261174 · Anregungen und Beschwerden
Bürgerantrag: Antrag zur stärkeren Nutzung demokratisch organisierter Fediverse-Plattformen in der Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Bonn
Kerndaten
- Nummer
- 261174
- Art
- Anregungen und Beschwerden
- Veröffentlicht
- 10.06.2026
- Letzte Änderung
- 29.10.2026
Orte
- Bonn Hauptort
Stand im Verfahren i
- Einreichung
- Terminierung
- Sitzung
Soweit erfasst. Das Ergebnis der Beratung ist in den Daten nicht enthalten. Das vollständige Verfahren →
Beratungsfolge
- Sitzung des Ausschusses für Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger Entscheidung federführend
Dateien
- Sammeldokument öffentlich Öffnen ↗
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Untergeordnet
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- Bürgerantrag: Antrag zur stärkeren Nutzung demokratisch organisierter Fediverse-Plattformen in der Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Bonn
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Anregungen und Beschwerden öffentlich 261174 Der Oberbürgermeister Federführung: Co-Dezernat Dezernat: Dez. OB 03.06.2026 Bürgerantrag: Antrag zur stärkeren Nutzung demokratisch organisierter Fediverse-Plattformen in der Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Bonn Beratungsfolge Ausschuss für Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger 08.07.2026 Entscheidung Inhalt der Anregungen und Beschwerden Der Antrag lautet: Wir beantragen dass die Stadt Bonn für ihre gesamte Öffentlichkeits- und Zielgruppenarbeit im Bereich „Sozialer Netzwerke“ mindestens immer auch ein Angebot auf den de- zentral, nicht-kommerziell und demokratisch organisierten Plattformen des „Fe- diverse“ wie Mastodon (hier hat die Stadt Bonn bereits einen Kanal), Pixelfed, Friendica, Loops oder PeerTube anbietet. Alle Informationen werden mindestens gleichzeitig zu einer möglichen Veröf- fentlichung auf kommerziellen Plattformen (Instagram, Facebook, LinkedIn, YouTube, Tiktok) auch im Fediverse angeboten und dort auch eine Kommuni- kation mit den Bürgerinnen und Bürgern gewährleistet. („+1-Strategie“) Bei der Kommunikation auf kommerziellen Plattformen wird immer auf das An- gebot auf den freien, dezentralen und offenen Standards folgenden Angeboten im Fediverse hingewiesen. Ziel ist langfristig(!) eine Ablösung des Angebots auf den kommerziellen Platt- formen, statt diesen durch öffentliche Informationen weiterhin Relevanz zu ver- schaffen. Neben Fediverse-Angeboten der Stadtverwaltung selbst setzt sich die Stadt Bonn auch bei ihren wesentlichen Beteiligungen wie Stadtwerke, Bonn Orange, Vebowag etc. für die oben beschriebene Nutzung des Fediverse ein. Einzelheiten zur Begründung ergeben sich aus dem beigefügten Bürgerantrag.Seite 1 von 4 Seite 2Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch) Anlage/n 1 Bürgerantrag (öffentlich) 2 Bürgerantrag - komplett - (nichtöffentlich)Seite 2 von 4 Bürgerbüro der Stadt Bonn per eMail Anregungen und Beschwerden („Bürger*innenantrag“) gemäß §24 Gemeindeordnung NRW Wir beantragen dass die Stadt Bonn für ihre gesamte Öffentlichkeits- und Zielgruppenarbeit im Bereich „Sozialer Netzwerke“ mindestens immer auch ein Angebot auf den dezentral, nicht-kommerziell und demokratisch organisierten Plattformen des „Fediverse“ wie Mastodon (hier hat die Stadt Bonn bereits einen Kanal), Pixelfed, Friendica, Loops oder PeerTube anbietet. Alle Informationen werden mindestens gleichzeitig zu einer möglichen Veröffentlichung auf kommerziellen Plattformen (Instagram, Facebook, LinkedIn, YouTube, Tiktok) auch im Fediverse angeboten und dort auch eine Kommunikation mit den Bürgerinnen und Bürgern gewährleistet. („+1-Strategie“) Bei der Kommunikation auf kommerziellen Plattformen wird immer auf das Angebot auf den freien, dezentralen und offenen Standards folgenden Angeboten im Fediverse hingewiesen. Ziel ist langfristig(!) eine Ablösung des Angebots auf den kommerziellen Plattformen, statt diesen durch öffentliche Informationen weiterhin Relevanz zu verschaffen. Neben Fediverse-Angeboten der Stadtverwaltung selbst setzt sich die Stadt Bonn auch bei ihren wesentlichen Beteiligungen wie Stadtwerke, Bonn Orange, Vebowag etc. für die oben beschriebene Nutzung des Fediverse ein. Begründung Kommerzielle Plattformen aus den USA (u.a. X, Facebook, Instagram, linkedIn) und China (u.a. Tiktok) haben sich des öffentlichen Raums bemächtigt und steuern, wer was sieht, welche Meinungen nach oben gespült werden und bestimmen über Sichtbarkeit