Zum Inhalt springen

← zurück zu 261174

261174-01 · Anregungen und Beschwerden

Bürgerantrag: Antrag zur stärkeren Nutzung demokratisch organisierter Fediverse-Plattformen in der Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Bonn

Nummer
261174-01
Art
Anregungen und Beschwerden
Veröffentlicht
15.06.2026
Letzte Änderung
23.10.2026
  • Bonn Stadtbezirk Hauptort
  1. Einreichung erledigt · 15.06.2026
  2. Terminierung erledigt
  3. Sitzung erledigt · zuletzt 08.07.2026

Soweit erfasst. Das Ergebnis der Beratung ist in den Daten nicht enthalten. Das vollständige Verfahren →

  1. Sitzung des Ausschusses für Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger 08.07.2026 Entscheidung federführend
  1. Sammeldokument öffentlich pdf · 122,9 KB Öffnen ↗

Übergeordnet

  1. 261174 Bürgerantrag: Antrag zur stärkeren Nutzung demokratisch organisierter Fediverse-Plattformen in der Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Bonn

Maschinell aus dem PDF extrahierter Text — Tabellen und Layout gehen verloren. Maßgeblich ist das PDF: PDF öffnen ↗.

Text anzeigen (7.953 Zeichen)
Anregungen und Beschwerden
öffentlich
261174-01
Der Oberbürgermeister
Federführung:
Co-Dezernat
Dezernat:
Dez. OB
14.06.2026
Bürgerantrag: Antrag zur stärkeren Nutzung
demokratisch organisierter Fediverse-Plattformen in
der Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Bonn
Beratungsfolge
Ausschuss für Beteiligung der Bürgerinnen
und Bürger
08.07.2026 Entscheidung
Inhalt der Anregungen und Beschwerden
Der Antrag lautet:
Ich beantrage, dass die Stadt Bonn für ihre gesamte Öffentlichkeits- und Ziel-
gruppenarbeit im Bereich „Sozialer Netzwerke“ mindestens immer auch ein
Angebot auf den dezentral, nicht-kommerziell und demokratisch organisierten
Plattformen des „Fediverse“ wie Mastodon (hier hat die Stadt Bonn bereits
einen Kanal), Pixelfed, Friendica, Loops oder PeerTube anbietet.
Alle Informationen werden mindestens gleichzeitig zu einer möglichen Veröf-
fentlichung auf kommerziellen Plattformen (Instagram, Facebook, LinkedIn,
YouTube, Tiktok) auch im Fediverse angeboten und dort auch eine
Kommunikation mit den Bürgerinnen und Bürgern gewährleistet. („+1-
Strategie“)
Bei der Kommunikation auf kommerziellen Plattformen wird immer auf das An-
gebot auf den freien, dezentralen und offenen Standards folgenden Angeboten
im Fediverse hingewiesen. Ziel ist langfristig(!) eine Ablösung des Angebots auf
den kommerziellen Plattformen, statt diesen durch öffentliche Informationen
weiterhin Relevanz zu verschaffen. Neben Fediverse-Angeboten der Stadtver-
waltung selbst setzt sich die Stadt Bonn auch bei ihren wesentlichen Beteili-
gungen wie Stadtwerke, Bonn Orange, Vebowag etc. für die oben beschriebe-
ne Nutzung des Fediverse ein.
Einzelheiten zur Begründung ergeben sich aus dem beigefügten Bürgerantrag.Seite 1 von 4
Seite 2Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch)
Anlage/n
1 Bürgerantrag (öffentlich)
2 Bürgerantrag - komplett (nichtöffentlich)Seite 2 von 4
Betreff
Kommunikation der Stadt Bonn im Fediverse
Ihr Antrag
Ich beantrage, dass die Stadt Bonn für ihre gesamte Öffentlichkeits- und Zielgruppenarbeit im Bereich „Sozialer
Netzwerke“ mindestens immer auch ein Angebot auf den dezentral, nicht-kommerziell und demokratisch
organisierten Plattformen des „Fediverse“ wie Mastodon (hier hat die Stadt Bonn bereits einen Kanal), Pixelfed,
Friendica, Loops oder PeerTube anbietet.
Alle Informationen werden mindestens gleichzeitig zu einer möglichen Veröffentlichung auf kommerziellen
Plattformen (Instagram, Facebook, LinkedIn, YouTube, Tiktok) auch im Fediverse angeboten und dort auch eine
Kommunikation mit den Bürgerinnen und Bürgern gewährleistet. („+1-Strategie“)
Bei der Kommunikation auf kommerziellen Plattformen wird immer auf das Angebot auf den freien, dezentralen
und offenen Standards folgenden Angeboten im Fediverse hingewiesen. Ziel ist langfristig(!) eine Ablösung des
Angebots auf den kommerziellen Plattformen, statt diesen durch öffentliche Informationen weiterhin Relevanz
zu verschaffen. Neben Fediverse-Angeboten der Stadtverwaltung selbst setzt sich die Stadt Bonn auch bei ihren
wesentlichen Beteiligungen wie Stadtwerke, Bonn Orange, Vebowag etc. für die oben beschriebene Nutzung des
Fediverse ein.
Erstellt mit MACH formsolutions
Artikel-Nr.: KFAS_01_002Seite 3 von 4
Begründung des Antrags
Kommerzielle Plattformen aus den USA (u.a. X, Facebook, Instagram, linkedIn) und China (u.a. Tiktok) haben sich
des öffentlichen Raums bemächtigt und steuern, wer was sieht, welche Meinungen nach oben gespült werden
und bestimmen über Sichtbarkeit nach ihren finanziellen Interessen. Die Algorithmen der Plattformen
