt der nachhaltigen und klimagerechten Gestaltung der Planung und ihres Umfeldes besondere Bedeutung zu. Es wird geprüft, ob die Einrichtung einer zentralen städtischen Anlaufstelle für Entwicklungsinte- ressierte zur Beratung, Information und Unterstützung zielführend ist. Wirkungsweise mit Bezug zur Zielsetzung Die Förderung der Innenentwicklung leistet einen unmittelbaren Beitrag zur Schaffung zusätzli- chen Wohnraums. Die begleitende Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit erhöht die Akzep- tanz für Innenentwicklung und Nachverdichtung und kann damit die Entwicklung selbst erleich- tern. Zudem ermöglicht die Innenentwicklung die effiziente Nutzung bestehender Infra-struktu- ren, die Umsetzung einer Stadt der kurzen Wege und kann Ankermaßnahme nachhaltiger Quar- tiersentwicklung sein. Schnittstellen Umsetzungspartner*innen M 1.1 M 2.2 Bundesstadt Bonn, Eigentümer*innen, Akteur*innen der Wohnungswirtschaft Umsetzungszeitpunkt und -dauer [kurzfristig = 2028 mittelfristig = 2030 langfristig = 2035] kurzfristig – Handreichung und Kommunikation mittelfristig – Einrichtung einer Anlaufstelle & Aktivierung bei Beschluss durch Rat Dauer der Umsetzung: Erstellung der Handreichung < 1 Jahr, Kommunikation als Dauerauf- gabe ab Oktober 2026, gezielte Aktivierungen als Daueraufgabe ab Sommer 2027. Ressourcen Bestehende Ratsbeschlüsse Finanzielle zur Kommunika- tion, Personal Einrichtung ei- ner Anlaufstelle vorhandenSeite 48 von 107 ANLAGE 1 ZUR DS NR. 261142 - HANDLUNGSKONZEPT WOHNEN BONN 38 Flächenpotenziale aktivieren M 2.4 Wohnraumschaffungslotse Prüfung der Einrichtung einer zentralen Anlaufstelle in der Stadtverwaltung Beschreibung der Maßnahme Entsprechend dem städtischen Ziel im Handlungsfeld Wohnen ist die Neubauleistung im Woh- nungsbau zu erhöhen. Zur Erleichterung der Zusammenarbeit zwischen Vorhabenträger*innen und städtischen Fachdienststellen im Bereich der Planrechtsschaffung ist die Ein-richtung einer Koordinationsstelle „Wohnen“ als zentraler, verwaltungsintern bündelnder An-laufstelle für Ex- terne zu prüfen. Bei einer entsprechenden Koordinationsstelle sollten folgende Aufgaben liegen: • Ansprechpartner*in für Vorhabenträger*innen über das gesamte Verfahren der Bauleit- planung und ggf. in Verfahren des „Bauturbos“ • Ämterkoordination bei Verfahrens- und Abwägungsproblemen im Planungs- und Geneh- migungsverfahren sowie bei der Erschließung und Grundstücksmobilisierung • Monitoring des Planungs- und Genehmigungsverfahrens sowie Entwicklung von Vor- schlägen zur Verfahrensoptimierung Im Ergebnis der Prüfung ist bei positivem Prüfresultat ein Umsetzungsvorgehen zur Einrichtung einer entsprechenden Koordinationsstelle vorzulegen. Als erfolgsentscheidend wird die Quer- schnittsorientierung der Stelle erachtet. Wirkungsweise mit Bezug zur Zielsetzung Eine zentrale Stelle innerhalb der Stadtverwaltung für Externe kann den Prozess der Schaffung von Planungsrecht beziehungsweise die Genehmigungserteilung beschleunigen und damit mit- telbar zur Schaffung zusätzlichen Wohnraums beitragen. Schnittstellen Umsetzungspartner*innen M 1.1 M 2.2 Bundesstadt Bonn Umsetzungszeitpunkt und -dauer [kurzfristig = 2028 mittelfristig = 2030 langfristig = 2035] kurzfristig – Umsetzung des Prüfauftrags und Entwicklung eines Umsetzungsvorgehens mittelfristig – bei Beschluss durch Rat inkl. Mittelbereitstellung Dauer der Umsetzung: 1 Jahr Ressourcen Bestehende Ratsbeschlüsse Personelle Ausstattung einer Koordinationsstelle Wohnen mit unterschiedlicher fachlicher Expertise -Seite 49 von 107 ANLAGE 1 ZUR DS NR. 261142 - HANDLUNGSKONZEPT WOHNEN BONN 39 Wohnraum für alle M 3.1 Anwendung Bonner Baulandmodell wirkungsorientierte Fortschreibung des Bonner Baulandmodells Beschreibung der Maßnahme Überprüfung und Fortschreibung des Bonner Baulandmodells gem. Ergebnis der Evaluation 2020-2024 hinsichtlich: • Anwendungsbereich und -voraussetzungen • Verpflichtungsinhalte • Anwendungsvorgehen Hierbei kommt der Überprüfung des Ertragswertmodells als grundlegende Modellsystematik zentrale Bedeutung zu, da eine Abkehr von Selbigem, signifikante Auswirkungen auf das An- wendungsvorgehen hat und Potenziale zur Vereinfachung bietet. Darüber hinaus erfolgt eine Prüfung der eingesetzten Umsetzungs- und Sicherungsinstrumente und die Betrachtung, inwie- weit die Inhalte des Modells regelhaft in weiteren Verfahren zur Schaffung von Baurecht bzw. Wohnungsbau Eingang finden können. Ziel der Fortschreibung ist es, das Baulandmodell insge- samt wirkungsoptimiert zu gestalten und die Anwendung in der Praxis zu erleichtern, sodass es effizientes Instrument zur Förderung der Schaffung öffentlich geförderten Wohnraums ist. Wirkungsweise mit Bezug zur Zielsetzung Umsetzung wohnungspolitischer Zielvorgaben und damit verbunden Erhöhung des Potenzials zur Errichtung öffentlich geförderter Wohnungen. Schnittstellen Umsetzungspartner*innen M 1.1 M 2.1 Bundesstadt Bonn, Akteur*Innen Wohnungswirt- schaft (WoKoBo-Verteiler) Umsetzungszeitpunkt und -dauer [kurzfristig = 2028 mittelfristig = 2030 langfristig = 2035] Kurzfristig - Erarbeitung eines Fortschreibungsentwurfs ab 04/2026 Dauer der Umsetzung: Anwendung als Daueraufgabe Ressourcen Bestehende Ratsbeschlüsse durch bestehende Personal- ressourcen abgedeckt. vorhandenSeite 50 von 107 ANLAGE 1 ZUR DS NR. 261142 - HANDLUNGSKONZEPT WOHNEN BONN 40 Wohnraum für alle M 3.2 Studierenden- und Auszubildendenwohnen Stärkung angespannter Wohnungsmärkte für junge Menschen Beschreibung der Maßnahme Mit dieser Maßnahme solle die Bedarfe an Studierenden- und Auszubildendenwohnen genauer ermittelt werden und durch intensiveren Austausch mehr Immobilieninvestitionen in diesem Seg- ment erfolgen. Bestehende Förderprogramme greifen die Situation, die auch in anderen Städten besteht, auf. Das Programm des Landes NRW „Förderung von Wohnraum für Auszubildende und Studie- rende“, das vom Bund mitfinanziert wird, für welches die Stadt Bonn Bewilligungsbehörde ist, zielt darauf ab, den Hochschul
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bonn.social/@lage ↗Datenstand: 22.10.2026, 23:36 MESZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de