nach ihren finanziellen Interessen. Die Algorithmen der Plattformen bevorzugen emotional aufwühlende Beiträge, darunter Fake News und Hate Speech, weil diese die Nutzenden länger auf der Plattform halten. Nur so können noch mehr Daten der Nutzenden ausgespäht und zu Profilen zusammengetragen werden. (https://savesocial.eu/#worum)Seite 3 von 4 Viele Institutionen, die diese kommerziellen Plattformen nutzen, glauben, dass sie nur dort ihre Zielgruppe erreichen können. Außerdem wollen viele ein Gegengewicht zu den Desinformationen schaffen, die diese Plattformen fluten. Nur: Der Algorithmus verhindert, dass dieses Gegengewicht entsteht, weil er seriöse Informationen und Meldungen, die in andere Angebote verlinken, systematisch benachteiligt. Links auf die eigenen Angebote außerhalb dieser Plattformen, z.B. die Website der Stadt, werden vom Algorithmus mit einer schlechteren Sichtbarkeit des Beitrags bestraft. Und auch die Reichweite trügt: Eine aktuelle Studie hat z.B. beim Angebot der ZEIT auf X ergeben, dass bei rund 2.300.000 Followern die einzelnen Meldungen im Schnitt nur knapp 2.900 mal angesehen wurden. 2,1 Retweets und 5,1 Likes waren die Ausbeute aus 2,3 Mio. vermeintlicher „Reichweite“. (https://netzpolitik.org/2026/medien-auf-x- im-permanenten-shitstorm/) Man muss sich das Szenario vorstellen: Bürgerinnen und Bürger folgen einem Account der Stadt Bonn auf einem kommerziellen Netzwerk, um über Baustellen, Veranstaltungen, aber auch Krisensituationen informiert zu sein. Wenn diese Meldungen dann ausgespielt werden, sehen sie gar nicht alle folgenden Bürgerinnen und Bürger, weil der Algorithmus stattdessen eventuell Inhalte von Werbetreibenden oder ein KI-Fake-Video in die „Timeline“ spült und bevorzugt. Außerdem fehlt jegliche digitale Souveränität: Accounts auf solchen kommerziellen Plattformen aus dem Nicht-EU-Ausland können jederzeit von diesen gesperrt oder gelöscht werden, inklusive des Totalverlustes der Inhalte und des entstandenen Netzwerks. Das darf nicht die Zukunft der Kommunikation zwischen der Stadt und ihren Bürgerinnen und Bürgern sein und bleiben. (https:// www.govtech.com/gov-experience/facebooks-newsfeed-algorithm-will-negatively-impact- government.html) Beim Fediverse sieht es ganz anders aus: Kein Algorithmus steht mehr zwischen denjenigen, die einen Kanal betreiben und denen, die ihn abonnieren oder folgen. Die Meldungen müssen daher auch nicht für einen Algorithmus optimiert werden, sondern wieder für die Zielgruppe. Erste Institutionen und Medienhäuser, die neben den kommerziellen Plattformen auch Angebote im Fediverse haben, registrierten, dass bereits die Mehrzahl der Aufrufe ihrer verlinkten Inhalte aus dem Fediverse kommen, trotz deutlich geringerer (aber wachsender) absoluter Nutzerzahlen. (https://www.turi2.de/aktuell/lese-tipp-wie-heise-statt-x-nun-mastodon-bespielt/) Das Fediverse erfüllt das Versprechen von digitaler Souveränität, Transparenz und Datenschutz. Man kann die Inhalte eines Kanals ansehen, ohne einen Account im Fediverse zu haben, einfach über einen Browser. Alle Anwendungen des Fediverse sind untereinander 100% interoperabel. Das wäre so, als ob man in seiner Instagram-App auch einzelnen Anbietern auf Facebook oder Youtube folgen kann (https://digitalcourage.de/fediverse-anleitung) Große Chancen bieten auch nutzer- und themenspezifische Social-Media-Walls, die die Stadt selbst oder die Zivilgesellschaft auf einer Website mit wenigen Klicks einrichten und dann alle Nachrichten der Stadt, ihrer Beteiligten und aus der Stadtgesellschaft selbst anzeigen, erneut interoperabel zwischen allen Plattformen des Fediverse. (Beispiel: https://fediwall.social/? servers=bonn.social,nrw.social,mastodon.social&tags=bonn,rhein) Die Stadt Bonn hat mit ihrem Mastodon-Account erste Erfahrungen und erste Erfolge im Fediverse. Nun ist es an der Zeit, auch für alle anderen von der Stadt Bonn (und ihren Beteiligungen) genutzten kommerziellen Plattformen eine Alternative zu finden, zumindest am Anfang zusätzlich zu den kommerziellen Plattformen im Sinne der +1-Strategie. Angebote wie die der Stadt Bonn werden weitere Nutzende ins Fediverse bringen. Moderne Administrations-Tools ermöglichen ohne erhöhten Aufwand, mehrere Plattformen zu betreuen. Holen wir uns den öffentlichen digitalen Raum zurück. (https://nrw.social/@BundesstadtBonn)Seite 4 von 4
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bonn.social/@lage ↗Datenstand: 01.11.2026, 17:47 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de