bevorzugen emotional aufwühlende Beiträge,
darunter Fake News und Hate Speech, weil diese die Nutzenden länger auf der Plattform halten. Nur so können
noch mehr Daten der Nutzenden ausgespäht und zu Profilen zusammengetragen werden.
(https://savesocial.eu/#worum)
Viele Institutionen, die diese kommerziellen Plattformen nutzen, glauben, dass sie nur dort ihre Zielgruppe
erreichen können. Außerdem wollen viele ein Gegengewicht zu den Desinformationen schaffen, die diese
Plattformen fluten. Nur: Der Algorithmus verhindert, dass dieses Gegengewicht entsteht, weil er seriöse
Informationen und Meldungen, die in andere Angebote verlinken, systematisch benachteiligt. Links auf die
eigenen Angebote außerhalb dieser Plattformen, z.B. die Website der Stadt, werden vom Algorithmus mit einer
schlechteren Sichtbarkeit des Beitrags bestraft. Und auch die Reichweite trügt: Eine aktuelle Studie hat z.B. beim
Angebot der ZEIT auf X ergeben, dass bei rund 2.300.000 Followern die einzelnen
Meldungen im Schnitt nur knapp 2.900 mal angesehen wurden. 2,1 Retweets und 5,1 Likes waren die Ausbeute
aus 2,3 Mio. vermeintlicher „Reichweite“. (https://netzpolitik.org/2026/medien-auf-xim-permanenten-shitstorm/)
Man muss sich das Szenario vorstellen: Bürgerinnen und Bürger folgen einem Account der Stadt Bonn auf einem
kommerziellen Netzwerk, um über Baustellen, Veranstaltungen, aber auch Krisensituationen informiert zu sein.
Wenn diese Meldungen dann ausgespielt werden, sehen sie gar nicht alle folgenden Bürgerinnen und Bürger,
weil der Algorithmus stattdessen eventuell Inhalte von Werbetreibenden oder ein KI-Fake-Video in die „Timeline“
spült und bevorzugt.
Außerdem fehlt jegliche digitale Souveränität: Accounts auf solchen kommerziellen Plattformen aus dem Nicht-
EU-Ausland können jederzeit von diesen gesperrt oder gelöscht werden, inklusive des Totalverlustes der Inhalte
und des entstandenen Netzwerks. Das darf nicht die Zukunft der Kommunikation zwischen der Stadt und ihren
Bürgerinnen und Bürgern sein und bleiben. (https://www.govtech.com/gov-experience/facebooks-newsfeed-
algorithm-will-negatively-impact
government.html)
Beim Fediverse sieht es ganz anders aus: Kein Algorithmus steht mehr zwischen denjenigen, die einen Kanal
betreiben und denen, die ihn abonnieren oder folgen. Die Meldungen müssen daher auch nicht für einen
Algorithmus optimiert werden, sondern wieder für die Zielgruppe. Erste Institutionen und Medienhäuser, die
neben den kommerziellen Plattformen auch Angebote im Fediverse haben, registrierten, dass bereits die
Mehrzahl der Aufrufe ihrer verlinkten Inhalte aus
dem Fediverse kommen, trotz deutlich geringerer (aber wachsender) absoluter Nutzerzahlen.
(https://www.turi2.de/aktuell/lese-tipp-wie-heise-statt-x-nun-mastodon-bespielt/)
Das Fediverse erfüllt das Versprechen von digitaler Souveränität, Transparenz und Datenschutz. Man kann die
Inhalte eines Kanals ansehen, ohne einen Account im Fediverse zu haben, einfach über einen Browser. Alle
Anwendungen des Fediverse sind untereinander 100% interoperabel. Das wäre so, als ob man in seiner
Instagram-App auch einzelnen Anbietern auf Facebook oder Youtube folgen kann
(https://digitalcourage.de/fediverse-anleitung)
Große Chancen bieten auch nutzer- und themenspezifische Social-Media-Walls, die die Stadt selbst oder die
Zivilgesellschaft auf einer Website mit wenigen Klicks einrichten und dann alle Nachrichten der Stadt, ihrer
Beteiligten und aus der Stadtgesellschaft selbst anzeigen, erneut interoperabel zwischen allen Plattformen des
Fediverse. (Beispiel: https://fediwall.social/?
servers=bonn.social,nrw.social,mastodon.social&tags=bonn,rhein)
Die Stadt Bonn hat mit ihrem Mastodon-Account erste Erfahrungen und erste Erfolge im Fediverse. Nun ist es an
der Zeit, auch für alle anderen von der Stadt Bonn (und ihren Beteiligungen) genutzten kommerziellen
Plattformen eine Alternative zu finden, zumindest am Anfang zusätzlich zu den kommerziellen Plattformen im
Sinne der +1-Strategie. Angebote wie die der Stadt Bonn werden weitere Nutzende ins Fediverse bringen.
Moderne Administrations-Tools ermöglichen ohne erhöhten Aufwand, mehrere Plattformen zu betreuen. Holen
wir uns den öffentlichen digitalen Raum zurück. https://nrw.social/@BundesstadtBonn
Hiermit bestätige ich, dass ich seit mindestens drei Monaten in Bonn wohne.
Erstellt mit MACH formsolutions
Artikel-Nr.: KFAS_01_002Seite 4 von 4

Folgen Neue Vorlagen, Sitzungen und Auswertungen aus dem Bonner Rat — im Fediverse, ohne Konto lesbar.

bonn.social/@lage ↗
Im ALLRIS öffnen ↗

Datenstand: 01.11.2026, 17:46 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de